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Gepostet on 11 Mai 2016 in Dialog, Interreligiöser Dialog, Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft, Slide

Der Israelische Präsident überbringt den Kirchen in Jerusalem Ostergrüße

Der Israelische Präsident überbringt den Kirchen in Jerusalem Ostergrüße

 

Jerusalem – Am Montag, den 9. Mai 2016 besuchte der Israelische Präsident Reuven Rivlin das Armenische Patriarchat, um der christlichen Gemeinde im Heiligen Land, repräsentiert durch die verschiedenen Kirchenführer in Jerusalem, Ostergrüße zu überbringen. In seiner Ansprache drängte der Lateinische Patriarch, Fouad Twal, die israelische Regierung, ihre Verpflichtungen einzuhalten, besonders den christlichen Schulen in Israel gegenüber.

Vor einem Jahr überraschte Präsident Rivlin mit traditionellen Ostergrüßen im Griechisch-Orthodoxen Patriarchat. Heuer besuchte er das Armenische Patriarchat, um seinen Wünschen und dem Wohlwollen christlichen Gemeinden im Heiligen Land gegenüber Ausdruck zu verleihen. Alle Kirchenführer kamen aus diesem Anlass zusammen.

Bei dem Treffen gab es vier Ansprachen. Die der drei Patriarchen – Armenisch, Griechisch-Orthodox und Lateinisch – und die des Israelischen Präsidenten. Alle betonten den universalen und einzigartigen, heiligen Charakter von Jerusalem.

In seiner in Englisch gehaltenen Ansprache rief der Lateinische Patriarch jeden dazu auf, mutig eine Gesellschaft des Friedens zu bauen: „In dieser Region, wo Mauern eine Gemeinde von der anderen trennen, müssen wir den Mut haben, unsere Tore und Herzen allen zu öffnen, ungeachtet ihrer Religion, ihres Geschlechts oder ihrer Nationalität.“ Der Patriarch anerkannte die „profunde Sensibilität (des Präsidenten) für Gerechtigkeit und Gleichheit“, während er sich zu sehen wünschte, dass „die Regierung von Israel erkennen möge, dass es kein Vorteil sei, die christlichen Bürger, Kirchenführer und ihre Anliegen zu ignorieren“, und fügte hinzu, „eine größere Bereitschaft, ihnen zuzuhören, als sie das jetzt tut, würde die guten Beziehungen sehr fördern.“

Danach bat der Lateinische Patriarch den Israelischen Präsidenten dringend, sich für die Sache der christlichen Schulen einzusetzen:Ich wünsche mir auch, dass das Erziehungsministerium den Beitrag, den die christlichen Schulen für die israelische Gesellschaft leisten, stärker berücksichtigt. Und besonders wünsche ich mir, dass das Erziehungsministerium das Versprechen erfüllt, als es unseren Schulen 50 Millionen ILS für das Beenden des Streiks versprach, was bis heute ein unerfülltes Versprechen geblieben ist.“ Abschließend erinnerte der Patriarch an die Bedeutung und den Wert der Erziehung für die Jugend in einer schwierigen Gesellschaft, die zu Gewalt neigt. Er drückte dem Präsidenten seine tiefe Wertschätzung aus für alle seine verschiedenen Initiativen, die die christliche Gemeinde betreffen, inklusive des Treffens bei der Brotvermehrungskirche in Tabgha, dem Opfer eines Brandanschlags im August 2015.

In seiner Rede, die das Treffen abrundete, erinnerte Präsident Rivlin alle an Jerusalems Berufung, „die Stadt des Friedens“ zu sein, und betonte die Bedeutung des Respekts für Religionsfreiheit im Land. Der Israelische Präsident wies auch hin auf den gepeinigten Mittleren Osten und die Situation der Gläubigen in der syrischen Stadt Aleppo, in der der Armenische Patriarch Nourhan Manougian geboren wurde.

Myriam Ambroselli