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Gepostet on 16 Mrz 2016 in Dialog, Interreligiöser Dialog, Jubiläum der Barmherzigkeit, Slide

Interreligiöse Konferenz: Barmherzigkeit ohne Grenzen

Interreligiöse Konferenz: Barmherzigkeit ohne Grenzen

 

Jerusalem – Im Rahmen des Jubiläumsjahres der Barmherzigkeit leitete Bischof William Shomali, Patriarchalvikar in Jerusalem, am Donnerstag, den 10. März 2016 ein Kolloquium unter dem Titel „Barmherzigkeit ohne Grenzen“, bei dem die Teilnehmer Präsentationen über Gottes Barmherzigkeit gaben, jeder in seiner Religion.

Das Ereignis mit dem Titel „Barmherzigkeit ohne Grenzen, die Feier von Gottes Barmherzigkeit im Judaismus, in der Christenheit und im Islam“ wurde von der päpstlichen Salesianer-Universität organisiert und von Bischof William Shomali geleitet. Drei religiöse Vertreter waren eingeladen, über Gottes Barmherzigkeit in ihren Religionen zu sprechen.

In seiner Eröffnungsrede zitierte Bischof Shomali Papst Franziskus zum Thema Barmherzigkeit. In Misericordia Vultus bekräftigt der Heilige Vater, dass die drei Religionen anerkennen, dass Barmherzigkeit eines von Gottes wichtigsten Attributen ist. „Es gibt einen Aspekt der Barmherzigkeit, der über die Grenzen der Kirche hinausgeht. Es verbindet uns mit dem Judaismus und dem Islam, die beide die Barmherzigkeit für eine von Gottes wichtigsten Eigenschaften halten.“ Der Papst betont auch die Bedeutung der Barmherzigkeit, um jede Form von Gewalt und Diskriminierung auszulöschen, ein Punkt, den Bischof Shomali für passend zur Region des Mittleren Ostens und des Heiligen Landes hält, wo Gewalt und Hass Mitleid und Barmherzigkeit verdrängt haben.

Der Patriarchalvikar sprach dann über die Herausforderungen, mit denen gläubige Menschen konfrontiert sind. Er betonte die Notwendigkeit, Barmherzigkeit mit Gerechtigkeit zu versöhnen, und meinte, dass sie von einer menschlichen Perspektive aus Gegensätze zu sein scheinen. „Mit unseren menschlichen Augen betrachtet ist es schwierig zu verstehen, dass Gott der barmherzigste und der gerechteste ist.“

Eine weitere Herausforderung liegt darin, junge Menschen zu lehren, dass sie anderen gegenüber barmherzig sind. „Wir wissen, dass die Erziehung eine wichtige Rolle spielt in der Begünstigung von Frieden oder Hass, von Barmherzigkeit oder Vergeltung. Auf einer positiven Ebene bieten die Religionen viele gemeinsame Werte, die erforscht und vertieft werden sollten“. Er setzte fort: „Wir müssen aus den Lehrplänen unserer Schulen alles das entfernen, was das Bild der Anderen verletzt oder zu ihrer Ablehnung und zum Ausschluss führt. Wir sollten ein neues Curriculum schaffen, in dem das Erlernen dieser gemeinsamen Werte verpflichtend wird.“

Zum Gespräch bei diesem Treffen eingeladen waren Qadi Iyad Zahalka, ein Richter am Shari’a Gericht in Jerusalem; Rabbi David Rosen, der Direktor für Interreligiöse Angelegenheiten der Amerikanisch-Jüdischen Gesellschaft, und Rev. Dr. Francesco G. Voltaggio, Rektor des Seminars Mutter des Erlösers. In seinen Worten über Gottes Barmherzigkeit im Islam betonte Qadi Iyad Zahalka, dass Barmherzigkeit der erste Name ist, den der Islam Allah gibt. Er sagte weiter, dass Barmherzigkeit ein Akt sei, den die Menschen zu nutzen aufgerufen sind, um ihre Beziehungen zu Gott und zueinander auf die Liebe hin auszurichten. Rabbi Rosen setzte fort und betonte, dass Gottes Barmherzigkeit seinem Volk gegenüber immer siegt über seinen Zorn und Rev. Voltaggio sprach darüber, wie Gottes Barmherzigkeit das Antlitz von Jesus Christus angenommen hat.

Nach jeder Präsentation wurde eine Diskussion abgehalten. Das Kolloquium wurde mit einer Podiumsdiskussion und der Präsentation der Berichte beendet.

Saher Kawas