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Gepostet on 2 Mrz 2017 in Kirche, Kultur, Politik und Gesellschaft, Slide, Stimme des Heiligen Vaters, World News

Papst Franziskus weihte die Ikone von Christus dem Erlöser, die in Bethlehem hergestellt wurde

Papst Franziskus weihte die Ikone von Christus dem Erlöser, die in Bethlehem hergestellt wurde

 

ROM/BETHLEHEM – Am Sonntag, den 26. Februar 2017, besuchte Papst Franziskus die Kirche Allerheiligen, um das 200 Jahr Jubiläum der Anwesenheit der Anglikaner in Rom zu feiern. Dieser Besuch war das erste Treffen eines Papstes mit der anglikanischen Pfarre in seiner Diözese, und es wurde eine Ikone von Christus dem Erlöser geweiht, die im Bethlehem Ikonen Zentrum (BIC) hergestellt wurde.

Vom Kirchenvorsteher der Kirche Allerheiligen Hrn. James Hadley in Auftrag gegeben und von Ian Knowles, dem Direktor des Bethlehem Ikonen Zentrums hergestellt, wurde die Ikone von Christus der Erlöser von einer Ikone von Christus König der Herrlichkeit aus dem 6. Jahrhundert inspiriert, die im Lateranpalast in Rom hängt. Die Legende erzählt, dass diese Ikone, die als „nicht von Menschenhand gemacht“ oder Acheropita bezeichnet wird, vom Hl. Lukas und von Engeln geschrieben wurde.

„Angeblich eine wundersame Ikone! Wann immer Rom in Bedrängnis war, besonders in den frühen Jahrhunderten, ist der Papst barfuß das Bild tragend eine Prozession gegangen“, sagte Ian Knowles

Gemäß dem Buch der Päpste pflegte Papst Stefan II die Acheropita auf seinen Schultern zu tragen, um die Angriffe der Lombarden abzuwehren. Die Ikone wurde auch in Straßenprozessionen zu Anlässen wie Verkündigung, Tod oder Geburt Mariens verwendet.

Eine weitere Inspiration für die Ikone war der Buchillustrator Matthäus von Paris, ein Benediktinermönch aus dem 13. Jahrhundert, dessen Bild Christus Pantokrator in seiner Handschrift Chronica Majora gefunden werden kann.

Der Prozess des Schreibens der Ikone Christus der Erlöser dauerte zehn Tage bis zur Fertigstellung. „Es gab keinen Tag, an dem ich nicht malen konnte. Es gab keinen Tag, an dem ich um meine Motivation ringen musste. Ich wurde wirklich getragen! Es war ganz außerordentlich!“, sagte Ian mit dem Ausdruck des Erstaunens im Gesicht.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Bethlehem Ikonen Zentrum ein beachtetes Werk geschaffen hat. Vergangenes Jahr wurden zwei Ikonen, die die Verkündigungsszene darstellen, in der Lichfield Kathedrale in England hergestellt und aufgehängt. „Die Herstellung dieser Ikone, die sehr prominent in der Kirche sein wird, ist ein dauerndes Zeugnis der Annäherung zwischen der katholischen und der anglikanischen Kirche“, stellte Ian fest.

Der Besuch von Papst Franziskus, der als historisch gefeiert wird, vereinte nicht nur anglikanische, sondern auch orthodoxe christliche Führer. „Die Tatsache, dass das ökumenisch ist, ist sehr wichtig“, sagte Ian. „Wir sind eine ökumenische Gemeinschaft. Als mir Bischof Zerey anlässlich der Eröffnung des Zentrums schrieb, sagte er mir, dass wir echte Ökumene betreiben. Für mich ist das ein sehr wichtiges Dokument. Der Bischof fordert uns zu unserem Charisma auf, dazu, was wir in der Kirche sein sollen. Dieses ökumenische Element beweist sich als sehr wichtig.“

Geschenke werden ausgetauscht

Die Geste des gegenseitigen Beschenkens zwischen dem Papst und den anglikanischen Führern war immer auch wichtig bei ihren Treffen. 1966, kurz nach der Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung, gab Papst Paul VI seinen Bischofsring an Erzbischof Michael Ramsey von Canterbury. Fünfzig Jahre später und zur Erinnerung an diese Begegnung gab Papst Franziskus dem Erzbischof von Canterbury, Dr. Justin Welby, eine Replik des Bischofsstabes von Gregor dem Großen, was der Heilige Stuhl für „ein feines Symbol der profunden ökumenischen Bedeutung dieses Treffens“ hält und für „ein gemeinsames Symbol unseres Weges miteinander zu Einheit und Mission.“

Dr. Justin Welby schenkte dafür seiner Heiligkeit ein Pektorale aus Nägeln, ein Symbol ihrer Partnerschaft in der Arbeit der Versöhnung.

Dieses Mal bietet das Bethlehem Ikonen Zentrum eine Geste, obwohl in Auftrag gegeben und kein Geschenk, die ein ökumenisches Zeichen repräsentiert, das die Annäherung zwischen Katholiken und Anglikanern – stärker als Worte – symbolisiert.

Saher Kawas

Fotos:©AP

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