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Gepostet on 24 Nov 2014 in Dialog, Ökumenismus

50-Jahr-Feier von Orientalium Ecclesiarum in Jerusalem

50-Jahr-Feier von Orientalium Ecclesiarum in Jerusalem

Dies-1-300x200JERUSALEM – Orientalium Ecclesiarum, das Dekret des 2. Vatikanischen Konzils zu den Katholischen Kirchen des Östlichen Ritus wurde von Papst Paul VI am 21. November 1964 veröffentlicht. Seine Seligkeit Kardinal George Allencherry, Großerzbischof der Syrisch-Malabarischen Kirche, feierte den 50. Jahrestag dieses Ereignisses am 20. November in Jerusalem mit einem Vortrag: DIE BEDEUTUNG DER EINHEIT DER CHRISTLICHEN KIRCHEN UND DIE ROLLE DER RITUSKIRCHEN (SUI IURIS) INNERHALB DER KATHOLISCHEN KIRCHE. Die Feier fand im Rahmen des Dies Academicus im Englischen Campus der Päpstlichen Salesianer Universität in Jerusalem statt.

Die bei der Feier anwesenden Ehrengäste waren Seine Exzellenz Erzbischof Giuseppe Lazzarotto, Apostolischer Delegat in Jerusalem und Palästina; Weihbischof William H. Shomali, Lateinischer Patriarchalvikar für Jerusalem und Palästina; Erzbischof Joseph Jules Zerey, Griechisch-Melkitisch-Katholischer Patriarchalvikar; Erzbischof Gregoire Bouros Melki, Syrisch-Katholischer Patriarchalexarch von Jerusalem, und Vertreter der Theologischen Institute und Ordenshäuser in Jerusalem. Auch der Vertreter des Griechisch-Orthodoxen Patriarchen nahm teil.

In seiner Einleitung gratulierte der Kardinal der Päpstlichen Salesianer Universität zum passenden Termin für diesen Vortrag, „….der heutige Vortrag ist zeitlich gut geplant, besonders weil dieses Jahr der 50. Jahrestag der Veröffentlichung der Dogmatischen Konstitution Lumen Gentium des 2.Vatikanums und der Dekrete Orientalium Ecclesiarum und Unitatis Redintegratio ist. Diese drei Dokumente wurden am 21. November 1964 veröffentlicht, und diese Konferenz findet heute hier am 20. November2014 statt, nur einen Tag vor dem 50-jährigen Jubiläum dieses historischen Ereignisses.“ Er zitierte zunächst Papst Franziskus, indem er über die Einheit und Heiligkeit der Kirche sprach und betonte die Notwendigkeit, als eine Gemeinschaft zu leben, die sich auf Christus konzentriert; er schlug einen theoretischen wie auch einen praktischen Ökumenismus vor, der auf diesen drei Dokumenten basiert.

Später in seinem Vortrag stellte der Kardinal fest, dass die Einheit der Christen nur möglich sein könnte, wenn es eine Änderung der Herzen (eine innere Wandlung) gäbe, erleuchtet durch den Glauben, geleitet vom Gebet und eine Offenheit, in brüderlicher Harmonie zu leben. Einheit, sagte er, ist aber nicht Uniformität, und gab das Beispiel seiner eigenen Kirche. „Die Syrisch-Malabarische Kirche oder die Kirche des Hl. Thomas Christen in Indien ist so alt wie die Christenheit selbst auf indischer Erde“. Der Kardinal bestätigte, dass es kleine Unterschiede in der liturgischen Praxis zwischen der Syrisch-Malabarischen Kirche und der Lateinischen Kirche gäbe, doch, sagte er, die zwei hätten nie die Gemeinschaft gebrochen. Dann bezog sich Seine Seligkeit auf die Einheit der 23 katholischen Kirchen des Ostens und des Westens, die den Glauben, den sie von den Aposteln empfangen haben, unversehrt erhalten haben und zitierte Papst Johannes Paul II, um die Notwendigkeit der Einheit zu betonen, „Diese Kirche muss wieder lernen, mit zwei Lungen zu atmen, mit der östlichen und mit der westlichen.“

Er unterstrich dann die bedeutendsten Aspekte der folgenden Themen, die unzweifelhaft lebensnotwendig für den Dialog der christlichen Kirchen sind: die Kirche ist eine Gemeinschaft der Kirchen; Rituskirchen (sui iuris) und Riten; kanonische Definition von Rituskirche (sui iuris) und Ritus; das Gebet von Jesus – das Herz unserer Einheit; Geschenk Gottes – nicht die Frucht eines Vertrags; die Eucharistie und die Einheit; die Rolle der katholischen Ostkirchen (sui iuris) auf dem Weg zur Einheit der Kirche; und die Zusammenarbeit im Bereich der Evangelisierung und pastoralen Seelsorge.

In seinen abschließenden Bemerkungen rief Seine Seligkeit zur Einheit auf, eine, die alle christlichen Kirchen umfasst: „Wir alle, gleichgültig ob aus dem Osten oder dem Westen, Katholiken oder Nichtkatholiken, sollten ernsthaft in Sorge sein über die derzeitigen kulturellen und sozialen Trends, die überall zu einer progressiven De-Christianisierung und Säkularisierung führen, besonders in Europa. Wenn wir nicht zusammenstehen und gemeinsam handeln, wird sich der Prozess der Evangelisierung verschlechtern und die erste Mission, die Christus uns auftrug, wird keine Früchte tragen. Wir müssen immer und überall unser Engagement bekräftigen, für die Einheit der Christen zu arbeiten, wie Christus das wollte.“ Er zog dann die Aufmerksamkeit der Zuhörer „auf die Lage der Christen, die hier im Mittleren Osten leben, besonders im Irak und in Syrien, und auf andere religiöse und ethnische Minderheiten, die unter der Gewalt, die in dieser Region wütet, leiden, was sicher ein wichtiges Thema unserer Reflexion und unseres Gebets sein muss.“ Im Kontext dieser humanitären Katastrophe fügte der Kardinal hinzu, „ Ich glaube, dass das Wort Gewissen noch nicht ganz aufgewacht ist im Hinblick auf den Ernst der Situation. Daher ist es höchste Zeit, dass die internationale Gemeinschaft mit konkreten und effektiven Plänen interveniert, um Frieden herzustellen, Religionsfreiheit und Bewusstsein zu fördern und religiösen Fundamentalismus auszulöschen, der den extremen Grad der Verletzung der Menschenrechte erreicht hat.“

Auf diese Lectio magistralis folgte eine Zeit des Gesprächs zu diesem Thema mit Seiner Seligkeit. Einige einschlägige Fragen wurden gestellt, auf die Kardinal George sehr freundlich und wirklichkeitsnah antwortete.

Der Präsident des Campus der Päpstlichen Salesianer Universität in Jerusalem, Rev. Dr. Biju Michael, berichtete, dass das Institut das gesamte akademische Jahr 2014/2015 vertieften Studien der Orientalischen/Östlichen Kirchen in Seminaren und Konferenzen widmen werde.

Quelle: zenit.org