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Gepostet on 3 Dez 2014 in Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft

Die religiösen Führer von Jerusalem besuchen die Har Nof Synagoge

Die religiösen Führer von Jerusalem besuchen die Har Nof Synagoge

Synagogue-article-300x199JERUSALEM – Am Mittwoch, den 18. November, besuchten die religiösen Führer von Jerusalem – Christen, Moslems und Drusen – die Synagoge, die am Vortag Ziel eines verwerflichen Angriffs war. Vier Juden und ein israelischer Polizeioffizier wurden getötet. Der Besuch bei der jüdischen Gemeinde war ein Zeichen der Solidarität und ein Aufruf für die Menschen im Hl. Land und in der Welt, Frieden und Religionsfreiheit zu fördern.

„Ihre Geste ist höchst willkommen. Falls Sie jemals irgendjemand kritisiert, geben Sie vor, ihn nicht zu hören, denn Ihre Geste ist willkommen.“ Dies waren die Worte, mit denen die religiösen Führer von Jerusalem im Büro für religiöse Angelegenheiten des Innenministeriums begrüßt wurden, und später besuchten alle gemeinsam die Synagoge in Har Nof in Westjerusalem. Dieser Ort der Anbetung wurde am 18. November angegriffen, vier Juden, ein Polizeioffizier und zwei Palästinenser wurden getötet.

„Wir kommen als religiöse Führer zu einem Ort der Anbetung, daher zu einem heiligen Ort“, sagte Seine Seligkeit Fouad Twal, Lateinischer Patriarch von Jerusalem. „Diese Menschen wurden während des Gebets getötet. Jeder Ort der Anbetung jeglicher Religion sollte geschützt und geheiligt sein.“

Inmitten einer Gruppe von Journalisten und Bewohnern des Stadtteils, die sich im Hof versammelt hatten, sprachen nacheinander die religiösen Führer, drückten der Gemeinde ihr Beileid aus und verdammten die Gewaltakte sowohl gegen Israelis als auch gegen Palästinenser. Außerdem verdammten sie Gewalt und Terror, der im Namen einer Religion gegen eine andere ausgeübt wird. Sie erneuerten ihre leidenschaftliche Bitte um Freiheit der Äußerung und Religion für alle Menschen im Hl. Land und auf der Welt.

Botschaft und Aufruf

Christen und Juden bereiten sich jetzt auf ihre Feiertage zu Weihnachten und zu Hanukkah vor. In einer Zeit der sich verschlechternden Situation in Jerusalem, in der jeder Tag seinen Anteil an Furcht, Angst und verstörenden Ereignissen trägt, drückten die religiösen Führer erneut ihren Wunsch aus, Frieden zu finden und zu erhalten. Das Treffen von Christen, Moslems, Drusen und Juden im Herzen einer ultraorthodoxen Nachbarschaft ist auch ein Zeichen für die Welt und die Medien dafür, dass, wenn ein Angriff verübt wird, nicht nur die Zielgemeinde leidet, sondern alle jene, die um Frieden und Gerechtigkeit ringen.

Einmal mehr drängte Patriarch Twal jeden, „keine Angst zu haben und für den Frieden zu beten. Für dasselbe Ziel zu beten kann eine Gelegenheit sein, einander näher zu kommen.“ Der Patriarch sagte weiterhin, dass dieses Treffen beweise, „dass die Hoffnung nicht tot ist, es gibt immer Hoffnung, die Gewalt zu beenden.“

Die Stabilität im Mittleren Osten bedenkend kritisierte der Patriarch den Aufruf mancher Mitglieder des israelischen Parlaments zu einer „strengen Reaktion“, einer massiven und breiten „Bewaffnung“ der Bevölkerung. „Das ist keine Lösung. Politische Führer sollten weise und klug genug sein, alle Menschen zum Frieden zu führen und gleichzeitig der Eskalation des Fundamentalismus Einhalt zu gebieten.“

Wenn das Treffen dieser religiösen Führer ein Beweis für den Dialog ist, ist es in einer schwierigen und unglücklichen Situation durchgeführt worden. In anderen Worten, die Wiederkehr dieser Ereignisse unter den gegenwärtigen Umständen ist keine gute Nachricht. Aber es gibt immer Hoffnung, dass sie einander eines Tages herzlich begrüßen werden im Auftrag ihrer jeweiligen Nachfolger. Es wird ein Zeichen des Friedens für die ganze Menschheit sein in einem Land, das tatsächlich Heilig ist.

Pierre Loup de Raucourt

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