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Gepostet on 26 Sep 2014 in Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft

Die Caritas sieht sich mit einer beängstigenden Aufgabe im Nahen Osten konfrontiert

Die Caritas sieht sich mit einer beängstigenden Aufgabe im Nahen Osten konfrontiert

Caritas Irak 2014Rom – Im Hauptquartier der Caritas International im Vatikan fand von 15. – 17. September 2014 ein Treffen von der Caritasorganisationen im Nahen Osten  statt, um die geopolitische und demographische Situation der schon laufenden Hilfen und Aktionen für die von den Konflikten betroffenen Personen zu diskutieren. Verschiedene Funktionäre geben offen zu, dass sie überlastet sind.

Viele heiße Themen wurden diskutiert: Millionen syrischer Flüchtlinge, die humanitäre Krise in Gaza und die Ausbreitung des islamischen Staates mit all ihren Konsequenzen für die Christen. Der offizielle Bericht von Michel Roy, Generalsekretär von Caritas International, ist kompromisslos: „Der Nahe Osten ist in Aufruhr, und die Caritas ist überfordert mit den steigenden Bedürfnissen, während die Ressourcen schrumpfen. Wir können nicht akzeptieren, dass Millionen von Menschen, ganze Gesellschaften, die einst in Frieden zusammenlebten, zerstört werden.“

Das Krisentreffen stand daher unter dem Thema,  „in den kommenden Monaten und Jahren nach der bestmöglichen Antwort auf die Tragödie“ zu suchen und „wie mit anderen Organisationen von außerhalb und mit Organisationen der katholischen Kirche zusammenzuarbeiten, um Frieden und Stabilität in der Region zu fördern.“ Caritasvertreter aus der Türkei, aus Syrien, Jordanien, Jerusalem, dem Libanon und dem Irak kamen zu dem Treffen.

Während des vergangenen Jahrzehnts hat die Caritas des Nahen Ostens fast einer Million Menschen geholfen durch Unterkunft, Nahrung, Basisversorgung, psychologische Unterstützung und all dem, was einer Bevölkerung helfen kann, die physisch und moralisch von Krieg, Vertreibung und Verlust betroffen ist. Weit entfernt von einem Abschluss braucht die Arbeit zur Fortsetzung noch Jahre voller Energie. Die Direktoren der Caritas stöhnen unter der Last der Aufgabe und sehen kein Licht am Ende des Tunnels.

„Der Friede muss von innen kommen“

Die klare Aufgabe ist es, durch die Unterstützung der Bevölkerung für einen dauerhaften Frieden zu arbeiten. Daher ist es die wichtige Augabe der lokalen Caritas-Organisationen, dass die, die in der Region arbeiten, die gleiche Nationalität haben wie die zu Unterstützenden oder dass sie aus der gleichen Kultur kommen. Sie sind sich der Probleme mehr bewusst und können die Bedürfnisse erkennen, und so kann durch sie Friede von innen und nicht von außen gefunden werden. Kardinal Maradiaga, Präsident von Caritas International, betonte besonders, dass „Friede im Nahen Osten auf Gerechtigkeit für alle Völker basieren muss. Er sollte nicht von außen errichtet werden, sondern muss von innen kommen.“

In einer Region jedoch, die seit vielen Jahren unter Kriegen leidet, ist die Hoffnung, dass Friede von innen entsteht, momentan ziemlich gering. Er hängt auch ab von den Waffen verkaufenden Länder ab, die Verkäufe an den Nahen Osten zu stoppen. Papst Franziskus stellte bei der Gedenkfeier zum Beginn des Ersten Weltkriegs von vor hundert Jahren fest, dass „ein Krieg niemals notwendig oder unvermeidlich ist… Man kann immer eine Alternative finden: den Weg des Dialogs, des Treffens und der ehrlichen Suche nach Wahrheit.“ Es ist darüber hinaus eine Notwendigkeit für die bereits überstrapazierte Caritas, all ihre verbleibende Energie zum Erreichen des Friedens einzusetzen.

Pierre Loup de Raucourt