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Gepostet on 4 Mai 2015 in Kirche, Ökumenismus, Slide

Jerusalem „erinnert sich und vergisst niemals“ Armenien

Jerusalem „erinnert sich und vergisst niemals“ Armenien

Jerusalem – Am 18. April begannen die traurigen Feiern zur hundertjährigen Wiederkehr des armenischen Genozids, der 1,5 Millionen Armeniern das Leben kostete, sie endeten am 24. April 2015 nach einer Reihe von Ereignissen, zunächst in Armenien, aber auch in der Diaspora. In Jerusalem, wo die Zahl der Armenier relativ hoch ist, erlebte die Stunde der Erinnerung ihren Höhepunkt in einem Gottesdienst beim Heiligen Grab.

In der Altstadt von Jerusalem läuteten in vielen Kirchen die Totenglocken, Poster an den Wänden erinnern an Kalenderdetails des 1. Genozids im 20. Jahrhundert, überall sieht man die symbolische Blume der Erinnerung.

Diese 5-blättrige Blüte – eine Erinnerung daran, dass die Armenier in fünf Kontinenten Zuflucht suchten – trägt den Slogan „Erinnern ohne zu vergessen“, eine Herausforderung für ein Land, mit glühendem Eisen eingebrannt, das noch immer unter der Weigerung der Türkei, den Begriff „Genozid“ zu benutzen, leidet.

Für diese Erinnerung scheute die Armenische Apostolische Kirche kein Mittel. Obwohl seit dem 14. Jahrhundert keine Heiligsprechung mehr stattgefunden hat, sprach Patriarch Karekin II als Führer der armenischen Kirche am 23. April „Söhne und Töchter heilig, die das Märtyrertum der Heiligen annahmen zum Heil des Glaubens und ihres Heimatlandes“. Der 24. April wurde zum Gedenktag für die heiligen Märtyrer des Genozids erklärt.

In einer Enzyklika vom 28. Dezember 2014 ermutigte der Führer der armenischen Kirche die Gläubigen: „Lasst uns die Erinnerung an unsere Märtyrer umwandeln in eine Energie und Kraft innerhalb unseres spirituellen und nationalen Lebens, vor Gott und allen Menschen, die uns den Weg erleuchtet durch unseren gerechten Gang und uns zur Realisierung von Gerechtigkeit und unseren heiligen Bestrebungen führt“.

Ein leidenschaftliches Gebet in der Kirche des Kalvarienbergs und der Auferstehung

In der heiligen Stadt wurde ein intensives Programm an Feiern von der großen Diaspora und vom Patriarchen der Armenisch Apostolischen Kirche geplant: Gebete, Messen, aber auch Versammlungen vor der Türkischen Botschaft, im Angesicht der Regierung von Ankara und ihrer Position des Verleugnens des Genozids.

Zwischen zwei Gedächtnisgottesdiensten trafen sich die geistlichen Führer Jerusalems beim Hl. Grab, der Eingang zum Grab wurde am Morgen der Auferstehung leer gelassen.

Zwischen Gesängen und Gebeten sprachen der Armenische, der Griechisch-Orthodoxe und der Lateinische Patriarch. Der Armenische Patriarch vergaß nicht über andere christliche Konfessionen zu sprechen, die auch Opfer des Genozids von 1915 waren.

In seiner Predigt verurteilte Mgr Fouad Twal die Lüge hinter der Verweigerung und die neuralgische Reaktion der Türkei auf die Ehrlichkeit von Papst Franziskus, der sagte: Es ist notwendig und wirklich eine Pflicht, an die hundertjährige Wiederkehr diese tragischen Ereignisses zu erinnern…. Das Böse verbergen oder verleugnen ist wie eine Wunde bluten zu lassen und nicht zu verbinden“. Er rief die Versammlung dazu auf, der vielen Christen zu gedenken, die heute für ihren Glauben verfolgt werden.

Ein einziges Gebet stieg an diesem Freitag von Hl. Grab in den Himmel und verwirklichte, was Papst Franziskus vor beinahe einem Jahr am gleichen Platz „die Ökumene des Leidens, die Ökumene des Blutes“ getauft hatte. Am 23. April läuteten die Glocken von 28 Kirchen in Jerusalem hundert Mal zur Erinnerung an die 1,5 Millionen Armenier, die zur Zeit des Genozids getötet wurden. Nach „hundert Jahren der Verleugnung“ ist die Stunde der Anerkennung und des Trostes gekommen im Eifer der Versammelten und zur Erinnerung an die kanonisierten Märtyrer.

Pierre Loup de Raucourt

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