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Gepostet on 30 Mai 2014 in Kirche, Papst - Heiligen Land 2014

Papst Franziskus in Jordanien: “Friede kann nicht gekauft werden”

Papst Franziskus in Jordanien: “Friede kann nicht gekauft werden”

Pape-en-jordanie-article-300x190JORDANIEN – Papst Franziskus begann seine Pilgerreise ins Hl. Land in Jordanien am 24. Mai 2014. Er wurde vor der hl. Messe von der königlichen Familie begrüßt. Am frühen Abend besuchte er die Taufstelle auf jordanischer Seite und traf Flüchtlinge und Behinderte.

Um ca. 13 Uhr wurde Papst Franziskus am Flughafen in Amman vom jordanischen Kronprinz, Prinz Ghazi bin Muhammed, empfangen. Nach einem kurzen Treffen wurde der Papst zum königlichen Palast gefahren, wo er von der königlichen Familie des Haschemitischen Königreichs empfangen wurde. Es war dies das dritte Treffen. Seine ersten Worte waren Worte der Wertschätzung: “Ich danke Gott, dass ich auf den Spuren meiner Vorgänger Paul VI, Johannes Paul II und Benedikt XVI das Haschemitische Königreich besuchen kann, und ich danke Seiner Majestät König Abdullah II für seine herzlichen Willkommensworte und erinnere mich sehr gut an unser jüngstes Treffen im Vatikan.”

Er antwortete auf König Abdullah, der sich über Seine Ankunft freute und Ihn „im Land des Friedens und christlich-moslemischer Harmonie und im Haus der Propheten und Heiligen“ willkommen hieß. Beide Ansprachen bezogen sich auf die wichtigen Verbindungen zwischen Moslems und Christen im Königreich, aber auch auf das Leben der Christen.

Der Papst begrüßte alle Maßnahmen, die dem Schutz dieser Bevölkerungsminderheit dienen. “Christliche Gemeinden können qualifizierte und wertvolle Arbeit in den Bereichen Erziehung und Gesundheit, Schulen und Spitäler leisten, und sie können in Ruhe ihren Glauben bezeugen und die religiöse Freiheit als fundamentales Menschenrecht respektieren, von dem ich aufrichtig hoffe, dass es im gesamten Nahen Osten und in der ganzen Welt anerkannt wird.”

HMK-Pope-Welcoming-Ceremony-2-300x194Abschließend diskutierten die beiden Staatsoberhäupter über Syrien und die Notlage der vielen syrischen Flüchtlinge, die jeden Tag in Jordanien ankommen. Papst Franziskus favorisierte wieder die friedliche Lösung: “Eine friedliche Lösung der Syrienkrise ist mehr denn je notwendig und dringend, weil sie eine gerechte Lösung im Israelisch-Palästinensischen Konflikt ist.”

“Der Friede kann nicht gekauft werden”

Auf diesen Teil des Papstbesuchs folgte eine Messe im Stadion in Amman, bei der viele Gläubige anwesend waren. Als der Papst im Papa Mobil eine Runde durch das Stadion fuhr, flog seine weiße Kappe (Zucchetto) in einem Windstoß davon. Die Menge sang Arabisch und Italienisch und hörte aufmerksam der Predigt zu. Seine Worte waren stark: “Der Friede kann nicht gekauft werden!” Weiters sagte er, dass der Friede “ein Geschenk ist, das man geduldig empfängt und das entsteht durch kleine und große Gesten, die auch unser tägliches Leben involvieren. Der Weg zum Frieden wird gefestigt, wenn wir erkennen, dass wir alle das gleiche Blut haben und Teil des Menschengeschlechts sind; wenn wir uns darauf besinnen, dass wir einen einzigen himmlischen Vater haben und dass wir alle Seine Kinder sind, nach Seinem Bild und Abbild entstanden.”

Patriarch Fouad Twal stellte dem Hl. Vater die Kirche von Jordanien und die Diözese von Jerusalem mit diesen Worten vor: “Die katholische Ortskirche, besonders das Lateinische Patriarchat von Jerusalem, unternimmt große Bemühungen für die Einheit zwischen den Kirchen und den Menschen. Wir sind eine kleine Kirche, aber eine Kirche, die zuhört, unterstützt und zusammenarbeitet mit ihren bescheidenen Kräften auf einem Weg der Umkehr.”

Am Abend ging der Papst zum Ufer des Jordans, zu den Wurzeln seiner Taufe, um an einem Treffen mit Flüchtlingen und Behinderten teilzunehmen, denn eine der ersten Verpflichtungen für Getaufte ist es, täglich Nächstenliebe zu leben. Das ist der Weg zum Frieden.

Pierre Loup de Raucourt