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Gepostet on 16 Okt 2014 in Kirche, Synode

Familien-Synode nimmt die Arbeit auf mit „Gott, hör den Ruf des Volkes“

Familien-Synode nimmt die Arbeit auf mit „Gott, hör den Ruf des Volkes“

Synode-300x212Vatikan Stadt – Am Sonntag, den 5. Oktober 2014 eröffnete Papst Franziskus die lang erwartete Familien-Synode. Zwei Wochen lang werden ca. 250 Bischöfe, Ordensangehörige und Laien aus der ganzen Welt mit dem Papst die „pastoralen Herausforderungen für die Familie im Kontext der Evangelisierung“ diskutieren.

Die Bischofssynode zur Familie hat begonnen. Sie begann mit einer konzelebrierten Messe im Petersdom am Sonntag.

Was ist eine Synode?

In der römisch-katholischen Kirche ist eine Synode ein maßgebendes Treffen von Bischöfen zu Themen der Kirchenverwaltung auf den Gebieten der Lehre und Führung. Im modernen Gebrauch ist sie eine Instanz der Kollegialität, eingerichtet von Paul VI nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, um dem Papst in der Kirchenführung zu assistieren und ihn zu beraten, obwohl er der letzte Entscheidungsträger ist. Eine Synode kann kein Dogma ändern oder spezielle Punkte zu einem Dogma hinzufügen, das kann nur ein Konzil. Eine Synode schafft keine Theologie als solche, sie behandelt nur pastorale Angelegenheiten: Daher kann sie nicht die Theologie der Ehe und Familie revidieren oder dieses Sakrament (eingerichtet von Konzil von Lyons 1274) modifizieren. Sie wird trotzdem versuchen, Licht auf die Seelsorge der Menschen unserer Zeit zu werfen. Neben den Kardinälen nehmen die Führer der Dikasterien, die Bischöfe und Laienführer – 253 Personen – teil: die Ostkirchen sind vertreten durch den Primas des Hl. Landes, den Patriarchen von Jerusalem Fouad Twal. Andere eingeladene Personen sind Psychologen, Professoren der Hl. Schrift und des Kanonischen Rechts, Philosophen und Vertreter von Familienorganisationen aus verschiedenen Kontinenten.

Was sagt die Kirche über die Familie?

Überall in der Bibel kommen Familiengeschichten vor, von Adam und Eva bis zur Hl. Familie. Im Neuen Testament bekräftigt Jesus die Unauflösbarkeit der Ehe,Ein Mann wird seinen Vater und seine Mutter verlassen und sich an seine Frau binden, und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen!“ (Matthäus 19:4-6). Jesus setzt fort: „Ich sage euch, wer seine Frau verlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch.“ (Matthäus 19:8-10). Die zentrale Realität der menschlichen Existenz, die Familie, wurde in den frühen Jahrhunderten von den Kirchenvätern so gesehen: Gott ist in ihrer Mitte und setzt sein Wirken fort durch die Erschaffung von Mutter- und Vaterschaft. Der Hl. Johannes Chrysostomos definierte die Familie als kleine „häusliche“ Kirche. Heute behandelt die Kirche neue Fragen im Angesicht der wechselnden Sitten und Lebensbedingungen, die die Familien herausfordern. Diese Herausforderungen sind nicht die gleichen von einem Land oder Kontinent zum anderen. Im HL. Land, zum Beispiel, wie Patriarch Fouad Twal in „Radio Vatikan“ sagte, kristallisieren sich die ernstesten Herausforderung um die desaströse politische und wirtschaftliche Situation, die die Emigration unserer Familien verursacht, oder um das Problem der geteilten Familien wegen der Trennungsmauer, oder um Arbeitsprobleme wegen Dokumentationsangelegenheiten oder Genehmigungen zwischen Israel und den Palästinensergebieten. „Unsere Probleme und unsere Herausforderungen sind nicht dieselben wie in Europa, das Familienmodell ist nicht das gleiche“, betonte der Patriarch, „wir sind ein bisschen konservativer.“

Pope-Family-300x225„Suchen, was der Herr von seiner Kirche heute erwartet“

Die erste Aufgabe dieser Synode ist es, Vorschläge zu machen, die Männern und Frauen helfen, die sehr zerbrechlichen Familienbande heute zu humanisieren und zu verbessern. Ist das Ideal, das die Kirche für Ehe und Familie vorschlägt, schwierig, weil Glaube an das Wirken von Gott für einige zu schwierig scheint? Und ist die Krise der Familie eigentlich eine tiefere Krise des Glaubens?

Der empfindlichste (und sicher am meisten erwartete) Punkt ist der Status der Geschiedenen und Wiederverheirateten. Schon vor der Synode gab es verschiedene Perspektiven und „Krämpfe“ zu dem Thema, und die Debatte spekuliert über die Möglichkeiten der Kommunion für Geschiedenen und Wiederverheiratete, was direkt oder indirekt die Frage der Unauflösbarkeit der Ehe betrifft. Die Debatte wird hauptsächlich zwischen Kardinal Kasper und 5 Kardinälen geführt – Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Raymond Leo Burke, Präfekt des Obersten Tribunals der Apostolischen Signatur, zuständig für die rechtlichen Fälle einer Eheannullierung; Kardinal Carro Caffara, Erzbischof von Bologna; Kardinal Walter Brandmüller, emeritierter Präsident des Päpstlichen Komitees für Historische Wissenschaften; und Kardinal Velasio De Paolis, emeritierter Präsident der Präfektur für Wirtschaftliche Angelegenheiten des Hl. Stuhls.

Bei der Eröffnung der Synode betonte der Papst seinen Wunsch, dass die Synode Richtlinien und Empfehlungen für die Seelsorge von Einzelnen und Familien herausgebe. Während der Vigil am Samstag, den 4. Oktober, rief der Papst die Synodenväter auf, den Hl. Geist anzurufen um „die Gabe, Gott zuzuhören“ und „den Ruf der Menschen“ zu hören. Während diese Synode, der verschiedene Worte vorangegangen sind, sich darauf vorbereitet, die schwierigen Themen in Angriff zu nehmen, drängte Papst Franziskus die Teilnehmer dazu, auf „eine offene und aufrichtige brüderliche Konfrontation vorbereitet zu sein.“

Aufbauend auf das Zweite Vatikanische Konzil und das Dokument „Gaudium et Spes“ bestand der Papst darauf, dass der synodale Prozess damit beginnen müsse, auf die Zeichen der Zeit zu hören. „Um herauszufinden, was der Herr von seiner Kirche heute erwartet, müssen wir den „Geruch“ der Menschen von heute wahrnehmen, um in ihre Freuden und Hoffnungen, ihre Sorgen und ihre Angst einzutauchen: und so werden wir erkennen, wie wir die guten Nachrichten über die Familie glaubwürdig bereitstellen können.“

Bei der Eröffnungsmesse segnete der Papst die Reliquien eines Ehepaares, die seligen Louis und Zelie Martin, und die ihrer Tochter, die Hl. Theresa vom Kinde Jesu, die während der zwei Wochen der Beratungen zur Verehrung in der Kapelle der Synodenhalle ausgesetzt sind. Eine Möglichkeit zu sagen, dass Heiligkeit, die die Berufung jedes Menschen ausmacht, ob verheiratet oder geweiht, auch der Ruf jedes Paares und jeder Familie ist.

Die Redaktion