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Gepostet on 25 Dez 2014 in Patriarch, Predigten FT, Slide

Weihnachtspredigt 2014 Seiner Seligkeit Fouad Twal

Weihnachtspredigt 2014 Seiner Seligkeit Fouad Twal

BETHLEHEM – Wir veröffentlichen die offizielle Übersetzung der Weihnachtspredigt, die der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Fouad Twal, in der Heiligen Nacht gehalten hat.

Homelie de Noel

(Following words of welcome to the President of Palestine, the prime minister,
the consuls general and to the faithful, His Beatitude continues with the homily)

In Bethlehem verkündeten die Engel den einfachen Hirten diese Nachricht: “Denn euch ist heute ein Retter geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.” (Lk 2,11) Dieser Vers zeigt uns einen Erlöser, den wir so dringend  brauchen und eine Erlösung, die alle Aspekte des Lebens umfasst, eine Erlösung, die uns aus der schwierigen und alarmierenden Situation holt. Die Kranken wollen geheilt werden, die Gefangenen wollen das Licht sehen, die Arbeitslosen wollen Arbeit finden, und die Flüchtlinge warten darauf, nach Hause zurückkehren zu können.

Diejenigen, die aufgrund ihrer Rasse, Hautfarbe oder Religion verfolgt werden, sehnen sich danach, von der  Unterdrückung und der Ungerechtigkeit befreit zu werden, die Unterdrückten sehnen sich nach Freiheit. Kurz gesagt, die ganze Menschheit seufzt und strebt nach einer besseren Zukunft. Jesus hat alle Eigenschaften eines Retters, um Jesajas Prophezeiung wahr werden zu lassen: “Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote stehen auf und den Armen wird das Evangelium verkündet” (Mt 11, 5).

Sicherlich kann man über wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Rettung sprechen. Aber noch wichtiger ist es, an der Wurzel des menschlichen Fortschritts über eine spirituelle und moralische Rettung zu sprechen. Denn in der Tat sind unsere Sünden und Verfehlungen die Ursache für unser Leiden und das Leiden der anderen, mit allen gesellschaftlichen und politischen Folgen. Wir sind oft Opfer von Selbstsucht, Stolz, Leidenschaft, Lügen und umgekehrt …. Das Heil ist in der Reue zu finden, in der  Bitte um Vergebung, im Vergeben und schließlich in der Umkehr. Darüber hinaus verkündete Jesus die Barmherzigkeit des Vaters und seine Bereitschaft zur Vergebung.

Gott möchte uns von unseren Wunden und vor allem der menschlichen Arroganz heilen, die die Quelle aller Konflikte und aller Kriege ist. ER hat uns gelehrt: “Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden” (Mt 23: 11-12). Das Heilmittel, das uns das Kind bringt, sind Demut und Sanftmut. Eine wichtige Seligkeit entsteht aus diesen beiden Tugenden: “Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen” (Mt 5, 5).
Neben der Demut erinnert uns das Kind  von Bethlehem an den Wert des menschlichen Lebens, indem es nach dem Ebenbild Gottes geschaffen ist. Es ist wirklich schmerzhaft zu wissen, dass Millionen von Kindern auf der Welt leiden, vor allem in Syrien, dem Irak, dem Südsudan, in Zentralafrika, in Nigeria und in Afghanistan, und wir wollen nicht die Kinder von Gaza vergessen. Sie leiden aus absurden Gründen, während sie das Recht auf Würde und ein normales Leben haben, mit einem Zuhause,  Bildung und einer Familie, die sie liebt und unterstützt.

Diese wunderbaren Kinder wurden in eine glückliche und vereinte Familie geboren, um unsere Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der Institution Familie zu lenken, die Keimzelle der Gesellschaft und die erste Schule, in der wir Gott kennen lernen und uns in den Tugenden üben können. Der Heilige Paulus beschreibt die häuslichen Tugenden: “Ich, der ich um des Herrn willen im Gefängnis bin, ermahne euch, ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der an euch erging. Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält “(Eph 4, 1-3).

Die letzte Familiensynode in Rom im Oktober bekräftigt die Einheit und Unauflöslichkeit der Ehe. Warum? Für das Wohl des Paares, für die gesamte Gesellschaft und vor allem für die Kinder, die das Recht auf eine auf  emotionaler und psychologischer Ebene normale Entwicklung haben.

Brüder und Schwestern,
In der Gegenwart des Mysteriums des fleischgewordenen Wortes, das unter uns leben wollte, lassen Sie uns über unsere Situation im Heiligen Land, auf das heute die Blicke der ganzen Welt gerichtet sind, reflektieren. Der liebe Gott hat hier die Gläubigen aller drei Religionen zusammen gebracht und fordert sie auf, in Harmonie zusammen zu  leben. Keiner kann eine Geschichte leugnen, die der HERR in diesem Land geschrieben hat. Alle Gläubigen – Juden, Muslime und Christen – müssen zusammen als Gleichberechtigte und mit gegenseitigem Respekt leben. Jerusalem hat eine universale Berufung zu Frieden und Glück. “Erbittet für Jerusalem Frieden!  Wer dich liebt, sei in dir geborgen. Friede wohne in deinen Mauern, in deinen Häusern Geborgenheit. Wegen meiner Brüder und Freunde will ich sagen: In dir sei Friede. Wegen des Hauses des Herrn, unseres Gottes, will ich dir Glück erflehen“ (Ps 122: 6-9).

Stattdessen ist dieses Heilige Land zu einem Land des Konflikts geworden. Vor vier Monaten haben wir den dritten aufeinander folgenden Krieg in Gaza erlebt, der Tausende von Opfern gefordert hat. Noch schlimmer ist, dass all diese Opfer umsonst gewesen zu sein scheinen: an den Wurzeln des Problems hat sich nichts geändert. Das israelische Volk lebt weiterhin in Angst und Unsicherheit, während das palästinensische Volk weiterhin nach Unabhängigkeit und Freiheit ruft und Gaza wartet darauf, zum dritten Mal neu aufgebaut zu werden. Dieser Krieg hat den Hass und das Misstrauen zwischen den beiden Völkern vertieft und es in eine Spirale der Gewalt und der Repressalien gebracht. In letzter Zeit hat die Gewalt auch die Orte des Gebets getroffen. Im Strudel des Todes wird weiter alles zerstört.
An dieser Stelle möchte ich zwei Appelle an sie richten.
Den ersten für den Wiederaufbau des Gazastreifens und der Verbesserung der Lebensbedingungen seiner Bewohner. Den zweiten für Maßnahmen, die das Cremisan-Tal betreffen, das davon bedroht ist, durch den Mauerverlauf,  58 christliche Familien aus Beit Jala von ihren Feldern zu trennen. Diese Familien würden den Zugang zu ihren Ländereien verlieren. Im Namen der Gerechtigkeit und der Moral, ersuche ich die Politik, diese Mauer zu verhindern.

Während seiner Pilgerreise hat Papst Franziskus an der Mauer zwischen Bethlehem und Jerusalem angehalten; er hat sich verbeugt und gebetet. Die Welt könnte all die Reden des Papst während seines Aufenthalts bei uns vergessen, aber nicht seinen kurzen Halt an dieser Mauer. Seine Heiligkeit betete für den Fall auch der  immateriellen Mauern in den Herzen und Seelen: die Mauern des Hasses, der Angst und der Arroganz.

Brüder und Schwestern,
in dieser Heiligen Nacht  ist es nicht genug über den Frieden zu sprechen, es ist vor allem notwendig, für den Frieden zu beten. Beten wir daher für den Frieden auf der ganzen Welt, für die Versöhnung im Nahen Osten, für die politischen Gefangenen und Häftlinge, beten wir für die Flüchtlinge in den Nachbarländern Jordanien und dem Libanon.
Beten wir für die Armen und wegen ihres Glaubens und ihrer Rasse Verfolgten. Und zum Schluss, lasst uns auch für unsere politischen Führer beten, damit  der Herr ihnen Weisheit und Stärke gewährt. Beten wir füreinander.
+ Fouad Twal
Lateinischer Patriarch von Jerusalem

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