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Gepostet on 13 Mai 2014 in Kirche, Papst - Heiligen Land 2014

Papst Franziskus wird Flüchtlinge in Jordanien treffen

Papst Franziskus wird Flüchtlinge in Jordanien treffen

Khalil Jaar ROM-AMMAN – In einem Interview mit Zenit erklärt der Pfarrer des Lateinischen Patriarchats, Khalil Jaar aus Amman, seine Freude darüber, dass es Pläne gibt für ein Treffen mit dem Papst an dem Ort, an dem Jesus getauft wurde. 400 Flüchtlinge, Kranke und Behinderte sind zu dieser Gelegenheit eingeladen.

Es sind nicht einmal 2 Wochen bis zum Besuch von Papst Franziskus im Mittleren Osten. Pfarrer Khalil Jaar ist wirklich erfreut.

” Ich wurde gefragt, ob ich zwei Busse mit Flüchtlingen für ein Treffen mit dem Hl. Vater organisieren könne “, sagte der Priester des Lateinischen Patriarchats stolz. ” Ich musste nicht lange darüber nachdenken. Aus unserer Pfarrei werden ca. 40 Personen zum Treffen kommen. Insgesamt ist beabsichtigt, dass 200 Flüchtlinge und 200 Kranke und Behinderte den Papst am 24. Mai an dem Platz am Jordan treffen, wo Unser Herr getauft wurde.”

Pfarrer Jaars Pfarrei von der Hl. Maria, Mutter der Kirche, liegt in Amman, der Hauptstadt von Jordanien. Sein Hauptanliegen ist die Betreuung von Flüchtlingen, die Zuflucht aus Syrien und dem Irak suchen.

” Im Mittleren Osten haben wir eine Flüchtlingskatastrophe von dramatischen Ausmaßen “, sagte er. Seit Jahren hat Pfarrer Jaar geholfen, dass Flüchtlinge ein würdiges Dasein führen können. ” Wir begannen unsere Arbeit im Jahr 2003, als nach der amerikanischen Invasion die Situation im Irak außer Kontrolle geriet. Nun spüren wir natürlich das volle Ausmaß der Krise in Syrien. “

Seit Beginn dieses Jahres haben schon 400 neue christliche Familien an die Tür von Pfarrer Jaar geklopft, Syrer, natürlich, aber auch zunehmend Iraker. Auf der einen Seite gibt es diese irakischen Familien, die vor Jahren nach Syrien flohen und jetzt wieder alles verloren haben. Es gibt aber auch Familien, die direkt aus dem Irak kommen.

„Jahrelang schien es als sei der Nordirak mit den kurdischen Autonomiegebieten sicher. Aber der Terror hat jetzt auch diese Region erreicht. Viele Christen, die Bagdad und den Süden in Richtung Norden verließen, müssen jetzt wieder ihre Sachen packen.“

Pfarrer Jaar kennt die Gefahren des Irak aus eigener Erfahrung. ” Ich wurde selbst einmal in Bagdad entführt. Es war kurz nach der amerikanischen Invasion 2003. Ich muss Gott für meine Befreiung danken.”

Die Flüchtlingsfamilien treffen sich regelmäßig im Pfarrzentrum, um eine Grundversorgung zu erhalten: Nahrungsmittel wie Reis, Milchpulver, Tee und Zucker werden ausgegeben, und auch Kleidung und Spielzeug für die Kinder.

” Ohne die großzügigen Gaben von Kirche in Not könnten wir diese Unterstützung nicht geben “, sagt Pfarrer Jaar dankbar.

Die Winter sind eine besondere Herausforderung; im Mittleren Osten können sie lang und kalt sein. Den Familien werden Decken, warme Kleidung und Gasöfen gegeben.

In den Flüchtlingslagern ist es besonders schlimm. Schnee und das steigende Wasser, wenn es taut, machen das Leben in den Zelten untragbar. Ganze Flüchtlingslager stehen dann unter Wasser.

Pfarrer Jaar hat daher sein eigenes Winterhilfsprojekt gestartet. Es geht nur dank der Hilfe von Kirche in Not, dass ich, wenn notwendig, rasch handeln kann. Ich konnte anstelle der Zelte ordentliche, winterfeste, tragbare Hütten kaufen und aufstellen.

 Diese Hilfe wurde den syrischen Moslems zuteil. Christen bleiben nicht in den großen Camps wie Zaatari in Nordjordanien nahe der syrischen Grenze. ” Es wäre zu gefährlich für sie “, erklärt Pfarrer Jaar. ” Sobald christliche Familien von Syrien in den Camps ankommen, ruft mich die Lagerverwaltung an und ich bringe sie in meine Pfarrei.”

Er diskriminiert aber nicht auf Grund der Religion. ” Natürlich helfe ich muslimischen Familien. Sie sind auch Gottes Kinder. Ich kann daher nicht zwischen muslimischen und christlichen Bedürftigen unterscheiden. Mein Glaube verbietet mir das. “

Angesichts der großen Not besteht Pfarrer Jaar darauf, dass die Flüchtlinge jede Hilfe, die sie bekommen können, annehmen. ” Ich mache es zur Bedingung für unsere Hilfe, dass sich die Familien bei der Flüchtlingskommission der Vereinten Nationen eintragen. “

” Viele haben Angst, sich dort einzutragen. Sie fürchten, dass sie negative Folgen bei der Rückkehr nach Syrien haben könnten. Aber ich ermutige sie, es zu tun. Sie haben dadurch einen garantierten Flüchtlingsstatus und können die Hilfsangebote der Vereinten Nationen nutzen, wie zum Beispiel kostenlose medizinische Betreuung. “

Jordanien hat hunderttausende Syrer und Iraker aufgenommen. Aber sie können keine Hilfe erwarten. Die Flüchtlinge sind offiziell nur ” Gäste ” in Jordanien. Das Königreich hat nie eine Flüchtlingskonvention unterzeichnet, die den Flüchtlingen bestimmte Rechte wie zum Beispiel medizinische Betreuung oder Schulbildung für Kinder gewähren würde.

Kirche in Not hat daher schon 2011 Pfarrer Jaar geholfen, das Schulgeld für irakische Kinder in katholischen Schulen zu bezahlen.

Manchmal, sagt Pfarrer Jaar, hat er den Eindruck, dass seine Hilfe ein Tropfen im Ozean ist. ” Aber man muss irgendwo beginnen. Jedenfalls macht mich diese Arbeit zum glücklichsten Hirten der Welt. “

Er freut sich besonders auf das Treffen mit dem Hl. Vater. ” Es ist wichtig, dass die Flüchtlinge die Solidarität des Papstes erfahren. Das wird ihnen Hoffnung geben und das Gefühl, dass sie nicht vergessen worden sind. “

Kirche in Not ist eine internationale katholische Wohltätigkeitsorganisation unter der Leitung des Hl. Stuhls, die Hilfe für leidende und verfolgte Christen in mehr als 140 Ländern bietet.

www.churchinneed.org (USA); www.acnuk.org (UK); www.aidtochurch.org (AUS); www.acnireland.org (IRL); www.acn-aed-ca.org (CAN); www.kirche-in-Not.de (DE).

Quelle: Zenit