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Gepostet on 20 Aug 2014 in Politik und Gesellschaft, Regionalnachrichten

Der Chaldäische Patriarch: Obamas Aktionen sind unzureichend

Der Chaldäische Patriarch: Obamas Aktionen sind unzureichend

Mgr-Sako-300x212IRAK – Das Oberhaupt der Chaldäisch Katholischen Kirche, eine katholische Ostkirche in enger Verbindung mit dem Hl. Stuhl, veröffentlichte am 10. August ein Update zur Situation der Kirche im Irak und kritisierte Präsident Obamas Reaktion als unzulänglich. Hunderttausende Christen und andere haben ihre Häuser verlassen, als der Islamische Staat des Irak und der Levante (ISIL, auch als ISIS bekannt), vormarschierte. Die Dschihadisten-Gruppe kontrolliert große Teile der syrischen und irakischen Gebiete. „Tod und Krankheit ergreifen die Kinder und die Älteren unter den tausenden Flüchtlingsfamilien in der Region Kurdistan, die in den jüngsten tragischen Ereignissen alles verloren haben, während die ISIS Kämpfer weiter vordringen und die humanitäre Hilfe unzureichend ist“, sagt Patriarch Raphael I Sako. Er setzte fort: Es gibt 70.000 vertriebene Christen in Ankawa neben anderen Minderheiten in dieser Stadt, in der mehr als 25.000 Christen leben. Die Familien, die in Kirchen oder Schulen Zuflucht fanden, sind in einer ganz guten Verfassung, während jene, die noch auf den Straßen oder in Zelten schlafen, in einer erbarmungswürdigen Situation sind. In Dohuk erreicht die Zahl der christlichen Flüchtlinge mehr als 60.000, und ihre Situation ist schlimmer als die in Erbil. Einige Familien haben Zuflucht gefunden in Kirkuk und Sulaymaniyah, und einige sind sogar bis in die Hauptstadt Bagdad gekommen. Während die humanitären Bedürfnisse eskalieren – Unterkunft, Nahrung, Wasser, Medizin und Geld – verlangsamt und begrenzt der Mangel an internationaler Koordination die Realisierung einer effektiven Hilfe für diejenigen, die auf sofortige Hilfe warten. Die Kirchen geben alles innerhalb ihrer Möglichkeiten. Abschließend die Situation der Christendörfer um Mosul bis hinauf zur Grenze nach Kurdistan: Die Kirchen sind verlassen und entweiht; 5 Bischöfe haben ihre Diözesen verlassen, die Priester und Nonnen verließen ihre Missionen und Einrichtungen und ließen alles zurück, die Familien flohen mit ihren Kinder und verloren alles andere. Das Ausmaß des Desasters ist extrem. Der Patriarch übte dann Kritik an Präsident Obamas Aktionen: Die Haltung des amerikanischen Präsidenten Obama, der nur militärische Assistenz zum Schutz Erbils gibt, ist enttäuschend. Die Gespräche über eine Teilung des Irak sind bedrohlich. Die Amerikaner streben keine rasche Lösung an, die Hoffnung gäbe, weil sie nicht die ISIS in Mosul und in der Ninive-Ebene angreifen. Die Bestätigung, dass diese schreckliche Situation anhalten wird, bis die irakischen Sicherheitskräfte gemeinsam mit der Peshmerga gegen die militante ISIS kämpfen werden, ist deprimierend. Der Präsident der Kurdengebiete sagte, dass die kurdischen Truppen gegen einen Terroristenstaat kämpfen und nicht gegen unbedeutende Gruppen. Während das Land unter Beschuss liegt, kämpfen die Politiker in Bagdad um Macht. Am Ende wird möglicherweise weder Mosul befreit noch die Dörfer in der Ninive-Ebene. Es gibt keine Strategie für die Austrocknung der Quellen an Menschenmaterial und der Ressourcen dieser islamischen Terroristen. Sie kontrollieren die Ölstadt Zumar und die Ölfelder von Ain Zalah und Batma neben den Ölfeldern von Al-Raqqa und Deir ez-Zor in Syrien. Islamische Extremkämpfer aus verschiedenen Ländern der Erde schließen sich ihnen an. Die Flüchtlinge haben die Wahl zwischen Migration und im Irak Bleiben. Wenn sie migrieren, „wohin, und haben sie die nötigen Dokumente und Geld?“ Wenn sie bleiben, bleiben sie „in den Hallen und Flüchtlingslagern und warten darauf, dass der Sommer zu Ende geht und der Winter kommt? Werden die Schulen wieder geöffnet, und werden die Kinder die Grundschulen, höheren Schulen und Colleges besuchen können? Werden sie in den Schulen von Erbil, Dohuk und Sulaymaniah aufgenommen werden? Was geschieht zukünftig mit dem Eigentum und den Habseligkeiten, den Arbeitsplätzen und Jobs von diesen Tausenden von unschuldigen Menschen, die gezwungen wurden, über Nacht aus ihren geliebten Dörfern zu fliehen?“ „Das sind die Fragen, die Schmerz auslösen sollen im Bewusstsein jedes Menschen und jeder Organisation, sodass etwas geschieht zur Rettung dieser Menschen, die ihre Geschichte von Anfang an in diesem Land haben“, sagte er. Quelle: Catholic World News