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Gepostet on 9 Dez 2015 in Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft, Slide

Heiliges Land: ein Weihnachten im Zeichen der Nüchternheit

Heiliges Land: ein Weihnachten im Zeichen der Nüchternheit

 

Bethlehem – In der Geburtsstadt von Christus sind die Vorbereitungen für die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage in vollem Gang, allerdings mit der Sorge, die Balance zu halten zwischen dem Geist der Freude auf die Feierlichkeiten und der Atmosphäre, die zur Zeit in Israel und Palästina vorherrscht.

Der reich dekorierte Weihnachtsbaum steht auf einem prominenten Ort am Krippenplatz (Manger Square) und ist hell erleuchtet. Weihnachtsdekorationen schmücken die Straßen der Stadt, sind aber weniger auffällig als gewöhnlich, und das aus gutem Grund: die Feierlichkeiten dieses Jahres stehen unter dem Zeichen des „Maßhaltens“. Viele geplante Ereignisse wurden abgesagt. Anstelle des traditionellen Feuerwerks läuteten am 5. Dezember die Glocken für den Frieden.

Diese Auswahl, die eine gewisse Nüchternheit reflektiert, ist zu erklären durch das Wiederauftreten von Gewalt, das seit einigen Monaten im Heiligen Land geschieht und zum Tod von mindestens 123 Menschen – 105 Palästinenser und 17 Israelis – seit dem 1. Oktober geführt hat. „Wenn wir Weihnachten feiern, feiern wir auch Leben, Freude und Hoffnung, aber wir sollten das in einem Geist des Mitleids tun mit denen, die leiden, und mit Respekt vor unseren Toten“, sagte Vera Baboun, die christliche Bürgermeisterin von Bethlehem. „Die Situation ist kritisch“, sagte sie weiter, „aber wir sollten unsere Botschaft des Friedens immer wieder laut hinausrufen, die Botschaft einer Stadt, die jedoch den Frieden nicht kennt“.

Prozession des Patriarchen

Die Prozession des Patriarchen wird wie gewöhnlich stattfinden. Am 24. Dezember wird Seine Seligkeit Fouad Twal Jerusalem verlassen mit einem Halt beim Elias-Kloster und wird dann durch die Mauer Bethlehem betreten. Dieser feierliche Eintritt markiert den Beginn der Weihnachtsfeierlichkeiten. „Es ist gut zu sehen, dass diese Traditionen trotz der Situation eingehalten werden“, sagt Pfarrer Jamal Khader, Rektor des Seminars in Beit Jala zufrieden. Diese Prozession des Patriarchen sollte als „spirituelle Reise“ gesehen werden. „Trotz der Mauer sind diese zwei Städte, die der Geburt Christi und die seines Todes und seiner Auferstehung, untrennbar.“

Die Sorge der Christen

Auf die Frage zur Situation der Christen im Heiligen Land betont Pfarrer Khader, dass die Zahl der Christen „nicht wichtig sei“. „Meiner Meinung nach sollte die Frage lauten: Wie sollte unsere Präsenz sein? Welches Zeugnis sollten wir geben?

Der Rektor des Seminars in Beit Jala spricht von seiner Betroffenheit angesichts des Anstiegs des jüdischen Extremismus, der sich im Wiederauftreten von Angriffen und Vandalen-Akten gegen christliche und sogar moslemische Stätten der Verehrung richtet. „Diese Angriffe bereiten uns große Sorge, und noch mehr die Straflosigkeit ihrer Täter. Diese Kriminellen sind den Behörden bekannt, werden aber nicht verfolgt“. Was für ein Zustand des Gesetzes in Israel, und zumeist für wen?“ „Diese Gruppen bedrohen die Koexistenz zwischen den Religionen, der Staat Israel sollte etwas tun und vor allem seine Bürger schützen.“

Am Sonntag, den 29. November hatten Mitglieder einer extremistischen rechten Gruppierung und der Antiassimilierung Lehava vor dem YMCA von Jerusalem gegen die Abhaltung eines Weihnachtsbazars demonstriert, kritisierten den Mord an Juden und forderten Christen auf, das Heilige Land zu verlassen.

Manuella Affejee