Pages Menu
Categories Menu

Gepostet on 26 Jun 2015 in Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft, Slide

Massive Demonstrationen arabischer Christen in Tabgha

Massive Demonstrationen arabischer Christen in Tabgha

TABGHA – Am Sonntag, den 21. Juni 2015 demonstrierten mehr als 3000 Menschen bei der Benediktinerabtei in Tabgha am Nordwestufer des Sees Genezareth, um gegen die Brandstiftung vom 18. Juni an diesem christlichen Heiligtum zu protestieren.

Der Angriff mit rassistischen Motiven ereignete sich vergangenen Donnerstag, und die israelische Polizei untersucht den Fall seither und sucht nach den Übeltätern. Die Protestierenden marschierten mit vatikanischen Flaggen und Kreuzen und ersuchten Polizei und Regierung, die notwendigen Maßnahmen zum Auffinden der Übeltäter zu setzen und sie vor Gericht zu bringen.

Dom Gregory Collins, Abt der Dormitio-Benediktinerabtei und des Klosters in Tabgha, lud die Christen ein, auf christliche Weise zu reagieren: „Vor einigen Nächten“, sagte er, „erlitten wir hier einen schweren Angriff, ein Feuer, das Menschenleben bedrohte. Alle Bewohner dieser Region – Christen, Drusen, Moslems und Juden – sollten gegen diese Tat protestieren. Aber wir sind Christen und müssen wie Christen reagieren.“

Und er setzte fort: „Wir sind an dem Platz, an dem Christus seine Wunder vollbrachte, und wir Mönche haben viele Jahre schon Behinderte und Kranke hier willkommen geheißen. Wir werden dieses schreckliche Feuer durch das Feuer der Liebe und Vergebung Gottes ersetzen.“

In seiner Ansprache an die Medien sagte der emeritierte Lateinische Patriarch Michel Sabbah: „Der Staat muss seine Pflicht kennen und die Verantwortlichen müssen ihre Pflichten erfüllen. Wenn die Regierung ernsthaft die Aufklärung der jüngsten Attacken gegen christliche und moslemische Einrichtungen betrieben hätte, wären diese nicht wiederholt worden. Wir bitten nicht um Schutz, weder extern noch intern, denn wir sind nicht die Schwachen.“ Er setzte fort: „Der Staat scheint der Schwache zu sein, weil er nicht in der Lage ist, seine Verantwortung den Bürgern gegenüber zu erfüllen. Ein Feuer wie dieses könnte sich nicht in einem anderen Land ereignen ohne die sofortige Intervention des Staates, die Schuldigen zu finden und zu bestrafen. Hier kennt der Staat die Kriminellen und tut nichts dagegen.“

Schließlich sagte der emeritierten Patriarch in Bezug auf die Position der Christen inmitten dieser Ereignisse: „Wir sind Christen, und unser Prinzip ist die Liebe, das heißt, das Antlitz Gottes in allen Menschen zu sehen: Juden, Drusen, Moslems und Christen. Aber wenn wir durch solche Taten zu Ausgrenzung und Isolation gedrängt werden, ist unsere Antwort, dass wir hier bleiben ungeachtet des Drucks auf uns, und wir werden nie die Hoffnung verlieren, denn unsere Hoffnung beruht auf Gott und nicht auf den Menschen.“

Das Feuer fand im Kloster in Tabgha in der Morgendämmerung am Donnerstag statt. Der Schaden ist immens. Die israelische Polizei fand Graffitis in Hebräisch an den Wänden, die die Auslöschung der „Götzendiener“ fordern, ein Ausdruck, der von den Aggressoren zur Bezeichnung der Christen verwendet wird.

Die Kirche in Tabgha war schon das Ziel eines Angriffs im April vergangenen Jahres. Die Übeltäter waren extreme jüdische Siedler, die ihre Angriffe mit „Preisschildern“ kennzeichnen, und die eine Politik der Rache gegenüber Palästinensern verfolgen, oder sogar die israelische Armee, als die israelischen Behörden entschieden, Maßnahmen zu ergreifen, die diese Siedler wiederum als Bedrohung für die Siedlungen empfinden. Viele dieser Angriffe richten sich gegen palästinensisches Eigentum (Häuser, Fahrzeuge, Olivenhaine) und gegen christliche und moslemische Einrichtungen. Allerdings werden die Täter kaum verhaftet und von den israelischen Behörden verurteilt.

Quelle: abouna.org – ynetnews

Photos : Bokra

1.JPG79897798978.jpg2.JPG3.JPG4.JPG5.JPG6.JPG7.JPG8.JPG9.JPG10.JPG11.JPG12.JPG13.JPG14.JPG15.JPG16.JPG17.JPG18.JPG19.JPG20.JPG21.JPG22.JPG23.JPG24.JPG25.JPG