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Gepostet on 15 Okt 2015 in Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft, Slide

Msgr. Lazzarotto:“ Wir müssen wieder ein Klima des gegenseitigen Vertrauens herstellen

Msgr. Lazzarotto:“ Wir müssen wieder ein Klima des gegenseitigen Vertrauens herstellen

 

HEILIGES LAND – Vergangenen Freitag rief Papst Franziskus die Teilnehmer der Familiensynode dazu auf, innige und vertrauensvolle Gebete für den Frieden im Mittleren Osten vorzubringen. Die Situation in Israel und Palästina bleibt höchst gespannt, wo sich gewalttätige Handlungen in beinahe täglichem Rhythmus ereignen. Wir empfehlen Ihnen eine Ansicht von Msgr. Giuseppe Lazzarotto, Apostolischer Nuntius in Israel und Delegat für Jerusalem und die Palästinensergebiete.

 

Was sich im Moment im Heiligen Land abspielt, ist sehr beunruhigend und erschütternd. Wir können den wiederholten Gewaltakten und den Verlusten von Menschenleben nicht gleichgültig gegenüber bleiben. Jüngste Statements von Papst Franziskus zur Situation im Heiligen Land und sein Aufruf, den Weg des Dialogs wieder aufzunehmen, drücken nicht nur seine Betroffenheit aus, sondern zeigen auch die Gefühle all derer, die hier und dort mit Aufrichtigkeit und Großmut an der Wiedererrichtung des Friedens beteiligt sind. Ihre Stimme wird nicht gut genug gehört, und ihre Bemühungen werden oft ignoriert. Es ist notwendig, ernsthaft über unsere Aufgaben nachzudenken und über wirkungsvolle Mittel, wenn wir wirklich friedliche Koexistenz wollen, die ein Minimum an „Normalität“ sicherstellt.

 

Am Freitagmorgen, in der großen Synodenhalle, rief Papst Franziskus wieder die Internationale Gemeinschaft auf, so zu handeln, dass die laufenden Konflikte gelöst werden können. Was könnte sie wirklich tun?

Die Internationale Gemeinschaft ist mit Werkzeugen ausgestattet, die, wenn sie richtig eingesetzt werden, sicher zur Lösung von Konflikten und Krisensituationen, wie wir sie momentan im Heiligen Land erleben, beitragen könnten. Aber ich glaube, es ist vor allem anderen notwendig, Wege zu finden, um hier ein Klima gegenseitigen Vertrauens zu schaffen. Wenn es unmöglich ist, die Mauern des Misstrauens und der Feindseligkeit niederzureißen, werden alle Initiativen wirkungslos sein und unglücklicherweise auch fehlschlagen, wie wir es jüngst gesehen haben. Ich denke, es ist genau das, was der Papst sagen wollte, als er feststellte, dass wir, wenn wir Frieden wollen, kühne Schritte brauchen, die über die unmittelbaren Interessen von Individuen und Gruppen hinausgehen.

 

Pilgerreisen ins Heilige Land gehen seit einiger Zeit zurück. Die gegenwärtige Situation ist nicht so, dass sich die Lage verbessern würde. Was würden Sie Pilgern sagen, die Angst haben, ins Heilige Land zu reisen?

Die Anwesenheit von Pilgern ist wichtig, nicht nur, weil sie Solidarität und Nähe ausdrückt, sondern auch, weil sie dazu beitragen kann, Vertrauen und Hoffnung in Gegenwart und Zukunft zurückzubringen. Es ist normal, dass Pilger momentan Angst haben. Jedoch ist es bemerkenswert, dass bis jetzt kein Vorfall gemeldet wurde, der das Leben jener gefährdet hätte, die ins Heilige Land kommen, um die Wurzeln ihres Glaubens zu erkunden. Es ist wichtig zu unterstreichen, dass jede Pilgerreise gut geplant sein sollte, sicher von einem spirituellen Gesichtspunkt aus, aber auch von einem logistischen. Es ist ratsam, Kontakte mit Agenturen zu suchen, die gut vorbereitet und erfahren sind.

 

Aufgezeichnet von Manuella Affejee