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Gepostet on 16 Mrz 2017 in Dialog, Interreligiöser Dialog, Politik und Gesellschaft, Regionalnachrichten, Slide, World News

Nach dem Vatikan – Al-Azhar Symposium, welche Rolle spielen die Gläubigen im interreligiösen Dialog?

Nach dem Vatikan – Al-Azhar Symposium, welche Rolle spielen die Gläubigen im interreligiösen Dialog?

 

VATIKAN / KAIRO – Seit ihrer Annäherung im Mai 2016 fand nach einigen Jahren gespannter Beziehungen im vergangenen Februar das erste interreligiöse Symposium statt. Seither und in Erwartung fruchtbarer Ergebnisse suchen die Gläubigen ihre Rolle und ihren Platz im interreligiösen Dialog.

Am 22. und 23. Februar 2017 fand an der Al-Azhar Universität in Kairo ein Symposium statt mit dem Titel „Die Rolle von Al-Azhar Al Sharif und vom Vatikan in der Konfrontation der Phänomene Fanatismus, Extremismus und Gewalt im Namen der Religion.

Als einflussreiche islamische Institution beaufsichtigt Al-Azhar ein nationales Netzwerk von Schulen, in denen 2 Millionen Studenten mit einem weltlichen und religiösen Lehrplan unterrichtet werden, und betreut den Islamischen Forschungskomplex, der Erlässe von öffentlichem Interesse herausgibt.

Eine gemeinsame Erklärung wurde anschließend veröffentlicht.

Zeitwahl des Symposiums

Das zweitägige Treffen zwischen dem Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog und dem Al-Azhar Zentrum für Dialog in Kairo fand am Vorabend des 24. Februar statt, zur Erinnerung an den Besuch von Johannes Paul II in Ägypten und Al-Azhar an diesem Tag des Jahres 2000.

Einige Monate später, im September 2000, sprach Papst Johannes Paul II mit dem damaligen Groß-Imam von Al-Azhar, Mohammed Sayed Tantawi, über die herzliche Rückerinnerung an dieses Treffen. Unter Bezug auf die Gewalt im Namen der Religion sagte er: „Jeder Gewaltakt macht es für Moslems und Christen überall noch dringender, die Dinge zu erkennen, die wir gemeinsam haben und ein für alle Mal festzuhalten, dass Zuflucht zur Gewalt im Namen der Religion völlig inakzeptabel ist.“

Interreligiöser Dialog und einfache Menschen

Seit der Veröffentlichung der Erklärung Nostra Aetate durch das Zweite Vatikanische Konzil 1965 und der Gründung des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog (früher Sekretariat für Nicht-Christen genannt) hat die katholische Kirche versucht, Gemeinsamkeiten und Kameradschaft mit nicht-christlichen Religionen zu fördern.

Der interreligiöse Dialog ist ein wichtiges Medium geworden, wo religiöse Führer zusammenarbeiten, um Lösungen für kritische globale Angelegenheiten zu finden. Nichtsdestotrotz wurde die Einbeziehung und Teilnahme der Gläubigen verschiedener Religionen in diesen Dialog manchmal übersehen.

„Der einzige Dialog im Leben liegt in der täglichen Interaktion zwischen christlichen und muslimischen Gläubigen, sei es in der Arbeit, in der Schule oder auf der Straße“, sagt Pater Peter Madros, ein Priester des Lateinischen Patriarchats.

Der Dialog des Lebens ist eine von vier Dialogformen, definiert vom Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog, in dem die Menschen die guten und die schlechten Zeiten ihres Lebens teilen.

Eine andere Form des interreligiösen Dialogs ist die der religiösen Erfahrung. Pater Madras betont, dass der große Vorteil, den christliche Araber haben, der ist, dass sie die arabische Sprache und die Kultur ihrer Länder kennen. „Christen, die Arabisch sprechen, haben einen Vorteil gegenüber Christen, die nicht Arabisch können. Interreligiöser Dialog braucht nicht nur das tiefe Verständnis der eigenen Religion, sondern auch das Studium der anderen Religionen“, sagte er. „Der einzige Weg, die Mentalität von Moslems zu verstehen, ist, den Koran zu studieren.“

Die Medien im Kontext des interreligiösen Dialogs

In unserer Zeit sollte man den mobilisierenden Effekt von Plattformen der sozialen Medien auf die Menschen berücksichtigen, der zu lebensverändernden Ereignissen führen kann. Genauso wie sie gute Nachrichten veröffentlichen und sich für ehrliche Berichterstattung engagieren, können sie auch Spannung fördern, Gemeinschaften schmähen und das Böse verherrlichen.

Wie Papst Franziskus in seiner Botschaft zum Weltkommunikationstag herausstrich, haben Menschen, die im Kommunikationsbereich arbeiten, die Pflicht, „sich für konstruktive Formen der Kommunikation einzusetzen, die Vorurteile anderen gegenüber zurückweisen und eine Kultur der Begegnung fördern, die uns allen hilft, die Welt rund um uns realistisch und mit Vertrauen zu sehen“.

Religiöse Einrichtungen müssen auch daran arbeiten, Seminare vor Ort zu organisieren, deren Zweck es ist, deformierte Realitäten und Bilder zu demaskieren, die manche Medien den Menschen präsentieren, in der Hoffnung, Dialogkanäle zwischen Individuen verschiedenen Glaubens zu öffnen, wo sie von konstruktiver Analyse gegenwärtiger Themen geleitet werden und nicht von religiösen Gefühlen.

Saher Kawas