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Gepostet on 28 Okt 2014 in Kirche, Politik und Gesellschaft, Regionalnachrichten

Ein Konsistorium zur Hilfe für die “Brüder in Not”

Ein Konsistorium zur Hilfe für die “Brüder in Not”

Consistoire-article-300x212ROM – Zum Ende der Familiensynode nutzte Papst Franziskus die Anwesenheit einer grossen Zahl von Kardinälen, um am 20. Oktober ein Konsistorium über den Nahen Osten abzuhalten. Neben den Kardinälen waren auch die Patriarchen der Ostkirchen und der lateinischen Diözesen im Osten zugegen, um ihre Bedenken und
Sorgen zum Ausdruck zu bringen und Vorschläge zur Überwindung der gegenwärtigen Krise zu machen.

 Papst Franziskus befasst sich, wie er vor den Kardinälen ausführte, laufend mit der dramatischen Lage der Christen im Nahen Osten; dieses Problem “berührt ihn von tiefstem Herzen”. Der Heilige Vater richtete gemeinsam mit den Kardinälen einen Appell an die internationale Gemeinschaft und drückte seine Besorgnis darüber aus, wie, um jeden Preis, der Verbleib der Christen im Nahen Osten gewährleistet werden könne: “Uns eint der gemeinsame Wunsch nach Frieden und Stabilität im Nahen Osten sowie der Wille, durch Dialog, Versöhnung und polititisches Engagement an einer Lösung zu arbeiten. Gleichzeitig möchten wir den christlichen Gemeinschaften die grösstmögliche Unterstützung geben, um ihnen beim Verbleib in diesem Teil der Welt zu helfen”.

Der vatikanische “Aussenminister” Kardinal Parolin berichtete dann kurz über die Gespräche und Ergebnisse des Anfang Oktober abgehaltenen Treffen des Papstes mit den Nuntien im Irak, Jordanien, Syrien, Libanon, Ägypten, Israel, Palästina und Iran. Die Patriarchen der Katholischen Kirchen im Osten wie auch der lateinischen Diözesen in diesen Ländern haben, einer nach dem anderen, über ihre Schwierigkeiten und die zu ertragenden Leiden berichtet. Wie Pater Lombardi, Director der Pressestelle des Vatikans, ausführte, spürten die Patriarchen “die Unterstützung und ein Zeichen der Nähe von seiten des Papstes und des Kardinalskollegiums”.

Gemäss einer Bewertung der vatikanischen Nachrichtenagentur Vatican News.va waren sich die Kardinäle einig, dass für die Länder dieser Gegend die Neuausrichtung und Umgestaltung ihrer Zukunft von herausragender Bedeutung ist. Viele Konflikte machen die Versuche zunichte, friedliche Lösungen zu finden. Jerusalem muss als die “Hauptstadt des Glaubens” der drei monotheistischen Religionen anerkannt werden. Es ist unbedingt notwendig, dass Lösungen für den israelisch-palästinenschen und den syrischen Konflikt gefunden werden und die Erhebung der Kämpfer des sog. Islamischen Staats eingedämmt wird. Es wurde zudem ein weiterer Appell auf den Weg gebracht: für die Freiheit der Religionsausübung als ureigenes (angeborenes) Grundrecht inbesondere in den – zumeist islamischen – Staaten, die eine Staatsreligion haben.

Wie kann die Flucht der Christen aufgehalten werden

Zum Abschluß des Konsistoriums erinnerte Kardinal Parolin im Rahmen einer Pressekonferenz daran, “wir dürfen nicht dem Gedanken an einen Nahen Osten “frei” von Christen erliegen, denen eine so unverzichtbare Rolle im Friedensprozess, im Prozess der Versöhnung und der weiteren Entwicklung zukommt.”

Den Ausführungen des Kardinals zufolge ruft die Kirche alle Christen des Ostens auf, in ihrem Land zu bleiben und “die Bedingungen für ein Leben in Frieden und Sicherheit, mit Arbeit und einer Zukunft für die Region zu gestalten”. Diese Lösung ist der Emigration, die die Gemeinschaften in besonderer Weise beeinträchtigt, vorzuziehen”. Es ist die grosszügige Visa-Erteilung der Staaten, die hier anzusprechen ist; durch sie besteht die Gefahr einer “Entleerung” der christlichen Präsenz im Nahen Osten.

Um die Christen in ihrer Standhaftigkeit zu bestärken sind die die immer gleichen Lösungen zu hören: Fortführung des interreligiösen Dialogs zur Vertiefung der gegenseitigen Achtung, um das friedliche Zusammenleben zu fördern. Dies ist eine in der Tat heikle Aufgabe in den Ländern der Region, in denen täglich Männer, Frauen und Kinder wegen ihres Glaubens zu Opfern werden.

Die Kirche appelliert an Pilger in aller Welt, auf Pilgerreise in das Land der Bibel, das Land Jesus’ und der ersten Christen zu gehen, um ihre Unterstützung und ihre Nähe zu den Christen dort zu zeigen. Kardinal Parolin rief zudem die Caritas Bewegung auf, ihren Einsatz dort nicht aufzugeben; er ist von fundamentaler Bedeutung als Hilfe für alle jene, Christen und Nichtchristen, deren Freiheit missbraucht wird.

 

Pierre Loup de Raucourt