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Gepostet on 9 Sep 2014 in Diözese, Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft

Eine positive, aber nicht endgültige Antwort des israelischen Obersten Gerichtshofs in Sachen Cremisan Tal

Eine positive, aber nicht endgültige Antwort des israelischen Obersten Gerichtshofs in Sachen Cremisan Tal

Cremisan-300x204BEIT JALA – Der israelische Oberste Gerichtshof hat am 11. August 2014 seine Entscheidung zum Verlauf der Mauer im Cremisan Tal verkündet. Nach der Verhandlung am 04. August 2014 hatte das Gericht den vorgeschlagenen Verlauf der Trennungsmauer, die drohenden Beschlagnahmen des Landes und des Weinbaugebietes des christlichen Klosters und die Trennung der religiösen Gemeinschaften der Mönche und Schwestern überprüft und den Wunsch an Israel gerichtet, andere Alternativen für den Verlauf der Mauer zu prüfen.

 

Das Gericht hat entschieden, dass es an Israel als Beklagtem ist, verschiedene Optionen für den Verlauf der Trennungsmauer in Betracht zu ziehen, um den beiden Salesianern-Klöstern den Verbleib auf der palästinensischen Seite zu ermöglichen. Das Gericht hat Israel eine Frist zum 04. September für eine Stellungnahme eingeräumt, weswegen die Entscheidung des Gerichts bis jetzt nicht rechtskräftig ist.

 

Hierzu erläutert Zvi Avni, der rechtliche Berater der Saint Yves Gesellschaft (die katholische Menschenrechtsvereinigung, die unter der Schirmherrschaft des Lateinischen Patriarchats in Jerusalem steht) und Vertreter des Klosters der Salesianer-Schwestern: “Der Fall ist noch nicht abgeschlossen und eine endgültige Entscheidung nicht getroffen. Allerdings ist die Entscheidung des Gerichts ein Hinweis auf das Interesse des Gerichts in einer Sache, die die religiöse Freiheit und die Freiheit der Religionsausübung für Klöster betrifft”.

 

Nach den aktuellen israelischen Plänen wird das Cremisan Tal für die Bewohner der Gegend während des Baus der Trennungsmauer geschlossen. 58 palästinensische Familien werden getrennt und das Nonnenkloster von den Priestern abgetrennt. Familien werden ihr Land verlieren und das Nonnenkloster, das eine Schule betreibt, wird in einer militärischen Schutzzone, getrennt vom Kloster der Mönche, liegen.

 

Internationale Völkerrechtsverbände haben den Bau der Mauer mit einem Verlauf in die Mitte des palästinensischen Heimlands mit der Folge der Trennung von Familien und der Bauern von ihrem Ackerland verurteilt. Die Mauer wird den Zugang zur Schule der Schwestern erschweren und, vormals mit einer Verbindung nach Jerusalem, den Zugang zum Mönchskloster unmöglich machen; die Mönche haben dort seit dem 19. Jahrhundert gelebt und historisch gewachsene gute Beziehungen, gegenseitige Freundschaft und Solidarität mit den Einwohnern der mehrheitlich christlichen Stadt erlebt und gelebt.

Es ist daran zu erinnern, dass der Internationale Gerichtshof mit Datum vom 09. Juli 2004 in beratender Funktion eine gutachterliche Stellungnahme dahingehend abgegeben hat, dass der Bau der Mauer illegal ist.

 

Quelle dieses Textes ist der arabische Version der Palästinensischen Ma’an News Agency.