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Gepostet on 6 Mrz 2017 in Aktuelles aus der Diözese, Diözese, Neuigkeiten des Ordens, Orden vom Heiligen Grab, Projekte

Die unvergessliche Erfahrung von Mitgliedern des Ritterordens, die im Heiligen Land dienten

Die unvergessliche Erfahrung von Mitgliedern des Ritterordens, die im Heiligen Land dienten

 

INTERVIEW –  Henrique und Carola Abreu, Ritter und Dame des Heiligen Grabs, dienten drei Jahre im Heiligen Land. In diesem Interview erläutern beide ihre profunde Motivation für diese Aufgabe und die Herausforderungen während jener Jahre. Sie sprechen auch über einige konkrete Möglichkeiten, wie die lokalen christlichen Gemeinden unterstützt werden können.

Wann und wie kamen Sie im Heiligen Land an? Warum entschieden Sie sich, diese Zeit Ihres Lebens der Ortskirche zu widmen?

Wir kamen im Jänner 2014 in Jerusalem an.

Nach dem Besuch und der spirituellen Botschaft des Heiligen Vaters in Brasilien 2013 fühlten wir uns beide von seiner Predigt über Nächstenliebe und Liebe inspiriert. Wir kannten das Heilige Land von unseren früheren jährlichen Besuchen im Patriarchat und bei den christlichen Gemeinden.

Dieser Ruf ließ uns die notwendigen Vorbereitungen treffen und drei Sabbatical Jahre als Volontäre planen. Wir legten unsere persönlichen und beruflichen Erfahrungen in Gottes Hände und unseren Wunsch, den Bedürfnissen der Mutterkirche und der lokalen Gemeinden zu dienen, sodass Er entscheiden konnte, wie wir sie am besten für unsere Kirche einsetzen können.

Welches war Ihre tiefe Motivation während jener drei Jahre?

Die Motivation in unserem Leben war immer, anderen zu dienen, auf jede Weise, die uns möglich ist. Im Heiligen Land war es nicht anders. Wir standen jeden Tag mit derselben Energie und Freude auf, ins Büro zu gehen, die Pfarren zu besuchen, in entfernter liegende Dörfer zu fahren. Unsre Motivation wurde gestärkt von dem Glück und dem Lächeln in den Gesichtern der Kinder, Priester oder Pfarrangehörigen; wenn wir etwas tun konnten, das das Leben der Gemeinden fördert und beeinflusst.

Wir arbeiteten Seite an Seite mit einem unglaublichen Team von Experten im Lateinischen Patriarchat, die uns wie in eine Familie aufgenommen haben, und wir sind sehr stolz, mit ihnen zusammengearbeitet zu haben.

Was war der Hauptgrund Ihrer Mission?

Am Anfang lebten wir im Dorf Taybeh. Dort unterstützten wir die Pfarraktivitäten, die Schule, die Sommercamps, die Jugendprogramme, Pilgergruppen und einige Rehabilitationsprojekte für die Pfarre. Carola war mehr dabei involviert, im Altersheim Beit Afram den täglichen Bedürfnisse und der Betreuung der Bewohner zu dienen.

Erst später erkannten wir, dass diese Zeit tatsächlich eine Vorbereitung für eine größere Aufgabe in der Kirche war. Taybeh war unsere Schule. Wir lernten, wie eine Pfarre funktioniert, wir sahen vor Ort die realen Bedürfnisse unserer Christen in Palästina, wir hörten uns ihre Geschichten, Probleme, Bemühungen an und waren einfach ein Teil ihres Lebens.

Nach einem Jahr zogen wir nach Jerusalem und begannen eine neue Aufgabe. Die Aufgabe war es, den Generaladministrator bei der Restrukturierung der Projektabteilung im Patriarchat zu unterstützen. Die Erfahrungen aus Taybeh halfen uns sehr, weil wir nun für 55 Pfarren in den vier Gebieten der Diözese zuständig waren.

Meine Aufgabe war es, mich auf die Errichtung der Abteilung zu konzentrieren, das richtige Team für das Büro zusammenzustellen, alle Pfarren zu besuchen, um ihre Bedürfnisse zu erheben und so gut wie möglich unseren internen und externen Mitarbeiterstab zu unterstützen genauso wie unsere Gönner. Carola übersetzte für das Medienbüro, unterstützte unsere Projektentwicklungsarbeit und half dem Kanzler und der Generaladministration bei administrativen Aufgaben. Wir spürten, dass Unser Herr Seite an Seite mit uns arbeitete, und wir erlebten einige konkrete Zeichen und Bestätigungen in diesen drei Jahren.

Welche Projekte waren die herausforderndsten?

Es ist schwer zu sagen dieses oder jenes. Alle waren wichtig. Jedes Projekt war das wichtigste Projekt für die jeweilige Pfarre, und wir versuchten, unsere Priester und Gemeinden das spüren zu lassen.

Wo die Hilfe in dieser Zeit vielleicht am notwendigsten war, war in Gaza und mit den irakischen Flüchtlingen in Jordanien. Bei unserer Ankunft waren diese beiden Gruppen die verwundbarsten: Gaza stand 2014 am Ende des Konfliktes, und die irakischen christlichen Flüchtlinge lebten in Containern und improvisierten Pfarrhallen. Wir wussten, dass wir auf diese Bedürfnisse sofort reagieren müssen und humanitäre Unterstützung entscheidend war.

In wie fern stand Ihre Aufgabe in Beziehung zu Ihrer Zugehörigkeit zum Ritterorden vom Heiligen Grab?

Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem geht Seite an Seite mit dem Lateinischen Patriarchat als lebenslanger Begleiter und Unterstützer der Mutterkirche im Heiligen Land.

Als Mitglieder des Ordens vom Heiligen Grab war uns unsere Aufgabe und Verantwortung gegenüber dem Lateinischen Patriarchat und den Christen im Heiligen Land sehr wohl bewusst. Was wir nicht wussten, war, dass sich unser Leben für immer verändern würde.

Mit dieser Gesinnung kamen wir in dieses Land, um herauszufinden, wie wir das Leben anderer verbessern könnten, wie wir Trost und mehr Würde jenen geben könnten, die am meisten leiden, ob sie christliche Flüchtlinge in Jordanien sind, eine arme Familie in Gaza oder Kinder mit besonderen Bedürfnissen, die in einem unserer Häuser leben.

Unser Glaube sagt uns, dass die gegenseitige Liebe die treibende Kraft in unserer gemeinsamen Mission mit dem Ritterorden und dem Patriarchat sein sollte. Wir sollen uns um andere kümmern, wir sollen leben, um anderen zu dienen und die zu schützen, die sich selbst nicht schützen können.

Wir spürten wirklich, dass es keine größere Ehre und kein größeres Privileg für einen Ritter sein kann als in das Heilige Land zu gehen, so wie es unsere Vorfahren machten, und Hoffnung und Frieden zu bringen, indem man Bedürftigen dient.

Der Kontext, in dem Christen im Heiligen Land leben, ist schwierig und oft schmerzlich. Wie können wir den Christen des Heiligen Landes konkret helfen?

Zweifellos können wir sagen, dass diese drei Jahre die vielleicht intensivsten unseres Berufslebens waren. Wir konnten die Bedürfnisse und die Verschiedenheit in unsere Diözese sehen. Jedes der vier Gebiete, die zum Patriarchat gehören, hat unterschiedliche Bedürfnisse, abhängig von den jeweiligen geographischen und politischen Situationen, der Bevölkerung und der Pfarrinfrastruktur.

Unsere christlichen Gläubigen und Gemeinden haben jedoch einige gemeinsame Bedürfnisse und Perspektiven. Sie möchten in ihrem eigenen Land in Frieden und mit Würde leben. Sie brauchen die gleiche spirituelle Unterstützung, Zugang zu guter Bildung, Berufsmöglichkeiten, Wohnprojekte und die Möglichkeit, eine Familie zu gründen, damit sie im Heiligen Land bleiben.

Das alles ist nicht anders als in unseren Ländern mit dem grundlegenden Lebenszyklus: Religion/Glaube/Frieden/Bildung/Beruf/Heim/Familie.

Die Christen im Heiligen Land können auf verschiedene Weise unterstützt werden, und die wichtigste ist Solidarität mit ihnen durch unser Gebet. Die spirituelle Verbindung mit ihnen ist essentiell für die anderen Wege und Mittel.

Man kann durch den Besuch des Heiligen Landes und die Teilnahme an einer christlichen Pilgerreise unterstützen. Auf diese Weise, durch den Besuch, kann man den Lebenden Steinen mit Arbeitsmöglichkeiten einer ganzen Reihe von Dienstleistungen helfen: Fremdenführer, Hotels, Fahrer, Handwerker, heilige Stätten, etc.

Als Volontäre im Dienst der Gemeinden in den Pfarren oder bei Projekten, durch Anbieten von Unterstützung, Zuneigung, und direkte Sorge für unsere Brüder und Schwestern.

Schließlich durch die Unterstützung der Projekte, die vom Lateinischen Patriarchat in Jerusalem und vom Ritterorden vom Heiligen Grab angeboten werden, weil diese in verschiedene Bereichen in die Gemeinden hinauswirken: humanitäre Unterstützung, pastoral, sozial, Entwicklung, Gesundheit, Berufe schaffen und Unterkünfte für christliche Familien.

Abschließend zu unserer Mission müssen wir sagen, dass wir glauben, viel mehr empfangen zu haben als wir geben konnten. Daher bleiben wir mit unserer Familie im Heiligen Land im Gebet verbunden und sind auf immer dankbar für all die unendlichen Segnungen und Erfahrungen, die wir vom Land Jesu erhalten haben.

Henrique Abreu, Ritter vom Heiligen Grab und Carola Abreu, Ordensdame

Interview von Myriam Ambroselli

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