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Gepostet on 6 Jun 2016 in Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft, Slide

Der finnische Außenminister besucht das Lateinische Patriarchat in Jerusalem

Der finnische Außenminister besucht das Lateinische Patriarchat in Jerusalem

 

JERUSALEM – Im Rahmen eines offiziellen dreitägigen Besuches in Israel und im besetzten Palästinensergebiet von Mittwoch, 1. bis Freitag, 3. Juni traf der Außenminister von Finnland am Donnerstag, den 2. Juni 2016, Bischof Shomali, Patriarchalvikar von Jerusalem.

Im Zentrum des Besuchs in der Region standen die bilateralen Beziehungen israelischer und palästinensischer Führer mit Finnland, der Friedensprozess und die regionale Situation im Mittleren Osten.

Am Donnerstag traf Herr Soini seinen palästinensischen Amtskollegen, Außenminister Riyad al-Malki in Ramallah. In einer gemeinsamen Erklärung, die den stagnierenden Friedensprozess betrifft, hoffen die zwei Minister, dass die französische Initiative, die am 3. Juni in Paris stattgefunden hat und die von Finnland unterstützt wird, dass „die Zwei-Staaten-Lösung neu bestätigt wird“ in der Hoffnung, die Besetzung zu beenden und den Weg zur Errichtung eines Palästinenserstaates zu ebnen.

Während seines Treffens mit Bischof Shomali im Lateinischen Patriarchat erkundigte sich der Außenminister von Finnland nach der Situation der Christen und ihrem täglichen Leben im Heiligen Land. Obwohl die arabischen Christen nur 2 – 3% der Bevölkerung ausmachen, „genießen sie relative Freiheit der Religion und ihrer Ausübung“, sagte der Bischof. Der Patriarchalvikar wies aber auch auf die wachsende Zahl der Hebräisch sprechenden Katholischen Gemeinden in Israel hin.

Herr Soini betonte, dass die Israelis und Palästinenser einander zuhören müssen, um zu einem Friedensprozess zu gelangen. „Ein echter Dialog ist nicht möglich, wenn wir zwei Monologen zuhören“, betonte Herr Soini. „Wenn wir wirklich Frieden wollen, müssen wir in dieser Hinsicht besser werden, weil wir das den zukünftigen Generationen schulden.

Unter Bezug auf den Besuch des Französischen Premierminister Manuel Valls am 23. Mai 2016, der die französische Initiative mit dem lateinischen Patriarchen Fouad Twal besprach, hoffte Bischof Shomali, dass „die französische Initiative fruchtbar sein werde. Premierminister Manuel Valls, der vor zwei Wochen hier auf Ihrem Platz saß, kam, um über diese Initiative zu sprechen, und ich hoffe, dass Israel kooperieren wird bei der Schaffung einer Zwei-Staaten-Lösung, denn es ist die einzig mögliche Lösung.“ Der Patriarchalvikar bat den finnischen Außenminister, dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu, den er am Donnerstagabend treffen werde, eine Botschaft zu überbringen. In seiner Botschaft sagte er, dass „Israel seine Sicherheit ohne Realisierung einer Zwei-Staaten-Lösung nicht garantieren könne“.

Herr Soini sprach auch die Bedeutung und wichtige Rolle an, die die Erziehung im Fortschritt eines Landes spielt. „In unserem Bildungssystem in Finnland konzentrieren wir uns auf die Bildung und Förderung von Mädchen und Frauen. Eine Nation, die sich in diesem Punkt nicht bemüht, verliert die Hälfte des Potenzials seines Landes“.

Er lobte auch die gute Qualität des christlichen Schulsystems im Heiligen Land. Bischof Shomali antwortete: „Christliche Schulen sind unter den besten, in Israel genauso wie in Palästina und Jordanien, wo christliche und muslimische Studenten qualifizierte Bildung genießen.“ Er fügte hinzu, dass diese Schulen jetzt eine Stunde pro Woche dazu verwendeten, die gemeinsamen Werte beider Religionen zu Themen wie Fasten, Nächstenliebe und Gerechtigkeit zu diskutieren. Und er sagte auch, dass an der Universität Bethlehem, einer katholischen Einrichtung, die von den Schulbrüdern gegründet wurde, den Studenten einer theologischer Kurs angeboten werde, in dem sie ein ganzes Semester lang über das Christentum und den Islam lernen.

Saher Kawas

Fotos:©LPJ/Thomas Charrière

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