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Gepostet on 4 Aug 2014 in Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft

Patriarch Twal am Krankenbett von Verwundeten aus Gaza

Patriarch Twal am Krankenbett von Verwundeten aus Gaza


Visite-hôpital-300x199JERUSALEM – Zurück in Jerusalem nach einem drei-wöchigen Besuch in den USA eilte der Lateinische Patriarch von Jerusalem am 30. Juli an die Krankenbetten von Verwundeten aus Gaza, die in Spitälern in Jerusalem behandelt werden.

Wegen seiner Abwesenheit seit dem Ausbruch des Konflikts in Gaza zeigte sich Erzbischof Fouad Twal sehr besorgt über die Situation während eines Besuchs im Weißen Haus, wo er vom Kabinettschef und Berater von Präsident Obama empfangen wurde. Er betonte, dass er „wegen seiner Abwesenheit sehr darunter leide, dass Männer und Frauen seines Patriarchats in großer Not seien“.

Gleich nach der Rückkehr von seiner Reise besuchte der Patriarch einige Verwundete, die in zwei Spitälern in Jerusalem behandelt werden, nämlich im „St. Joseph French Hospital“ und im „Islamic Makassed Hospital on Mount of Olives“, weil er nicht nach Gaza reisen konnte, wo die winzige katholische Pfarrei wie auch der Rest der Bevölkerung moralische und physische Unterstützung brauchen, um mit den Auswirkungen des Krieges fertig zu werden und mit dem Druck, den Israels Armee und die Hamas ausüben. „So groß meine Sorge und mein Kummer auch sind, umso mehr wächst meine Freude beim Anblick der Solidarität und Nächstenliebe, die ich bei den Nonnen sehe, die Kinder aus Gaza in Spitäler nach Jerusalem begleiteten.“

 

Die Zahl der Verwundeten in Spitälern in Jerusalem ist gering verglichen mit der Zahl der Verwundeten im Gaza-Streifen, die auf 7000 geschätzt wird. Viele der Patienten sind weniger als 20 Jahre alt. Babys, Kinder und Jugendliche leiden unter den Traumata, die sie sicher für den Rest ihres Lebens belasten werden. „Es ist das Ergebnis eines Massakers. Unschuldige Zivilisten, Mütter mit ihren Kindern, ihren Babys, die nichts mit der Politik zu tun haben.“

 

Sehr berührt durch den Besuch und durch den Anblick der Familien und der Verwundeten, denkt Erzbischof Twal auch an die Zukunft mit zwei Fragen.“ Warum all diese blinde Gewalt? Was werden die Verwundeten nach ihrer Entlassung aus dem Spital machen?“ Tatsächlich haben die meisten von ihnen nichts mehr in Gaza, alles ist zerstört. Sie haben keine Aufenthaltskarte mehr. Ihre Zukunft ist ungewiss.

 

Schlussendlich ist es auch eine Bitte um Solidarität, die der Lateinische Patriarch von Jerusalem aussendet. Vielseitige Unterstützung ermöglichte den Wiederaufbau einiger Häuser. Aber heute sind diese Häuser zerbombt, zerstört, das Drama wiederholt sich. Die Not ist überwältigend und erdrückend.

 

Pierre Loup de Raucourt