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Gepostet on 12 Dez 2014 in Aktuelles der religiösen Gemeinschaften, Diözese, Hochfeste, Liturgisches Leben

Geweihte Personen sollten sich “täglich an den Grund ihres ihr Hierseins erinnern”

Geweihte Personen sollten sich “täglich an den Grund ihres ihr Hierseins erinnern”

Vie-Consacree-300x168BETHLEHEM – Am Sonntag 30. November 2014 wurde in Bethlehem das Jahr des “geweihten Lebens” feierlich eröffnet – eine von Papst Franziskus bei einem Treffen der Vereinigung der Generaloberen (USG) in Rom am 29. November 2013 verkündete Initiative. Die Feier wurde von Bruder Pierbattista Pizzaballa, dem Kustos des Heiligen Landes; geleitet, zugegen war der Vikar des Lateinischen Patriarchats in Jerusalem, Bischof William Shomali, als Vertreter der Versammlung der Katholischen Ordinarien des Hl. Landes.

 

Als eine gemeinsame Familie, bestehend aus den Älteren, die die Weisheit verkörpern, und den Jungen, die die Flamme des Lebens und der Hoffnung tragen, waren geweihte Männer und Frauen aus den Gegenden von Jerusalem und Judäa zugegen, um auf Einladung der katholischen Würdenträger im Hl. Land die Eröffnung des Jahres des “geweihten Lebens” zu feiern.

In seinen Willkommensgrüßen zu Beginn der Messe begrüßte der Kustos die Gemeinde einschließlich der Gemeindemitglieder von Bethlehem und der Nachbargemeinden und erinnerte daran, dass an diesem Tag drei Ereignisse gefeiert werden: der erste Advent, dann die in Gemeinschaft mit Rom begangene Eröffnung des Jahres des geweihten Lebens und drittens der Tag, an dem die Gemeinde und der Konvent der Franziskanerinnen in Bethlehem das Fest ihrer Schutzheiligen, der Hl. Katharina von Alexandrien, einer Märtyrerin des dritten Jahrhunderts, begehen.

Aber was ist eine religiöse oder geweihte Person? Es sind getaufte Männer und Frauen, die sich entschieden haben, ihren Taufeid zu leben, indem sie in der Nachfolge Christi auf dem Weg zum versprochenen Königreich ein unbedingtes Leben in Armut, Keuschheit und Gehorsam führen. Sie tun dies in unserer modernen Welt, suchen den Herrn und finden ihre Erfüllung im Dienst und nicht in Besitztümern. Der Zeugen für die heilige Religion bedarf es heute mehr denn je. Sie sind es, die uns ohne Unterlass das Wort “Gott allein genügt” wissen lassen, wie die Hl. Theresa von Avila ihre karmelitischen Schwestern immer wieder erinnerte.

Diese Botschaft wurde auch vom Kustos betont, der zu Beginn der Messe die geweihten Männer und Frauen an ihre Pflicht mahnte, “sich täglich an den Grund für ihr Hiersein zu erinnern”.

Im Evangelium zum 1. Advent (Markus 13:33-37) richtet Jesus eine Warnung an alle: “Seht euch also vor und bleibt wach”. Geweihte Männer und Frauen im Dienst der Kirche, die ihr durch eure Gelübde mehr Freiheit für den Dienst erlangen wollt, nehmt diese Worte des Herrn ernst und stellt in der Kirche sicher, dass das Gebet, das Fasten, das Wort des Herrn gehört und befolgt wird, solange wir auf das Königreich Gottes, sprich die zweite Wiederkehr des Herrn Jesus Christus, warten.

Ihre Aufgabe ist es, vor allem ihre Brüder und Schwestern und, im besonderen ihre Brüdern und Schwestern, die das Zeichen des Herrn tragen, daran zu erinnern, dass ER das letztendliche Ziel eines jeden Menschen und, in der Tat, der ganzen Schöpfung, ist (Rom 8:19).

Die Feier war ein Augenblick der Freude für alle Anwesenden. Eine familiäre Freude, denn die kleine Kirche im Hl. Land ist eine Familie. Alle, Laien und geweihte Personen gleichermaßen, kommen gerne von Zeit zu Zeit zusammen, um Nachrichten und ihre Erfahrungen auszutauschen.

Der Chor der Gemeinde in Bethlehem führte durch die Lieder in der Messe, die von einer großen Zahl von Priestern zelebriert wurde. Die Predigt hielt der Pfarrer der Gemeinde, Fr. Nirwan, OFM. Zwei junge geweihte Palästinenser – Br. Daoud Kassabri vom Orden der Christlichen Brüder und Schwester Mouna Totah vom Convent der Schwestern der Erscheinung des Hl. Joseph – “gaben Zeugnis” indem sie die Geschichte ihrer jeweiligen Berufungen erzählten. Beide sprachen von der “Freude eine geweihte Person” zu sein, die sie in ihrem jungen Leben bereits erfahren haben und sie ermutigt und bekräftigt hat, dem Vorbild eines christlichen Lebens zu folgen.

Zum Ende der Feier dankte Bischof Shomali allen Gläubigen namens der Vereinigung der christlichen Würdenträger im Hl. Land und hob hervor, dass die Mutter Kirche keine sterile Veranstaltung ist und immer neuer Berufungen bedarf. Nach Aussage des Bischofs sind diese Berufungen vielleicht nicht sehr zahlreich, sind aber prozentual gesehen im Vergleich zu der kleinen Zahl der Christen, die heute im Hl. Land leben, doch nicht so klein.

Ein ganzes Jahr wird dem “geweihten Leben” in der Universalkirche gewidmet sein. Dies ist auch eine Möglichkeit für die geweihten Personen, ihre Berufung zu vertiefen und ihre “erste Liebe”, wie Papst Franziskus dies formuliert hat, wiederzufinden. Es ist, gleichermaßen, aber auch ein Aufruf an die gläubigen Laien – die durch ihre Taufe ebenso Christus geweiht sind – die geweihten Personen im Gebet zu begleiten und an ihren selbstlosen, seit Jahrzehnten, manchmal Jahrhunderten, durch ihre Einrichtungen, Konvente und Klöster für die Gemeinschaft geleisteten Dienst zu erinnern.

 

Firas Abedrabbo

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