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Gepostet on 9 Okt 2014 in Bischöfe, Pressemitteilungen, Publikationen

Statement der Konferenz der Lateinischen Bischöfe der Arabischen Regionen (CELRA)

Statement der Konferenz der Lateinischen Bischöfe der Arabischen Regionen (CELRA)

Celcra-300x225RAS EL KHAIMEH (VAE) – Vom 30. September bis zum 4. Oktober 2014 hielten Bischöfe der Arabischen Halbinsel, aus Syrien, dem Libanon, Jordanien, Palästina, Israel, Zypern, Dschibuti und Somalia ihr jährliches Treffen ab. Hier folgt das Kommuniqué, das sie am Ende des Treffens veröffentlichten.

 

Unser jährliches Treffen wurde in Ra‘s al Chaima (VAE) vom 30. September bis zum 4. Oktober 2014 abgehalten, unter der Teilnahme von Bischöfen von der arabischen Halbinsel, aus Syrien, dem Libanon, Jordanien, Palästina, Israel, Zypern, Dschibuti und Somalia. Nach einem bereichernden Austausch über die pastorale Situation in unseren Ländern studierten und diskutierten wir die drei Themen unseres Programms: Frieden und Versöhnung, Migration und Familie.

1. Wir, die Bischöfe, teilen die Leiden unserer Menschen in Gaza, Syrien und dem Irak, die massive und extensive Zerstörung, Tote und Verletzte in großer Zahl erlitten haben; und jene in Jemen und Somalia, wo noch immer große politische Instabilität herrscht. Die Informationen über die Situation in diesen Konfliktgebieten sind schrecklich. Neun Millionen Syrer sind vertrieben oder heimatlos. Mehr als die Hälfte der schutzlosen syrischen und irakischen Christen haben ihre Länder verlassen. Zum ersten Mal in siebzehn Jahrhunderten ist eine große Stadt wie Mossul ohne ihre christliche Gemeinde. Die Leiden der anderen Minderheiten wie Jesiden und Kurden und von vielen Schiiten und Sunniten machen uns nicht teilnahmslos. Um der Absurdität dieser Konflikte ein Ende zu bereiten, ist es notwendig, die Ursachen zu heilen und zu lösen, wie die Ungerechtigkeit in Palästina, religiöse und ethnische Intoleranz wie in Syrien und im Irak, ohne die politischen und ökonomischen Interessen der Länder auszuschließen, die den Krieg unterstützen und Waffen verkaufen.

Aus diesem Grund wiederholen wir:

Es gibt keinen Frieden ohne Gerechtigkeit und keine Gerechtigkeit ohne Respekt vor den Menschenrechten, sozialen und religiösen, und ohne Respekt vor der Würde des Menschen. Schlussendlich gibt es auch keinen Frieden ohne Vergebung und Versöhnung. Die Kirche betet und arbeitet, dass Versöhnung im Mittleren Osten Wirklichkeit werde. Ohne wahre Versöhnung basierend auf Gerechtigkeit und gegenseitiger Vergebung wird es keinen Frieden geben, weil die gleichen Faktoren, die den Konflikt verursachen, weiterhin mehr Hass und mehr Kriege auslösen werden.

Gewalt im Namen der Religion darf gegen niemanden verwendet werden, weil jeder Mensch das Recht hat, respektiert zu werden, ungeachtet seiner religiösen Zugehörigkeit, seiner ethnischen Herkunft oder seines Minderheitenstatus. An diesem Punkt möchten wir die Rolle der Kirchen und ihrer Institutionen bei der Verteilung humanitärer Hilfe loben, die nicht auf die Religionszugehörigkeit der Menschen schauen, genauso wie den Heroismus vieler Muslime, die religiösen Radikalismus verurteilen und unter Lebensgefahr verfolgte Minderheiten verteidigen.

Das Recht der Unterdrückten zur Selbstverteidigung muss geschützt  und die internationale Gemeinschaft  unterstützt werden bei der Anwendung angemessener Mittel, um Aggression und Ungerechtigkeit gegen ethnische und religiöse Minderheiten zu stoppen.

2. Wir anerkennen die Millionen fremder Arbeiter, die Beschäftigung und Möglichkeiten für ein Leben in Würde suchen und die in vielen Ländern des celra2-300x225Mittleren Ostens aufgenommen wurden. Wir danken den Regierungen, die positive Schritte setzen in der Anerkennung der freien Religionsausübung für Migranten. Diese Migranten mit ihren Fähigkeiten und ihrem Enthusiasmus tragen zum Wohlergehen der Bewohner dieser Länder und zum Aufbau positiver gegenseitiger Beziehungen im Austausch für einen gerechten Ausgleich bei. Gleichzeitig bitten die Bischöfe sie, die Kultur und Traditionen der Länder, die sie aufgenommen haben, zu respektieren.

Wir trafen viele Gemeinden in Dubai, Abu Dhabi, Umm al Qaiwain, Sharjah und Ra‘s al Chaima, zu denen 34 Nationalitäten gehören. Wir bewunderten ihren Glauben, weil sie mitten in Schwierigkeiten und Opfern leben, das aber mit großer Freude. Die Mehrheit der Arbeiter gibt ein Zeugnis des Friedens und der Toleranz und erwartet Gegenseitigkeit und Respekt für ihre menschliche Würde und ihre sozialen Rechte, in besonderer Weise die Frauen.

3. Im Hinblick auf die bevorstehende Synode zur Familie während des Monats Oktober in Rom tauschten wir Ideen aus über die Schönheit, Zentralität und Bedeutung der christlichen Familie, die von Gott gewollt ist nach dem Modell des Bundes zwischen Christus und seiner Kirche. Wir diskutierten die verschiedenen Herausforderungen für die Familien im Allgemeinen, aber besonders die Erfahrungen der Flüchtlinge und Migranten. Wir dachten an die Ehepaare, die getrennt sind oder eine Krise durchleben, und wir stellten uns die Frage, wie man eine Ausgewogenheit finden kann zwischen der Unauflöslichkeit der Ehe einerseits und den Bedürfnissen nach einem Leben mit den Sakramenten der Geschiedenen und Wiederverheirateten andererseits. Wir betonten auch die Notwendigkeit für eine ständige Bildung von Kernfamilien, besonders in der Begleitung junger Paare und ihrer Aufnahme in kirchliche Bewegungen, die sich um Familien kümmern.

Wir freuen uns auf die vielen Früchte der bevorstehenden Synode und laden unsere Gläubigen ein, für Papst Franziskus und die Synodenväter zu beten, dass der Herr sie erleuchten möge, damit sie angemessene Antworten auf die Herausforderungen und Risiken, mit denen die Institution Familie konfrontiert ist, geben.

Die Bischöfe der CELRA

Ra‘s al Chaima

Oktober 2014, am Fest des Hl. Franz von Assisi