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Gepostet on 24 Sep 2014 in Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft, Pressemitteilungen, Publikationen

Anerkennung der “Aramäer”: ein Versuch, die christlichen Palästinenser zu spalten?

Anerkennung der “Aramäer”: ein Versuch, die christlichen Palästinenser zu spalten?

 Palestinian-christians-300x158PRESSEMITTEILUNG – Am 16. September publizierte die Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der Bischöfe des Heiligen Landes eine Erklärung, in der sie Stellung zur Frage der Anerkennung der “Aramäer”  seitens des Staates Israel nahm.

 

Kommission für Gerechtigkeit und Frieden

Rat der katholischen Bischöfe

Die Tagesnachrichten von heute, dem  16. September 2014, kündigen die Absicht des Innenministeriums an, den Zusatz “Aramäer” zu der Bezeichnung “Christ” zu fördern, um den Begriff “arabisch” in den Personalausweisen der Palästinenser in Israel zu ersetzen.

Aramäisch war Jahrhunderte lang die Sprache der Juden. Das heißt, bis zur Wiedereinführung des Hebräischen erst am Ende des 19. Jahrhunderts. Die arabischen Länder der Levante haben aufgrund ihrer  Geschichte durch die Jahrhunderte Aramäisch, Griechisch und Arabisch gesprochen, bis zur endgültig Verbreitung des Arabischen. Heute sind wir in Israel arabische Palästinenser.

Wenn dieser Versuch, die christlichen Palästinenser von den anderen Palästinensern zu trennen dazu dienen soll, die Christen zu schützen oder zu verteidigen, wie  von einigen israelischen Behörden behauptet, erklären wir: gebt uns zu aller erst  unsere Häuser, unser Land und unsere Dörfer, die ihr beschlagnahmt habt zurück. Zweitens: der beste Schutz für uns ist es, uns bei unseren Leuten zu lassen. Drittens: der beste Schutz für uns ist, wenn ihr euch ernsthaft auf den Weg zu einem Frieden machen.

Aber wenn es eure Absicht ist, sich dadurch , dass ihr unsere Identität modifiziert, uns als Partner für den Frieden zu gewinnen, sagen wir euch: wir sind bereits Partner für den Frieden, auch ohne diesen Angriff, der unsere Identität untergräbt. Alle Palästinenser sind  Partner für den Frieden, auch wenn viele davon ausgehen, dass ihr es seid,  die ihn ablehnen. Wenn ihr also im Kriegszustand bleiben wollt, bringt uns nicht dazu, einen Weg beschreiten zu müssen, der nicht der unsere ist, nämlich den  Weg des Krieges, der nicht ein weiser Weg ist, sondern  vielmehr ein Weg, der weder Gutes  für euch,  noch für uns, noch für die gesamte Region bringt. Es besteht keine Notwendigkeit, dass wir, ihr und die ganze Region in permanentem Kriegszustand leben. Wenn Krieg eure erste Wahl ist, um stark zu bleiben, lasst uns unsere Entscheidung für den Frieden, eine Wahl zu der wir uns verpflichten: für uns selbst, für euch, für unser Volk und für die ganze Region.

Denjenigen palästinensischen Christen in Israel, die diese Idee zur Rückkehr an die aramäischen Wurzeln und den Eintritt in den Militärdienst unterstützen, sagen wir, wacht auf! Kehrt zurück zu eurem Gewissen! Es kann nicht sein, dass ihr eurem Volk schadet, um eure momentanen persönlichen Interessen  zu befriedigen. Dadurch tut ihr weder euch noch Israel etwas Gutes. Israel braucht dieses Christen, denen Christus sagte: “Selig sind, die Frieden stiften” und nicht, gesegnet sind diejenigen, die ihre Identität verunstalten, zu Feinden des eigenen Volkes werden und als Soldaten kämpfen.

All dies bringt keinen Frieden, weder für euch noch für Israel. Tut euch selbst, eurem Volk und Israel  einen Dienst, indem ihr bei der Wahrheit bleibt. Die Wahrheit über eure Identität: Ihr seid palästinensische Christen, Friedensstifter für euch selbst, für die Palästinenser und für die Israelis. Die christliche Berufung besteht nicht darin zur Kultur der Aramäer zurückzukehren, noch in den Krieg zu ziehen, sondern den Weg des Friedens zu beschreiten und dies zu zeigen. Dieser Friede: auf palästinensische und jüdische Menschenwürde gebaut, in völliger Legalität.

Selig sind, die Frieden stiften, denn sie sind die wahren Diener Gottes und des Menschen, eines jeden Menschen, Palästinenser und Israeli, und der ganzen Region.