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Gepostet on 16 Jul 2014 in Aktuelles aus der Diözese, Diözese

Brief des Pfarrers aus Gaza

Brief des Pfarrers aus Gaza

Gaza lettreGAZA – Pfarrer Jorge Hernandez, Pfarrer der katholischen Pfarrei  in Gaza, hat am 11. Juli 2014 einen Brief auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Darin berichtet er über die Situation im Gaza-Streifen, der seit vielen Tagen nun von der israelischen Armee umstellt ist, und als Reaktion auf das Abfeuern von Raketen auf israelisches Territorium, bombardiert wird.

Der Konflikt dauert nun schon die zweite Woche an. Heute Früh, am 15. Juli hat die Hamas die von Ägypten vorgeschlagene Waffenruhe abgelehnt. Inzwischen ist die Zahl der Todesopfer in Gaza bereits auf über zweihundert Menschen gestiegen. Hoffentlich kehrt bald wieder Ruhe ein, damit wir wieder in Frieden leben können.

Heute ist der 5. Tag der Operation “Fester Felsen”. Innerhalb Gazas gehören der  Fluglärm, die Explosionen, die Sirenen der Krankenwagen zu unserem täglichen Leben.

 

“Gestern haben wir eine größere Intensität der Luftangriffe vom Meer und vom Land her festgestellt. So wie wir das Weiterbestehen der Raketenangriffe aus dem Gazastreifen bemerkt haben.

Auch wir, so wie die Bewohner in den Bereichen von Beit Hanoun und Beit Lahia, haben die Aufforderung erhalten, sofort unsere Häuser zu verlassen. Aber wie diese Leute, fragen auch wir uns, wohin sollen wir gehen? Gaza ist klein. Alles ist nahe beisammen. Es gibt keinen sicheren neutralen Ort, der alle aufnehmen kann.

Also, wohin sollen wir gehen?

Das Gesicht des Krieges ist hier in der Bevölkerung bekannt: Flugzeuge, Explosionen, Zerstörung und Tod. Seit einiger Zeit schon erwarten die Menschen hier eine mögliche militärische Eskalation, die andauern könnte. Dies basiert auf den bereits gemachten Erfahrungen.

Das einzige, was diese Vorhersagen verändert hat, war die höhere Resistenz und eine bessere Vorbereitung der lokalen Behörden im Vergleich zu früheren Kriegen. Dass die Hamas Tel Aviv und Jerusalem getroffen hat, ist nicht zu vernachlässigen.

Es gibt auch eine gut begründete Furcht vor einer Reaktion im Gaza-Streifen gegen die Christen. Diese würde kaum überraschen, wenn man in anderen Gebieten den Modus Operandi beobachtet.

Viele Themen, die die Resignation der Menschen bewundernswert macht. Dies ist nicht das erste und wird nicht das letzte Mal sein. Wir können nur auf Gottes Hand vertrauen.

Wie kann man dies ertragen, nur Gott weiß es. Im Moment sind wir sicher und glücklich.

Betet für uns, damit dieser Wahnsinn ein Ende findet.

Im Herrn.

Pater Jorge Hernandez, IVE “