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Gepostet on 3 Nov 2014 in Kultur, Politik und Gesellschaft

Umweltschutz – eine gemeinsame Aufgabe der drei monotheistischen Religionen

Umweltschutz – eine gemeinsame Aufgabe der drei monotheistischen Religionen

Fath-and-ecologi-300x149-150x149JERUSALEM – Am Mittwoch 22. Oktober fand, gemeinsam mit dem “Interreligiösen Zentrum für nachhaltige Entwicklung”, der Konrad Adenauer Stiftung und dem Studium Theologicum Salesianum Jerusalem eine Konferenz zum Thema “Glauben und Ökologie” statt. Unter den Teilnehmern waren Weihbischof William Shomali, Vertreter der beiden anderen monotheistischen Religionen sowie Experten für Umweltfragen des Academic College of Tel Aviv Yaffo. 

Die Einführung machte Dr. Michael Borchard, Leiter der Konrad Adenauer Stiftung in Israel. Er begrüßte die Teilnehmer, unter denen eine große Anzahl Seminaristen des Studium Theologicum Salesianum wie auch einige jüdische und moslemische Vertreter waren.

Pater Biju Michael, Direktor des Studium Theologicum Salesianum, stellte in einer kurzen Präsentation die Bedeutung und das Interesse der Kirche am Schutz der Umwelt dar, wie es sich im besonderen aus den Schriften des Heiligen Papstes Johannes Paul II ablesen lässt, denen die Kirche am heutigen Tag in ihrer Liturgie besondere Aufmerksamkeit schenkt.

Im Anschluss daran stellte Rabbi Yonatan Neril, geschäftsführender Leiter des Interreligiösen Zentrums für nachhaltige Entwicklung, den Vorsitzenden der Konferenz, Rabbi Michael Melchior, vor. Rabbi Melchior betonte wie sehr Jerusalem, das “Tor zum Himmel”, der ideale Ort für eine solche Konferenz ist, und dass Religion eine wichtige Rolle spielt, wenn es um “Schutzmaβnahmen für die Umwelt auch und gerade im Interesse zukünftiger Generationen” geht. “Die Welt gehört Gott, wir sind nur Besucher. Wenn wir beim Schutz der Umwelt versagen, begehen wir ein schweres Verbrechen gegen die Religion”.

Wie Bischof Shomali ausführte, kann ein solches Treffen seine Begründung bzw. seinen Ursprung gleichermaßen in Theorie und Praxis finden. Die Praxis/Realität erinnert uns daran, wie sehr die Umwelt in Gefahr ist. Es ist diese genuine Notwendigkeit, die Umwelt zu schützen, die der Auslöser für diese Konferenz war. Der Bischof nannte als sehr reales Problem die Wasserverschmutzung insbesondere in Gaza, aber offenbar auch im Gebiet Jerusalem. Theorie – wie Weihbischof Shomali ausführte, erinnert uns die Schöpfungsgeschichte daran wie Gott alles ansah was er gemacht hatte: “es war sehr gut” (Genesis 1). Gott vertraute dem Menschen seine Schöpfung an, um sie zu schützen; der Mensch aber ist zu einer Gefahr für die Schöpfung geworden.

Iman Wisam Barhum stellte dann die Sicht und das Verständnis des Islams zur Umwelt dar. Der Islam sieht in der Erde den Ort, der die Propheten, die Sendboten Gottes und Überbringer der himmlischen Botschaften, angenommen hat. Gemäß dem Koran gebot Gott Noah zur Zeit der Flut ein Paar, männlich und weiblich, aus jeder Kreatur der Schöpfung auszuwählen. Moslemische Gelehrte sehen darin den Hinweis auf den Schutz der Tiere und Pflanzen. Gleichwohl legt der Mensch Hand an Gottes Schöpfung, die er letztlich zerstört und nicht schützt.

Rabbi Yuval Cherlow erläuterte dann, dass Religion nicht nur auf Rituale beschränkt ist, sondern an den Fragen der Welt teilhaben muss. “Religionen können nicht starr und nur alten Traditionen verhaftet sein. Sie müssen den Dialog mit der modernen Welt aufnehmen und führen. Das ist wichtig nicht nur zum Schutz der Umwelt, sondern auch zum Schutz der Religion selbst” führte er weiter aus.

Zum Schluss hörten die Teilnehmer das Wort der Wissenschaft durch Dr. Nurit Hashimy Yaffe vom Academic College of Tel Aviv Yaffo. Sie begann mit der Auflistung einiger der wichtigsten Probleme, denen die Umwelt aktuell ausgesetzt ist: Wetter, Abnahme der landwirtschaftlich genutzten Flächen usw. Die Umwelt betrifft ihrer Meinung nach nicht nur die menschliche Gesundheit und physische Leiden. Sie geht gleichermaßen die sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Seiten des gesamten Lebens an. Im Hinblick auf Umweltthemen ist der Mensch aufgefordert “politische Entscheidungen” zu treffen. Warum? Weil die Ressourcen, die wir uns teilen, begrenzt sind. Viele von ihnen sind nicht erneuerbar (wie z.b. Brennstoffe). Das ist der Grund warum es so ungemein wichtig ist, dass wir uns mit Sorgfalt und in sozialer Gerechtigkeit um die Ressourcen kümmern.

Dr. Yaffe schloss mit den Worten, dass die meisten der Umweltthemen in den großen (dominierenden) Ländern – ohne demokratischen Prozess – aufgenommen und behandelt werden.

Sie beendete ihre Ausführungen mit der Betonung der Tatsache, dass alle Menschen, unbeschadet ihrer Religion oder Nationalität, Partner bei der Bewahrung der Umwelt sind. Diese Gemeinschaft mag der Anlass sein um unsere Differenzen zu überwinden.

Firas Abedrabbo

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