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Gepostet on 28 Jul 2014 in Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft

Gaza: “Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen,gelobt sei der Name des Herrn”

Gaza: “Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen,gelobt sei der Name des Herrn”


2707 2GAZA – Auf Facebook hat Pater Jorge Hernandez einen weiteren Brief, diesmal vom 27. Juli 2014 veröffentlicht. 

“Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen,gelobt sei der Name des Herrn” (Ijob 1.21).

Heute haben wir während der Waffenruhe Abschied von zwei Christinnen genommen. 

Die erste ist Solanj Tarazy Um Elias. Eine sehr fröhliche Dame, des griechisch-orthodoxen Ritus mit bereits 91 Jahren. Durch Gottes Gnade konnte ich ihr in den letzten Stunden beistehen. Vor zwei Tagen, mitten in diesem Krieg hat sie mich gebeten, ihr die Krankensalbung zu spenden. 
Nach einem Herzversagen ist sie zum Herrn gegangen.Wer sie kannte, erinnerst sich an sie als die Dame, die “deutsch sprach”. Sie hat uns ein Abengebet beigebracht , das sie wiederum von ihrer Großmutter beigebracht hatte, und das ich den Kindern im Sommercamp beibringe. Ich nahm an ihrem Begräbnis teil und sprach ihren Verwandten mein Beileid aus. Laus Deo!

2707 1Die zweite ist Jalila Farah Ayyad Um Jerjis. Ihr Fall schockiert die Christen.Sie wurde Opfer eines Luftangriffes auf ihr Haus. Die Familie bestand aus Vater George Kamal Aiad, der Mutter und zwei Söhnen Jerjis und Anton. Heute um 12:00 schlug eine Rakete in ihr Haus ein und legte es in Schutt und Asche. Sie löschte das Leben von Jalila aus, die bis zur Unkennlichkeit verbrannt starb. Der Vater erlitt leichte Verletzungen. Der ältere Sohn Jerjis liegt in tiefem Koma. Es wurden ihm beide Beine und eine Hand amputiert, er erlitt starke Verbrennungen im Gesicht und der Brust, teilten die Ärzte im Krankenhaus mit.

Anton, der jüngerer Sohn war nicht im Haus, als es passierte. Er war zur Messe in die orthodoxe Kirche gekommen und hielt sich anschließend noch kurz in unserer Pfarrei auf.
Es war ein enormer Schock für alle, vor allem die Christen. Diese Tatsache zeigt, dass die Raketen keine Rücksicht auf die Personen nehmen, sie fallen einfach auf uns herab und töten; und zweitens, dass es keinen sicheren Ort im Gazastreifen gibt. Dies sind Fakten und nicht nur Worte.
Heute hat der Heilige Vater wieder für einen Waffenstillstand und Frieden gebetet und die Verantwortlichen zur Sicherung des Friedens aufgefordert. Aus unserem Leiden heraus und in Gemeinschaft mit Papst Franziskus fordern wir eine sofortige Waffenruhe, die dieses Massaker stoppt.

Sie war keine Terroristin und ich glaube auch nicht, dass sie eine Bedrohung für jemanden war. Sie war ein Mensch wie jeder andere, die sehr gut meine Mutter hätte sein könnnen.

Verabschieden wir uns von dieser Frau mit dem biblischen Zitat, das die authentische christliche Resignation angesichts dieser schrecklichen Ereignisse ausdrückt: “Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen,gelobt sei der Name des Herrn” (Ijob 1.21)..

Wir empfehlen uns euren Gebeten.

In Domino

P. Jorge Hernández, IVE

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