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Gepostet on 3 Feb 2017 in Aktuelles aus der Diözese, Dialog, Diözese, Ökumenismus, Slide

Gebet für die Einheit der Christen in Jerusalem: Christen dürsten nach Versöhnung

Gebet für die Einheit der Christen in Jerusalem: Christen dürsten nach Versöhnung

 

JERUSALEM – Von 19. bis 29. Januar versammelten sich die Christen in Jerusalem zum gemeinsamen Gebet und zeigten ihren Wunsch, sich um Christus zu scharen. Daher empfing jeden Tag eine Kirche der Heiligen Stadt die Gläubigen und die Vertreter jeder Konfession und jedes Ritus.

Auch dieses Jahr folgten wieder viele Gläubige dem Ruf nach Einheit. In Jerusalem beginnt die Gebetswoche für die Einheit der Christen traditionell nach dem 19. Januar, dem Datum des Weihnachtsfestes der Armenischen Kirche, nur wenige Tage nach der offiziellen, symbolisch eingeführten Einheitswoche der Christen vom 18. Januar, dem Fest Kathedra Petri (Petri Stuhlfeier) in Rom, bis zum 25. Januar, dem Fest der Bekehrung des Hl. Apostels Paulus.

Diese Tradition geht zurück ins letzte Jahrhundert, als 1908 der anglikanische Priester P. Paul Watson die amerikanischen Christen im Rahmen einer Oktav des Gebets um den Heiligen Stuhl in Rom vereinen wollte. Bis zu den 30er Jahren in Lyon wurde aus der „Oktav“ eine „Woche“, nach dem Wunsch des Abtes Paul Couturier, der die Initiative alle Christen ermöglichen wollte und nicht nur den Katholiken.

Wie das Kommuniqué des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen feststellt: „Die Liebe Christi fordert uns heraus zu beten, aber auch über unsere Gebete für die Einheit der Christen hinauszugehen. Kongregationen und Kirchen brauchen Gottes Geschenk der Versöhnung als einen Quell des Lebens“. Dieser Päpstliches Rat ist gemeinsam mit dem Weltrat der Kirchen ursprünglich eine internationale und interreligiöse Kommission, die sich jedes Jahr trifft, um die Gebetswoche für die Einheit der Christen vorzubereiten, jedes Mal ein neues Thema zu wählen, das oft ein Bibelzitat ist, ein Text aus der Hl. Schrift oder ein Wochengebet.

In diesem Jahr war es die Dringlichkeit der Versöhnung, die ins Zentrum der Woche gestellt wurde mit dem Thema. „Versöhnung: die Liebe Christi zwingt uns“ (2Kor5:14-20). Für die Protestanten bedeutet das Jahr 2017 das 500-Jahr Jubiläum der Reformation, die auf den Anschlag der 95 Thesen Luthers folgte. Diese maßgebliche Reformbewegung hat die Westlichen Kirchen grundlegend beeinflusst. Während des Gebets, das in der lutherischen Erlöserkirche stattfand, wurde der neue Bischof von Jerusalem, Ibrahim Azar von Bischof Munib Younan begleitet, dessen Predigt auf der Bibelstelle von der Bekehrung des Hl. Paulus basierte (Apostelgeschichte 9:1-19) und zur Einheit, besonders hier in Jerusalem, aufrief.

In Jerusalem, „der Stadt des Friedens“, die von Gewalt und Trennungen auseinandergerissen ist, ist diese Gebetswoche von einzigartiger Bedeutung. Die Stadt, die den Tod und die Auferstehung Jesu Christi bezeugt, ist ein Mosaik verschiedener christlicher Konfessionen. Vom Heiligen Grab zur Griechisch Katholischen Verkündigungskirche, zur Anglikanischen Georgskathedrale, der Armenischen Jakobskathedrale, der Lutherischen Erlöserkirche, der Lateinischen Erlöserkirche, dem Abendmahlsaal, der Orthodox-Koptischen Kirche zum Hl. Antonius bis zur Äthiopisch Orthodoxen Kirche konnten die Christen Momente der Versöhnung erleben. Jede Kirche empfing die Gläubigen gemäß ihrem eigenen Ritual, mit ihren eigenen traditionellen Gesängen: ein Chor armenischer Männer, lateinische Hymnen bei den Franziskanern, ein lutherischer Sopran, ein byzantinischer Chor, arabische Lieder, etc.

Im Zentrum jeder Feier stand der Friedensgruß. Andere symbolische Gesten markierten die verschiedenen Feiern: in der anglikanischen Georgskathedrale wurde zum Beispiel das Taufgelübde erneuert und das Entzünden der Kerze, ein Licht, das die Gläubigen aus den Händen der anwesenden Bischöfe empfingen.

Das Vaterunser, von jedem in seiner Sprache gebetet, war eines von acht fürsprechenden Gebeten. Auf diese Weise in ihrer Verschiedenheit vereint, drückten die Gläubigen ihr Bekenntnis zu Jesus Christus aus, „unsere Hoffnung und unsere Freude“, wie es in dem universalen Gebet heißt, das in der Lateinischen Erlöserkirche auf Arabisch, Italienisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch und Hebräisch gebetet wurde. Nach den Feiern waren die Gläubigen auch eingeladen, dieses brüderliche Teilen mit einem Glas der Freundschaft fortzusetzen, mit Brot und Wein.

Die Gebetswoche endete in der Griechisch-Katholischen Kirche am Sonntag, den 29. Januar. Der melkitische Bischof Joseph-Jules Zerey drängte die Gläubigen, weiterhin unermüdlich für die Einheit zu arbeiten: „damit Versöhnung und Einheit zwischen uns eine Quelle lebensspendenden Wassers bildet, die zu einem Süßwasserstrom wird, der den Durst der Welt nach dem Glauben an den lebendigen Gott löscht!“

Marie Rougevin-Baville

Titelbild:© Nadim Asfour

Fotos der Woche:

Samstag, 21. Januar: Anastasis (Grabeskirche), Golgotha – Griechisch-Orthodoxes Büro von „Apodeipnon“ (Komplet) ©Nadim Asfour

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Sonntag, 22. Januar: Anglikanische Georgskathedrale ©Nadim Asfour

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Montag, 23. Januar: Armenische Jakobuskathedrale © LPJ

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Dienstag, 24. Januar: Lutherische Erlöserkirche © LPJ

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Mittwoch, 25. Januar: Lateinische Erlöserpfarrkirche © LPJ

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Freitag, 27. Januar: Koptisch-Orthodoxe Antoniuskirche © LPJ

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Samstag, 28. Januar: Äthiopisch-Orthodoxe Kirche © LPJ

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Sonntag, 29. Januar: Griechisch-Katholische Verkündigungskirche © LPJ

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