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Gepostet on 21 Mai 2015 in Patriarch, Politik und Gesellschaft, Slide

Patriarch Twal begrüßt das Übereinkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Staat Palästina

Patriarch Twal begrüßt das Übereinkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Staat Palästina

Palästina/Vatikan – Obwohl die Anerkennung des Staates Palästina durch den Heiligen Stuhl schon Faktum ist, wird der Name in einem wichtigen Übereinkommen erscheinen, das von beiden Parteien unterzeichnet wird. Noch interessanter ist der Inhalt des zukünftigen Übereinkommens. Der lateinische Patriarch Fouad Twal begrüßt den Fortschritt und verleiht seiner Hoffnung nach Ausdruck, dass sich Frieden und Gerechtigkeit in der Region behaupten werden.

Die bilaterale Kommission des Heiligen Stuhles und des Staates Palästina schlossen ihre Arbeiten am Ende einer Plenarsitzung am Mittwoch, den 13.Mai 2015 ab. Die Gespräche leiteten Msgr. Antoine Camilleri, Unterstaatssekretär für die Staatsbeziehungen des Heiligen Stuhls, und der palästinensische Botschafter Rawan Sulaiman, Assistenzminister des Außenministeriums für multilaterale Angelegenheiten des Staates Palästina.

„Beide Parteien kamen überein, dass die Arbeit am Text des Übereinkommens abgeschlossen ist und dass das Übereinkommen den zuständigen Behörden zur Anerkennung vorgelegt wird, ehe das Datum zur Unterzeichnung in der nahen Zukunft festgelegt wird.“

Seit November 2012, nach dem Votum, in dem Palästina den Status eines beobachtenden Nichtmitglieds der UN erhalten hat, benutzt der Vatikan den Namen „Staat von Palästina“ in all seinen offiziellen Dokumenten, in Presseaussendungen, die sich auf das Land beziehen, wie z.B. im offiziellen Programm der Reise von Papst Franziskus ins Hl. Land im Mai 2014. Präsident Mahmoud Abbas war seit dem UN Votum zweimal im Vatikan und wurde jedes Mal empfangen und offiziell bezeichnet als „Präsident des Staates Palästina“. In diesem Kontext wurde er auch am Samstag, den 16. Mai herzlich von Papst Franziskus empfangen, ehe er der Heiligsprechung von zwei palästinensischen Heiligen, Mariam Bawardi und Marie-Alphonsine Ghattas beiwohnte.

Seine Seligkeit Fouad Twal, Lateinischer Patriarch von Jerusalem, begrüßte den „Fortschritt, der das Leben und die Arbeit der Kirche in Palästina erleichtert“. Dieses Übereinkommen ist nach den Worten des Patriarchen „auch ein Zeichen der Hoffnung und ein weiterer Trost für das palästinensische Volk, ein zusätzlicher Fortschritt auf dem Weg der Gerechtigkeit und damit des Friedens. Trotz der enormen Schwierigkeiten, die wir in dieser Region haben, stehen wir nicht allein in der internationalen Szene. Der Heilige Stuhl und auch die ganze Welt stehen nach und nach an unserer Seite. Diese Ankündigung, die am Vorabend der Kanonisation von zwei unserer Töchter aus Palästina gemacht wird, wird uns ermutigen, weiterzugehen, mit der Entschlossenheit in unserem Glauben für einem möglichen Frieden für jedermann trotz der Umstände. Der Frieden geschieht nicht für ein Volk allein.“ Er fügte hinzu: „Wir hoffen, dass, wenn das Übereinkommen unterzeichnet ist, die Arabische Liga auch anwesend sein wird, und das wird als Beispiel für andere Länder dienen.“

Der Vatikan favorisiert die Zwei-Staaten-Lösung seit Jahrzehnten, wie auch in den Reden des Papstes, in offiziellen Dokumenten und gemeinsamen Übereinkommen zu Fragen zum Alltagsleben der christlichen Gemeinden im Hl. Land deutlich wird. Es bleibt abzuwarten, ob das Übereinkommen mit Palästina, das gestern erklärt wurde, auf die langwierigen bilateralen Verhandlungen zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Staat Israel haben wird, die nicht leicht vorwärts kommen.

Wenn die Anerkennung des Staates Palästina durch den Vatikan ein neues Faktum ist, so bringt die Erklärung vom 13. Mai nichtdestotrotz neue Aspekte. Das diplomatische Übereinkommen und die bevorstehende Unterzeichnung stehen für einen wichtigen zusätzlichen Schritt, weil der Name „Staat von Palästina“ in einem Schlüsseldokument von vitaler Bedeutung aufscheint und einige konkrete Aspekte des Lebens der Katholischen Kirche in Palästina berührt. Wie in allen Übereinkommen, die der Hl. Stuhl mit anderen Staaten unterzeichnet, stellte Mgr. Antoine Camilleri im Osservatore Romano fest, „ist das Ziel, das Leben und die Aktionen der Katholischen Kirche zu erleichtern, und ihre Anerkennung auf juristischer Ebene, um den Dienst an der Gesellschaft noch solider zu gestalten.

Mgr. Camilleri präsentierte die Höhepunkte, ohne das Übereinkommen zu enthüllen, das noch nicht veröffentlicht ist. Die Einleitung und das erste Kapitel des Textes umfassen die Prinzipien und grundlegenden Verordnungen, die einen Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten sicherstellen. „Zum Beispiel wird der Wunsch geäußert, eine Lösung für den palästinensischen Fall zu sehen und für den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern im Rahmen einer Zwei-Staaten-Lösung und Resolutionen der internationalen Gemeinschaft.“ Ein anderes Kapitel folgt „sehr genau und detailliert“ über religiöse Freiheit und die Gewissensfreiheit. Es gibt auch Kapitel zu verschiedenen Aspekten des Lebens und Handelns des Kirche in den Palästinensergebieten; ihre Freiheit zu handeln, ihre Mitarbeiter, ihre Rechtsprechung, die Statuten der Heiligen Stätten, der Schutz ihrer sozialen und caritativen Aktivitäten, das Recht, ihre Kommunikationsmittel zu fördern. Ein Kapitel ist auch finanziellen Angelegenheiten und dem Eigentum gewidmet, streicht der Unterstaatssekretär für die Staatsbeziehungen des Heiligen Stuhls heraus. Er betonte auch „den einzigartigen Wert“ eines solchen Übereinkommens, das „die Anwesenheit der Kirche in dem Land, in dem die Christenheit geboren wurde, behandelt“.

Myriam Ambroselli