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Gepostet on 18 Mai 2016 in Liturgisches Leben, Patriarch, Sakramente, Gelübde, Weihe, Slide

Patriarch Fouad Twal: „Die Kirche von Jerusalem wurde aus dem Herabkommen des Heiligen Geistes geboren!“

Patriarch Fouad Twal: „Die Kirche von Jerusalem wurde aus dem Herabkommen des Heiligen Geistes geboren!“

 

JERUSALEM – Sonntag, 15. Mai 2016, der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, zelebrierte den festlichen Pfingstgottesdienst in Anwesenheit vieler Gläubiger in der Benediktinerabtei Dormitio, wenige Meter entfernt vom Abendmahlsaal am Berg Zion.

Wenige Meter entfernt vom Obergemach, in dem Christus das Letzte Abendmahl feierte und in dem die Apostel am Pfingsttag den heiligen Geist empfingen, steht die Dormitio-Abtei, die an die Himmelfahrt der Jungfrau Maria erinnert. Hier, in der Nähe des Abendmahlsaales, feiert die Kirche von Jerusalem traditionsgemäß den Pfingstgottesdienst. Das Obergemach jedoch, das der erste Franziskanerkonvent des Heiligen Landes war, ist eigentlich für christliche Gottesdienste seit 1523 geschlossen, dem Datum, an dem die Ottomanen die Franziskaner vertrieben haben. Die Franziskaner haben das Recht, zwei Gottesdienste pro Jahr zu feiern: den Ritus der Fußwaschung am Gründonnerstag, und die zweite Pfingstvesper, die gestern Abend gefeiert wurde.

In der Benediktiner Dormitio-Abtei, ganz in der Nähe gelegen, erinnerte der Patriarch, der von vielen Priestern, Ordensleuten, Gläubigen und Pilgern umgeben war, an das Herabkommen des Heiligen Geistes als „die Zeit der Geburt der Kirche“. „Die Kirche“, betonte der Patriarch in seiner Predigt, „als eine Familie, ist geboren aus dem Heiligen Geist, der unendlichen Barmherzigkeit Gottes.“

Angesichts der Schwierigkeiten, die die Christen im Heiligen Land haben, drängte der Patriarch die Gläubigen, am Glauben festzuhalten und nicht der Entmutigung nachzugeben. Er erinnerte daran, dass vor zwei Jahren das „Gebet für den Frieden“ stattfand, das auf eine Initiative von Papst Franziskus zwischen den Präsidenten Abbas und Peres in den Vatikanischen Gärten zum Pfingstfest organisiert wurde. Am Ende des Gebetes pflanzten der Papst und die zwei Präsidenten gemeinsam einen Olivenbaum. „Es war ein wunderschöner Traum…ein bisschen romantisch“, bemerkte der Patriarch und fügte hinzu: „Heute werden Hunderte von alten Olivenbäumen in Cremisan ausgerissen, und mit dieser endlosen Spirale der Gewalt und des Hasses konfrontiert, die Tod und Zerstörung verursacht, worauf können wir noch hoffen?“ Dennoch lud Seine Seligkeit die Gläubigen ein, hinter die traurigen Drehungen und Wendungen in den Nachrichten zu schauen. „Der in Rom gepflanzte Olivenbaum wächst wie die Gnade in den Herzen der Menschen weiter, langsam, aber sicher im Schatten der Kuppel des Petersdomes: ein prophetischer Same eines Gottes, der eines Tages alles in Ihm verwandeln wird.“

Abschließend teilte der Patriarch seine „Hoffnung“: „Möge die Mutterkirche Gottes Barmherzigkeit empfangen und weitergeben und so der Nährboden für eine Erneuerung der Versöhnung zwischen den Völkern werden!“

Während des Gottesdienstes empfingen zwei junge Französinnen die Firmung aus der Hand des Patriarchen. Die beiden Mädchen wurden dafür von der Gemeinschaft der Seligpreisungen in Emmaus-Nicopolis vorbereitet.

Am Ende der Feier regnete es Rosenblüten, um das Herabkommen des Heiligen Geistes auf die Gläubigen zu symbolisieren gemäß einer alten Tradition des Pfingstfestes, auch bekannt als das „Ostern der Rosen“. Die Gewölbe einiger Kirchen, wie auch die Dormitio in Jerusalem, haben noch eine Luke, die „der Durchlass des Heiligen Geistes“ genannt wird, eine besonders gestaltete Öffnung, durch die zu Pfingsten Blütenblätter oder sogar Tauben in den Kirchenraum gelangen können.

Myriam Ambroselli

Fotos: ©LPJ/ Thomas Charriere

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