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Gepostet on 19 Sep 2014 in Aktuelles aus der Diözese, Diözese, Kirche, Patriarch

Treffen mit einer Delegation US-amerikanischer Bischöfe: “Wir können nicht schweigen”

Treffen mit einer Delegation US-amerikanischer Bischöfe: “Wir können nicht schweigen”

Rencontre-eveques-USA-300x199JERUSALEM – Am Freitag 12. September 2014 traf sich eine Delegation von zwanzig Bischöfen aus den Vereinigten Staaten auf ihrer Pilgerreise auf den Spuren von Papst Franziskus, in Begleitung von Mitgliedern des CRS (Catholic Relief Services), mit seiner Seligkeit Fouad Twal, dem Lateinischen Patriarchen. Man sprach über die zahllosen Herausforderungen für die christliche Gemeinschaft im Hl. Land und der Patriarch sowie mehrere Sprecher forderten Gebet und Unterstützung für die Mutter Kirche in ihrer konkreten Not.

 

Es handelt sich um eine Pilgerreise “in den Fußstapfen” von Papst Franziskus, der im Mai zur Kirche nach Jerusalem und in den Nahen Osten kam, um deren Leiden und Herausforderungen besser zu verstehen und sich der Schwierigkeiten der Christen anzunehmen. Dies ist ebenfalls das Ziel der Reise dieser Delegation der US-amerikanischen Bischofskonferenz (USCCB).

 

Zu Beginn des Treffens sprach Patriarch Fouad “namens der ganzen christlichen Gemeinschaft und nicht nur der Katholiken des Hl. Landes” seinen wärmsten Dank für die Zuwendung und die Unterstützung der Delegation für die lokale Kirche aus. Von Beginn an betonte er: “Ich glaube dass alle Bischöfe aufgerufen sind, sich mitverantwortlich für die christliche Gemeinschaft in dieser Gegend, der Wiege der Christenheit, zu fühlen”. Er erinnerte dann an die zwei “Säulen”, die die Kirche in Jerusalem kennzeichnen: es ist die Kirche der Auferstehung, aber auch die Kirche Golgathas, des Kreuzes. Sie steht in der Mitte politischer Themen, sie muss sich mit der Emigration der Gläubigen ins Ausland auseinandersetzen und mit Herausforderungen, wie der Aufnahme von über einer Million syrischer Flüchtlinge in der Diözese Jordanien, fertig werden. Er fuhr fort “wir nehmen unser Kreuz an. Golgatha ist nicht weit vom leeren Grab. Unsere Hoffnung auf und die Arbeit für den Frieden wird nie aufhören”.

 

Der Patriarch dankte den Bischöfen für ihren “solidarischen Besuch”, der an den Besuch von Papst Franziskus erinnert – vor allem eine spirituelle Pilgerreise, mit der aber auch Zeugnis derselben Solidarität gegeben wurde und bei der die politische Dimension natürlich nicht ausgeschlossen werden konnte. Zwei Höhepunkte seiner Reise waren sein Treffen mit syrischen Flüchtlingen am Ufer des Jordan und mit den Kindern des Lagers Dheisheh in Bethlehem. “Wir zählen auf Ihre Gebete, Ihre Solidarität, Ihre Fürsprache und ihren Willen, mit uns voll Mut mit einer Stimme zu sprechen; den Mut die Wahrheit zu sagen. Wir können nicht schweigen! Wir sind absolut gegen jede Form von Gewalt. Und wir wollen Frieden für alle: Juden, Muslime und Christen”.

 

Dann sprach der Leiter der Schulverwaltung, Pfarrer Faysal Hijazen, und betonte die besondere Bedeutung der Erziehung für die Bildung einer neuen friedlichen Generation und zitierte die Worte von Papst Franziskus in Bethlehem: “Ein Kind ist ein Zeichen des Friedens”.

Der Direktor der Schule in Beit Jala gab einen Abriss über die Herausforderungen für die Schulen im Hl. Land, die seit 160 Jahren in diesem Gebiet arbeiten und zur Zeit über 17.000 Schüler in über 45 Schulen unterrichten. Schulen sind der wichtigste Nährboden für die Vermittlung von Glauben, der universellen christlichen Werte und lehren so gegenseitigen Respekt und das gleichberechtigte Miteinander verschiedener Religionen. Sie helfen auch, in diesem so aufgewühlten Teil der Welt die Präsenz der Christen und ihre Identität zu bewahren. Hinsichtlich der erwähnten Herausforderungen, denen sich die Schulen stellen müssen, sind prioritär zwei Punkte hervorzuheben: die soziale Sicherung der Lehrer – die de facto bis jetzt nicht gegeben ist – und die Instandsetzung der Schulen in Gaza. Mit Blick auf diese Aufgaben schlug Pfarrer Faysal den amerikanischen Bischöfen vor, dass jede Diözese in ihrem Land die Patenschaft für eine Schule übernimmt.

 

Pfarrer Raed Abusahlia, Generaldirektor der Caritas in Jerusalem, gab einen Überblick über die Nöte der Menschen im Hl. Land, und benannte konkrete und jetzt aktuelle Notlagen in Gaza. Nach intensiven Notfallmaßnahmen während des Krieges ist es jetzt erforderlich, den langwierigen Wiederaufbauprozess anzugehen, weiterhin aber auch den unmittelbaren Bedürfnissen der Flüchtlinge und Obdachlosen nachzukommen. Pf. Raed hob die Arbeit der Caritas für Frieden und Koexistenz hervor. Für eine kürzlich gestartete Initiative “Fußball statt Bomben” stiftete die Organisation mehr als 7.000 Fußbälle für die Kinder in Gaza. Und als “Antwort” auf 4564 Raketen der Hamas wurden 4564 Ballons an Kinder in Süd-Israel geschickt. “Dies ist eine sehr symbolische Botschaft. Auf beiden Seiten haben die Kinder gelitten. Diese Kinder sollten spielen” sagte Pf. Raed, während er betonte, wie sehr berührt er während des Krieges von der Solidarität vieler israelischer Vereine war, die sich für Frieden einsetzen; ebenso von Einzelpersonen, die Hilfe leisteten und ihre Unterstützung für die Menschen in Gaza zum Ausdruck brachten. Der Direktor der Caritas in Jerusalem schloss seine Ausführungen wie sein Vorredner mit dem Vorschlag Patenschaften für die Aktivitäten und Projekte der Caritas zu übernehmen.

 

Als nächstes sprach der Gemeindepfarrer von Gaza, P. Jorge Hernandez; er dankte dem Catholic Relief Service und der Caritas für ihre wertvolle

P. Jorge Hernandez, Heilung der lateinischen Pfarrei von Gaza und Mgr Shomali

P. Jorge Hernandez, Heilung der lateinischen Pfarrei von Gaza und Mgr Shomali

Unterstützung während des Krieges. Er betonte die Dringlichkeit eines politischen und nicht nur ökonomischen Lösungskonzepts für Gaza. “Wir brauchen eine Lösung für die Blockade Gazas, sonst bleibt bei es einem Wiederaufbau vor dem nächsten Krieg”. Viele Christen entscheiden sich das Land zu verlassen und die Zahl der Christen in Gaza nimmt weiter ab berichtete P. Jorge. Die humanitäre Katastrophe, die sich mit dem herannahenden Winter verschärfen wird, liegt im besonderen in der unzureichenden Zahl an Zelten, um die Obdachlosen zu schützen; dies verbunden mit schweren Verletzungen und den erlittenen psychologischen Traumata: “ein sechs Jahre altes Kind in Gaza hat bereits drei Kriege erlebt”beklagte P. Jorge und mahnte dringend zum Gebet.

 

Anschließend nahm Bischof Shomali, Vikar des Patriarchats für Jerusalem und Palästina, Bezug auf die beiden Hauptforderungen von Papst Franziskus an die israelische Regierung: eine Lösung für die Zusammenführung der durch die Mauer getrennten Familien und die Erleichterung der Reisetätigkeit der Geistlichen.

 

Der Patriarch schloss das Treffen mit der Aussage “Frieden kommt nicht durch das Errichten von Mauern zustande” und ermunterte die amerikanischen Bischöfe, lautstark für die Sache des gerechten Friedens im Hl. Land einzustehen.

 

Es schloss sich eine Hl. Messe in der Co-Kathedrale des Patriarchats an mit einem nachfolgenden Mittagessen.

 

Myriam Ambroselli

 

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