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Gepostet on 10 Okt 2016 in Aktuelles aus der Diözese, Barmherzigkeit, Diözese, Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft, Projekte, Slide

Updates aus Gaza: ein tägliche Unterstützung für viele Projekte

Updates aus Gaza: ein tägliche Unterstützung für viele Projekte

 

GAZA – Interview mit Sami El-Yousef, dem Regionaldirektor der Katholischen Nahost Wohlfahrtsvereinigung für Palästina und Israel

Sami El-Yousef, Sie sind der Regionaldirektor von CNEWA –Päpstliche Mission in Jerusalem. Können Sie uns mehr über die Geschichte dieser Organisation und ihrer jetzigen Aktionen im Heiligen Land erzählen?

Die Mission wurde im Jahr 1949 von Papst Pius XII als vorübergehende Mission zur Hilfe des palästinensischen Volkes gegründet, 750.000 von ihnen wurden mit der Gründung Israels 1948 Flüchtlinge. Von Bedeutung ist, dass 30% aller Christen des Heiligen Landes damals Flüchtlinge wurden. In den ersten 20 Jahren war die Mission hauptsächlich damit beschäftigt, humanitäre Hilfe und Güter zu verteilen. Danach und als klar wurde, dass das Flüchtlingsthema ein Langzeitprojekt wird, wurde das Mandat ausgedehnt, um eine nachhaltigere Unterstützung zu gewährleisten, und daher konzentrierte man sich darauf, den Ortskirchen dabei zu helfen, die Gemeinden zu unterstützen, hauptsächlich im Bereich Bildung, Gesundheit und soziale Dienste. Pastorale Unterstützung durch die Ortskirchen spielt immer noch eine wesentliche Rolle.

Weil Rom 1949 nicht die Möglichkeit hatte, die Mission direkt zu verwalten und weil ein Großteil der anfänglichen finanziellen Unterstützung aus Nordamerika kam, wurde eine andere päpstliche Agentur, die 1926 als Hilfe für die Orientalischen Kirchen im Osten gegründete Katholische Nahost Wohlfahrtsvereinigung (CNEWA) gebeten, die Päpstliche Mission zu verwalten. Diese Verwaltungsstruktur besteht bis heute, wo die beiden Institutionen zusammen unter dem gemeinsamen Namen CNEWA-Päpstliche Mission verwaltet werden; der Präsident der Pontifikalmission ist gleichzeitig der Generalsekretär von CNEWA. Wir arbeiten in drei Büros im Mittleren Osten, das Büro in Jerusalem betreut Israel und Palästina, das Büro in Amman Jordanien und den Irak; und das Büro in Beirut betreut den Libanon, Syrien und Ägypten.

Vergangenen Monat waren Sie in Gaza. Wie ist dort die Situation und was macht PMP (Päpstliche Mission für Palästina) zur Unterstützung der Bevölkerung, vor allem was die Schaffung von Arbeitsplätzen betrifft?

Ich bin wirklich ein häufiger Besucher von Gaza, weil ich, seit ich für die Mission arbeite, seit 2009, beständig circa sechsmal im Jahr dort bin. Unsere Arbeit ist auf Gaza konzentriert, wir unterstützen die Gemeinde im Allgemeinen ohne Unterschied von Religion, Farbe, Rasse oder Geschlecht. Diese Arbeit geschieht mit Hilfe einer Reihe von Partnern in Gaza inklusive der Lateinischen Pfarre und ihrer Einrichtungen, wie der Schule der Heiligen Familie, der Schule des Lateinischen Patriarchats und anderer Unternehmungen der Schwestern vom Fleisch gewordenen Wort; zu unseren Partnern gehört auch das Ahli Arab Spital, das einzige christliche Spital in Gaza; die Kliniken und Berufsbildungszentren des „Near East Council of Churches“; die Rosenkranzschwestern; die „Young Men’s Christian Association(YMCA)“, neben anderen. Die verschiedenen Arten der Unterstützung umfassten humanitäre Hilfe während des Kriegs, Renovierung von Gebäuden, Ausrüstung und Mobiliar, wo notwendig, programmatische Unterstützung wie Ernährungsprogramme und psycho-soziale Hilfe, Stipendienunterstützung, Unterstützung des Jugendsektors, Pastoralprogramme, Kapazitäten aufbauen und Arbeitsplätze schaffen. Ein „Star“ Programm wird bald gestartet, das 16 arbeitslosen christlichen Jugendlichen 12 Monate lang Beschäftigung in einer unserer Partnerorganisationen gibt. Das wird unserer christlichen Jugend zweifellos helfen, Erfahrung zu sammeln und gleichzeitig das so notwendige Einkommen zu erhalten. Es ist wichtig zu erwähnen, dass die Arbeitslosenrate in Gaza 45% beträgt, die höchste auf der Welt.

Sie haben vor kurzem die Heilig Land Kommission des Ritterordens vom Heiligen Grab getroffen, wie ist die Beziehung zwischen CNEWA-PMP und den Rittern und Damen des Ordens, vor allem, was die Unterstützung der Projekte durch ROACO(Riunione delle Opere di Aiuto alle Chiese Orientali) betrifft? In Ihrem letzten Bericht aus Gaza erwähnten Sie zum Beispiel, dass die Rosenkranzschwestern, deren Renovierungsarbeiten eines der Projekte des Ordens sind, von ROACO finanziell unterstützt werden. Können Sie uns etwas mehr erzählen?

Wir haben eine außerordentlich wunderbare Beziehung zum Orden, der uns unterstützt. Ein Beispiel ist die Unterstützung der Renovierungsarbeiten am St. Louis Spital in Jerusalem. In diesen Fällen ist es unsere Aufgabe, eine geeignete Implementierung des Projekts sicherzustellen, eine gründliche finanzielle Verwaltung, regelmäßige Kontrolle und Evaluierung, und eventuell Finanz- und Dokumentationsberichte zu erstellen. Wir koordinieren auch die Zusammenarbeit mit lokalen katholischen Hilfsorganisationen, um eine effiziente Verteilung der Projekte sicherzustellen und Doppelfinanzierungen zu vermeiden. Unsere größte Koordinationsarbeit war während des letzten Gaza-Kriegs 2014, wo Organisationen, die sich aktiv in Gaza engagieren, ihre Hilfeleistungen koordinierten, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse all unserer Partner und der christlichen Gemeinden ausreichend bedient wurden. Angenommen, dass einige Unterstützung auch von Agenturen außerhalb der ROACO kommt, dann wird unsere Aufgabe in solchen Fällen noch kritischer, um geeignete finanzielle Hilfe sicherzustellen. CNEWA ist Gründungsmitglied von ROACO und ist von Anfang an stark involviert und unterhält herzliche Arbeitsbeziehungen mit allen Mitgliedern.

Was den Fall der Rosenkranzschwestern in Gaza angeht, haben wir die Schule ständig während der vergangenen 7 Jahre mit Förderungen unterstützt, die Quellen dieser finanziellen Hilfen kamen aus der ganzen Welt. Daher ist die Entwicklung enger Arbeitsbeziehungen mit lokalen Wohltätigkeitseinrichtungen nicht nur bedeutend für die geeignete Implementierung eines speziellen Projekts, sondern wir sind auch Partner bei der Erhebung von Bedürfnissen, beim Suchen geeigneter Finanzierungsquellen zur Abdeckung der Bedürfnisse. Die Beziehung wird so eng und offen, dass wir ständig auf neue Bedürfnisse und Finanzierungsquellen verweisen, sogar wenn manche Finanzierung an die Schule direkt geht.

Das Groß-Magisterium hat einige unserer Programme unterstützt, besonders unser Jugendentwicklungsprogramm während der vergangenen 6 Jahre, in dem über 40 Jugendeinrichtungen mit Fördermitteln unterstützt wurden, die ihre Kapazitäten steigerten, ihre physischen Möglichkeiten verbesserten und einen Teil ihrer Ausgaben für Aktivitäten abdeckten. Sie haben auch während des Krieges und der Krise besonders benötigte Hilfsgüter zur Verfügung gestellt, die nicht nur die christlichen Gemeinden während des Krieges unterstützten, sondern auch anderen Einrichtungen halfen, ihre Dienste der gesamten Gemeinde zur Verfügung zu stellen, immer unter dem Aspekt der christlichen Werte.

Offizielle Website des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem

Übersetzung des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem

Fotos: ©Andres Bergamini