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Gepostet on 13 Jan 2015 in Aktuelles der religiösen Gemeinschaften, Diözese

In Nazareth: Historischer Moment, Mexikanische Klarissen übernehmen

In Nazareth: Historischer Moment, Mexikanische Klarissen übernehmen

DSC02139Clarisses-300x169Nazareth: Am Sonntag, den 11. Januar 2015, kamen die neuen mexikanischen Klarissen an, die ein Kloster in Nazareth wieder aktivieren wollen. Ein wichtiger historischer Moment für das Kloster und für die Anwesenheit der Christen in Galiläa.

Die Schwestern kamen direkt aus Nizza, wo sie während der letzten Monate Kurse in Französisch, im Rezitieren von Gebeten und zum Üben der Sprache besuchten. Sie kamen aus dem Kloster der Unbefleckten Empfängnis in Zacatecas (Mexiko), das seit Jahren mit der Hilfe von Pfarrer Fernando Mendoza Laguna, OFM, Delegat pro manialibus, in Erwägung zog, eine Gruppe von Nonnen zur Stärkung und Reaktivierung des Klosters in Nazareth zu senden.

Die neuen Schwestern sind zwischen 32 und 44 Jahre alt und heißen Sr Felipa Riuz Ortega (Äbtissin), Sr Cecilia Hernandez Calderon (Vikarin), Sr Maria Jose Hernandez Esquivel (2. Diskrete), Sr Gemma Murillo Martinez (3. Diskrete), Sr Monica Martinez Ortega (4. Diskrete), Sr Maria Beatriz Castillo Menchaca, Sr Maria Guadalupe Martinez Rodriguez und Sr Maria Elena Gonzales Monreal.

Ein höchst symbolischer Empfang

Pfarrer Donaciano Paredes Rivera, OFM, begrüßte die Nonnen auf dem Flughafen in Tel Aviv, während Weihbischof Giacinto-Boulos Marcuzzo und die ganze Gemeinde sie bei ihrer Ankunft im Kloster empfingen. Gleich darauf begannen die Äbtissin Mutter Francoise und die Vikarin Sr Marie Epiphanie ein biblisches Ritual, kurz, aber eloquent. Sie wuschen die Hände der neu Angekommenen und während einer Prozession wurde ein Magnifikat des Dankes gesungen. Im Chor übergaben sie jeder Schwester einen Olivenzweig und eine Kerze, mit dem Wunsch Pax & Bonum, ein kleines Kreuz von St. Damian mit den Worten des Kreuzes vom Hl. Franziskus „Errichtet meine Kirche wieder“, hier in der Bedeutung von „Stärkt meine Gemeinde wieder“. Als Antwort legte jede der Schwestern einen kleinen Stein in einen Korb als Beweis für ihre Bereitschaft, zur Wiedererrichtung der Gemeinde beizutragen.

Weihbischof Marcuzzo dankte dem Herrn und drückte eine Ermutigung aus, die vom Evangelium des Sonntags der Taufe Jesu und vom Mysterium von Nazareth inspiriert war. „Lasst uns dem Herrn danken für diesen großen Akt der Kirchengemeinschaft und diesen historischen Moment der Erneuerung eines Klosters, den wir gerade erleben.“ „Dies ist mein geliebter Sohn, hört auf ihn, lest das heutige Evangelium. Die mexikanischen Schwestern wurden vom Vater mit einer besonderen Liebe bedacht, waren aufmerksam auf die Stimme des Hl. Geistes, der Kirche und des Ordens; sie wurden für eine besondere Mission ausgewählt. Glücklich lebend im Mysterium der Fleischwerdung von Nazareth verließen sie ihr Kloster und ihr Land; in der Stadt Marias setzen sie fort mit dem Gebet Marias und ihrer Mission, den Herrn zu empfangen und zu gebären“.

Am folgenden Tag feierte Weihbischof Marcuzzo mit ihnen die hl. Messe und setzte die pastorale und spirituelle Begleitung fort, um ihren schwierigen und wichtigen Übergang erfolgreich zu gestalten. Pfarrer Milovitch kam dazu und fixierte Begegnungen und die Schritte, die in dieser Anfangsphase gemacht werden müssen.

Termine und Zeitplan

Die mexikanischen Klarissen kamen mit ihrem gewählten Kirchenrat vom 6. August, ratifiziert vom Präfekten der Kongregation für Geweihtes Leben am 15. Dezember 2014. Die offizielle Übergabe zwischen Mutter Francoise de la Vierge, der früheren Äbtissin von Nazareth und ihrem Konvent, und Mutter Filipa, der neuen Äbtissin und ihrem Konvent, wird am Sonntag, dem 18. Januar 2015, in Anwesenheit und Weihe durch Seine Seligkeit Patriarch Fouad Twal stattfinden. Am Donnerstag, den 5. Februar 2015 wird Weibischof Giacinto-Boulos Marcuzzo, Lateinischer Patriarchalvikar für Israel, einer Messe vorstehen, bei der die neue Gemeinschaft der Klarissen der Pfarrgemeinde vorgestellt wird.

Jetzt lernen die neuen mexikanischen Schwestern die heiligen Stätten von Nazareth kennen, in der darauffolgenden Woche werden sie eine allgemeine Pilgerreise durchs Hl. Land machen, bevor sie ihr kontemplatives Leben wieder aufnehmen und eine neue Phase in der säkularen Geschichte dieses Klosters in Nazareth beginnen.

Geschichte und Zukunft

Das Kloster wurde 1884 von Klarissen aus Paray-le-Monial (Frankreich) gegründet, die später auch das Kloster in Jerusalem gründeten. Es wurde berühmt durch den 3-jährigen Aufenthalt (1897-1900) des Seligen Charles de Foucauld und ein von Pilgern besuchter Ort. In den 70er Jahren verließ das Kloster seine Residenz im Zentrum von Nazareth, es wurde später eine Schule, die von den Mönchen des Don Guanella geführt wurde; das Kloster siedelte in einem neuen Haus am Berg des Abgrunds oder Deir al-Banat. In französischer Tradition kamen libanesische Klarissen zwischen 1940 und 1950 in dieses Kloster, und im Jahr 2002 kamen afrikanische Klarissen aus Elfenbeinküste. In jüngster Zeit, ausgelöst durch einige Todesfälle und das fortgeschrittenen Alter der Gemeinschaft, brauchte das Kloster dringend eine Stärkung und Erneuerung. Vor der Ankunft der mexikanischen Klarissen bestand die Gemeinschaft nur mehr aus 7 Nonnen, von denen eine im Krankenhaus war.

Diese Erneuerung ist das Ergebnis einer pastoralen Initiative von Patriarch Twal und großen Bemühungen von Pfarrer Fernando Mendoza, OFM. Sie wurde ermöglicht durch tatkräftige Teamarbeit von Weihbischof Marcuzzo, Patriarchalvikar, von Pfarrer Stephane Milovitch, OFM, Mutter Francoise de la Vierge, Äbtissin von Nazareth, Mutter M. Theresa von Jesus, Äbtissin von Zacatecas, und der Vorsitzenden der Vereinigung der Föderation von St. Damian, Sr Elizabeth de Cormontreuil, und ihrer Delegierten, Sr Marie Jean Baptiste von Nizza.

Zufrieden mit den gegenwärtigen Nachrichten unterstrich Bischof Boulos Marcuzzo: „Ich denke an die Reaktion des Hl. Franziskus, der nach einem intensiven Leben wiederholte: Brüder, lasst uns beginnen, dem Herrn zu dienen, denn wir haben kaum eine Fortschritt erzielt“! Das ist es; Lasst uns beginnen, neu anfangen und vorwärts gehen mit dem historischen Marsch unserer Mutter Kirche von Jerusalem, mit der Teilnahme ihrer Kinder. Jetzt, und besonders in Nazareth, mit der Teilnahme der Kirche von Mexiko, die so reich ist an kontemplativen Berufungen.“

Text: Lateinisches Vikariat in Nazareth, Fotos: W.M. und P.K.

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