Pages Menu
Categories Menu

Gepostet on 30 Mai 2014 in Kirche, Papst - Heiligen Land 2014

Der Papst am Fuß der Trennungsmauer

Der Papst am Fuß der Trennungsmauer

Pape-au-pied-du-mur-300x200BETHLEHEM – Papst Franziskus kam am Morgen des 25. Mai 2014 für ein paar Stunden nach Palästina. In Bethlehem traf er den Präsidenten der Palästinenserbehörde und machte einen ungeplanten Besuch an der von Israel errichteten Trennungsmauer. Diese Geste stärkt den politischen Hintergrund seiner Pilgerreise noch mehr.

Früh am Sonntagmorgen brachte ein Helikopter Papst Franziskus von Amman nach Bethlehem. Ein wirklich symbolischer Schritt, bei dem der Papst Israel nicht passierte, um in die Palästinensergebiete zu kommen.

Noch stärker war allerdings seine Absicht, zur Trennungsmauer zu gehen, die Israel seit 2004 baut. Er verließ sein Papa Mobil, ging ein paar Schritte zur Mauer und erschien sehr klein vor den massiven Betonplatten. Der Bau dieser „Sicherheitsbarriere“ außerhalb der 1967 festgelegten Grenzen wird von der internationalen Gemeinschaft stark in Frage gestellt, und manchmal auch von israelischen Gerichten. Die Entscheidung des Papstes hinzugehen, könnte daher Wirkung haben und, was viele hoffen, das Projekt der israelischen Regierung, die Mauer weiter zu bauen, beeinflussen.

Der 3. Akt an diesem Morgen war ein sehr politisches Treffen mit Mahmoud Abbas. Vor einigen Monaten wurde der Palästinenserpräsident im Vatikan empfangen, und hier verbarg er niemals seine Freude darüber, den Papst zu empfangen. Nach einer langen Umarmung bei ihrer Wiederbegegnung hieß Präsident Abbas den Hl. Vater willkommen und erinnerte an die starken Verbindungen, die zwischen dem Hl. Stuhl und der Palästinenserbehörde bestehen, bevor sie über die schreckliche Mauer, die Israel errichtet hat, sprachen.

 Die Situation wird zunehmend inakzeptabel

In seiner Antwort auf den Präsidenten der Palästinenserbehörde betonte Papst Franziskus seine Nähe zu denen, die an diesen jahrzehntelangen Konflikten im Nahen Osten leiden.

Die diplomatischen Abhandlungen wiederholend, die der Vatikan seit vielen Jahren hält, beschrieb er die Situation als zunehmend inakzeptabel und forderte eine rasche Lösung und zwei Staaten, wie er selbst erklärte: „Die Zeit ist für jeden gekommen, den Mut zu finden großzügig und kreativ zu sein im Dienst des Allgemeinwohls, den Mut, einen Frieden zu schmieden, der darauf beruht, dass alle anerkennen, dass es ein Recht auf zwei Staaten gibt und auf ein Leben in Frieden und Sicherheit innerhalb international anerkannter Grenzen.“

Dieser Friede wird besonders effektiv, wenn die Religionsfreiheit gewährleistet ist. Der Respekt für dieses fundamentale Menschenrecht war“, setzte er fort, „und ist tatsächlich eine der essentiellen Bedingungen für Frieden, Brüderlichkeit und Harmonie.“ Er sagte der Welt, dass „es notwendig und möglich ist, eine gute Vereinbarung zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen zu treffen.“

Eine einzigartige Regina Coeli

Etwas später, am Ende der Messe, die auch Mahmoud Abbas besuchte, lud Papst Franziskus zur Überraschung aller den Präsidenten der Palästinenserbehörde und seinen israelischen Kollegen, Shimon Peres, ein, gemeinsam für die Gabe des Friedens zu beten. „Ich biete mein Haus im Vatikan für dieses Gebetstreffen an“, kündigte Papst Franziskus vor einer emotionalen Versammlung an. Die Einladung wurde ausgesprochen. Die zwei Staatsoberhäupter bestätigten später, dass sie den Papst im Vatikan treffen werden.

Pierre Loup de Raucourt