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Gepostet on 14 Mrz 2017 in Aktuelles aus der Diözese, Diözese, Liturgisches Leben, Slide

Jährliche Wallfahrt zum Berg des Abgrunds: „Der Herr spricht zu uns durch die einfachen Dinge des Lebens“

Jährliche Wallfahrt zum Berg des Abgrunds: „Der Herr spricht zu uns durch die einfachen Dinge des Lebens“

 

NAZARETH – Am Sonntag, den 12. März 2017, versammelten sich die Gläubigen der Region und gingen gemeinsam mit Bischof Marcuzzo, dem Patriarchalvikar für Galiläa in einer Prozession auf den Berg des Abgrunds. Diese alte Wallfahrt, die immer am 2. oder 3. Sonntag der Fastenzeit stattfindet, soll den Unglauben der Nazarener zur Zeit Jesu wiedergutmachen.

Der Berg des Abgrunds ist der symbolische Ort für den Unglauben der Menschen von Nazareth. Um an diesen Mangel an Glauben zu erinnern, wird am 3. Sonntag der Fastenzeit das Evangelium vom Unglauben der Nazarener gelesen, und der Tag wurde ein Fest- und Feiertag, an dem die Franziskaner eine Messe vor einer der vielen Höhlen auf dem Berg feiern.

Nachdem diese Tradition in den 1960er und 70er Jahren eingestellt worden war, belebten das Lateinische Patriarchat und die Franziskaner die Wallfahrt im frühen Jahr 2000. Im Mai 2009 zelebrierte Papst Benedikt XVI einen Gottesdienst vor 65.000 Gläubigen am Nordhang des Berges, der ein natürliches Amphitheater besitzt.

Dieses Jahr folgten zwei Pfadfindergruppen und viele Familien dem Aufruf von Pater Amjad Sabbara und vom Familienclub, die das Ereignis organisiert hatten. Die Gläubigen versammelten sich am Rand des Waldes, des „Waldes der Versöhnung“, ehe sie in einer Prozession zum Klang einer Band losgingen. Bischof Riah Abul-Assah, ein pensionierter anglikanischer Bischof, und einige Priester der katholischen Pfarren von Nazareth begleiteten Bischof Marcuzzo.

Nach der Verkündigung des Evangeliums der Verklärung, dem Evangelium dieses Sonntags, sprach Bischof Marcuzzo zu der Menge und erinnerte daran, dass „reiner und strenger Glaube“ einfach auf dem Wort Gottes beruht, dem Zeugnis Jesu und der Lehre der Kirche, und nicht auf Wundern und dem Außergewöhnlichen: „Gott spricht zu uns und ist oft bei uns durch Zeichen und die einfachen Dinge des Lebens.“ Der Berg des Abgrunds bietet eine wunderbare Aussicht auf den Berg Tabor, auf dem sich die Verklärung, das Evangelium dieses Tages, ereignete, aber auch auf den Berg Hermon. Dann ermutigte der Bischof die Gläubigen dazu, für die leidenden Menschen in Syrien zu beten und für sie die Opfer und das Fasten der Fastenzeit zu bringen.

Nach der Predigt beteten die Gläubigen die Gebetsmeinung, die junge palästinensische Christen vorbereitet hatten.

Danach blieben einige Familien zum Picknick auf dem Berg, auf dem es viele Höhlen gibt. Eine von ihnen ist durch eine Entdeckung in Jahr 1933 berühmt geworden: „der Mann von Qafzeh“, der aus der mittleren neolithischen Periode stammt (vor 100.000 Jahren), und der heute in Paris aufbewahrt wird. Andere Höhlen haben als Klöster gedient, die der Jungfrau Maria geweiht waren oder als „Laura“* für Eremiten zur Zeit der Byzantiner.

*Laura: Im christlichen Osten war das eine Art Kloster aus einzelnen Zellen oder Höhlen, die von isoliert lebenden Mönchen bewohnt wurden und die sich einmal in der Woche zum Gottesdienst und zu Mahlzeiten trafen.

Von unserem Korrespondenten aus Nazareth.

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