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Gepostet on 13 Apr 2016 in Kultur, Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft, Slide

Was ist das Schicksal der Ruinen der byzantinischen Kirche, die in Gaza gefunden wurden?

Was ist das Schicksal der Ruinen der byzantinischen Kirche, die in Gaza gefunden wurden?

 

GAZA – Während der Vorbereitungen zum Bau einer Shopping Mall fanden Bauarbeiter Reste einer byzantinischen Kirche, die auf das 4. oder 5. Jahrhundert n. Chr. zurückgeht. Nach dieser Entdeckung sind alle Augen auf das Schicksal dieser Ruinen gerichtet. Das lateinische Patriarchat in Jerusalem sendet einen Appell an die UNESCO und das Palästinensische Ministerium für Tourismus und Antiquitäten und an alle jene, die mit der Erhaltung der archäologischen Stätten in Gaza und nun mit dieser byzantinischen Kirche befasst sind, weil sie Teil und Geschick von Palästinas Geschichte ist.

Am Samstag, den 2. April 2016 entdeckten Arbeiter auf dem Palästinaplatz in Gaza Teile von Marmorsäulen mit korinthischen Kapitellen und einen 90 cm großen Grundstein, in den ein griechisches Kreuz eingraviert ist. Mr. Jamal Abu Rida, der Generaldirektor des Antiquitätenministeriums, sagte, „unser erster Gedanke ist es, dass es der Platz einer Kathedrale oder Kirche aus der byzantinischen Periode ist“. Er fügte hinzu, dass die Stücke aus dem 4. bis 7. Jahrhundert datieren.

Trotz dieser Entdeckung wurden die Bauarbeiten fortgesetzt, was zu viel Kritik durch Archäologen und christliche Byzantiner führte. In einem Interview, das die WAFA Nachrichtenagentur mit Frau Hiam Al-Bitar, der Direktorin für Museen und Antiquitäten im Tourismusministerium führte, sagte diese, dass es notwendig sei, über alle politischen Differenzen und Vorteile hinweg Kommunikationskanäle zu errichten, um unsere menschliche Geschichte präsentieren zu können, was im Interesse jedes Palästinensers und aller Freunde von Palästina sein muss“. Sie sandte auch einen Appell an die UNESCO mit der Bitte, bei der Konservierung und Rettung der archäologischen Funde im Gazastreifen zu helfen. Und sie wünschte sich, dass die Französische Biblische und Archäologische Schule von Jerusalem nach Gaza komme und sich diese Stätten anschaue.

Gaza ist die Geburtsstätte des Hl. Hilarius, des Gründervaters des palästinensischen Mönchtums, der im Jahr 329 n.Chr. das erste Kloster in Palästina zwischen Maimaus und Gaza erbaute. Heute ist der Ort bekannt als Tell Im-Amer südwestlich des Nuseirat Flüchtlingscamps. Das Kloster ist auch auf der Madaba Mosaikkarte eingezeichnet zusätzlich zu dem Bild einer Kirche mit dem Namen St. Viktor.

Heute ist das Kloster aus Mangel an finanziellen Ressourcen vom Untergang bedroht. Rene Halter, Archäologe der Französischen Biblischen und Archäologischen Schule von Jerusalem, sagte, dass sich das Kloster in einem kritischen Zustand befinde und dass es dringend notwendig sei, es zu retten, bevor es für immer verloren sei. 2012 wurde es in die Liste der 100 gefährdetsten Bauwerke des „World Monument Fund“ und in die temporäre Welt-Kulturerbe-Liste der UNESCO aufgenommen.

Gemäß historischer Quellen und archäologischer Funde gibt es mindestens 10 Klöster in Gaza, die auf die byzantinische Periode zurückgehen. Die Bewohner von Gaza haben über Jahrhunderte die antiken Stätten inklusive der Klöster als Quelle für Baumaterialien benutzt. Der schlechte Erhaltungszustand der Gebäudereste stellt eine große Herausforderung für die Archäologen dar, die versuchen, die Standorte der Klöster in Gaza zu identifizieren.

Saher Kawas

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