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Gepostet on 25 Feb 2015 in Kirche, Lokalnachrichten

Märtyrer und Trauer der koptischen Kirche

Märtyrer und Trauer der koptischen Kirche

ÄGYPTEN – Nach besonders finsteren Jahren der Ausgrenzung und Verfolgung ihrer Mitglieder wurde die koptische Kirche nun erneut durch das Massaker von 21 jungen Männern tief erschüttert. Die Reaktionen werden immer zahlreicher, um diese jahrhundertealte Kirche zu unterstützen.

Das von der Terroristengruppe Daesh veröffentlichte Video, bringt die Männer nicht zum Schweigen, die zum letzten Mal das Wort „Massih“, „Christus“ im Arabischen, ausrufen. Bis zum Schluss bekennen die 21 jungen Männer ihren Glauben, der sie in diesen schrecklichen Tod geführt hat.

Dieses Verbrechen trifft die Kirche im Allgemeinen, und die koptische Kirche im Besonderen. Das Video, das von den Terroristen publiziert wurde, ist eindeutig: Es ist adressiert an das „Volk des Kreuzes, das der feindlichen ägyptischen Kirche treu ist“. Nach leidvollen Jahren innerhalb der ägyptischen Gesellschaft, der sie übrigens seit dem Beginn der Kirche angehören, sind die Kopten nun der Bedrohung von Daesch ausgesetzt, einer Organisation, die schon viele Christen im Irak und in Syrien auf dem Gewissen hat. Die Ermordung der 21 Männer in Lybien hat gezeigt, dass die Koptische Kirche auch ausserhalb Ägyptens bedroht ist.

In Jordanien „leben sie [die Christen] im Terror“ bestätigt Erzbischof Lahham. „Sie beten für ihre gequälten Brüder“, fährt er fort, „haben aber selbst nichts zu befürchten, da Jordanien sozial und politisch noch relativ stabil ist“.

Dennoch zieht sich die Schlinge immer enger zu. Daesh ist im Irak und in Syrien präsent. Im Westen verbreitet die Gruppe Boko Haram den Terror in Afrika, insbesondere in Nigeria und Niger. Andere Gruppierungen sind in Lybien und im Sinaï aktiv. Ins Visier der Islamisten sind nun Jordanien, Jerusalem und die heiligen Stätten gerückt. Erzbischof Lahham fügt hinzu: „In Jordanien ist die Situation fast wie durch ein Wunder noch friedlich. Aber die Angst besteht und die Zukunft ist ungewiss“.

Wirksam reagieren

Viele haben schon auf diesen erneuten Ausdruck extremer Gewalt reagiert, unter ihnen Papst Franziskus, der sich mit dem koptischen Papst Tawadros getroffen hat.

„Wir müssen in zwei Richtungen reagieren“, erklärt der Bischof aus Jordanien.„Wir sprechen der koptischen Kirche unser Beileid aus und prangern mit der grössten Entschlossenheit diese barbarische Tat an“.

„Aber gleichzeitig müssen wir nach den Ursachen suchen, die dazu geführt haben, dass junge Menschen so unmenschlich geworden sind, und somit einen Schwerpunkt auf die Erziehung der heranwachsenden Generationen setzen: zuerst in der Familie, dann in der Schule, und schliesslich in der religiösen Lehre in den Moscheen“.

Dazu werden wir vermutlich mit dem Einfluss des Großimams von Al Azhar in der anerkannten arabischen Sunni Koranschule rechnen müssen, und uns auf die Entschlossenheit der Koalition und Ägyptens verlassen, um jede Terrororganisation zu vernichten, die noch immer Christen und andere, ohne Grund und aus reinem Wahnsinn, ermorden will.

 

Pierre Loup de Raucourt