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Gepostet on 1 Mai 2014 in Kirche, Papst - Heiligen Land 2014

Eine improvisierte Pressekonferenz im Lateinischen Patriarchat über den Papstbesuch

Eine improvisierte Pressekonferenz im Lateinischen Patriarchat über den Papstbesuch

ConfdeP1-300x199JERUSALEM – Eine improvisierte Pressekonferenz am Mittwoch, den 16. April 2014 versammelte zahlreiche internationale Journalisten im Lateinischen Patriarchat. Der Patriarch, Erzbischof Fouad Twal, und sein Stellvertreter in Jerusalem, Weihbischof William Shomali, haben deren Fragen über die bevorstehende Ankunft des Heiligen Vaters beantwortet: dabei wurde deren spirituelle, aber unvermeidlich auch politische Bedeutung unterstrichen. Der Patriarch äußerte auch seine Hoffnungen und Wünsche.

Bezüglich der Fragen von Journalisten über die Schwierigkeiten, denen die christliche Gemeinschaft täglich begegnet, wies der Patriarch darauf hin, dass die lokalen Christen mit ihrem Volk “die gleichen Sehnsüchte, das gleiche Leid und die gleiche Hoffnung teilen, nämlich: Frieden für alle”.

In Bezug auf die Erwartungen, die der Patriarch aufgrund des Besuchs des Heiligen Vaters hegt, gab er an: “In erster Linie handelt es sich um einen Pastoralbesuch eines Mannes des Friedens, des Dialogs und des Gebets. Seine Heiligkeit kommt vor allem, um des ökumenischen Treffens im Jahr 1964 zu gedenken. Zugleich kann aber eine politische Dimension dieses Events nicht vermieden werden : nämlich die des Friedens, der Freiheit und der Gerechtigkeit “Der Patriarch hob dabei die an ihn gerichteten Fragen zu den Themen “Besatzung, freien Zugang zu den Heiligen Stätten, Trennung von Familien und das Recht eines jeden Menschen auf ein normales Leben” hervor.ConfdePresse2-300x199

“Wir setzen große Hoffnungen auf diesen Besuch. Wir hoffen so sehr auf Frieden und Gerechtigkeit in diesem Land. “Seine Seligkeit erinnerte vor allem an die Notwendigkeit für das palästinensische Volk”, dass es die Grenzen seines Territoriums kennen muss.” Wichtige Fragen, die “konkrete Antworten” erfordern, sind der Status von Jerusalem und das Rückkehrrecht der Flüchtlinge. “Wir hoffen auch, dass sich unsere christliche Gemeinschaft nicht mit der “Show”, die diesen Besuch begleiten wird, zufrieden gibt, sondern auf die Botschaft hört, die der Papst ihnen hinterlassen wird.”

Bischof Shomali, Patriarchalvikar von Jerusalem, setzte seinen Akzent darauf, dass “der Heilige Vater nicht kommt, um den israelisch-palästinensischen Konflikt zu lösen”, denn Seine Heiligkeit kommt vor allem als Pilger und Mann des Gebets. “Allerdings ist die politische Dimension abhängig von der spirituellen. Aber wir sollten keine Erwartungen darüber hegen, was der Besuch bringen könnte”. Bischof Shomali wies darauf hin, dass der Papst nicht nur durch seine Reden, sondern auch durch seine Gesten und Taten sprechen wird. “Wenn er das Flüchtlingslager Dehesha besuchen wird, legt er den Finger in die Wunde des palästinensischen Volkes, mit vier Millionen Flüchtlingen in der Diaspora. Wenn er Yad Vashem besuchen wird, legt er den Finger in die Wunden des jüdischen Volkes und aller Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden.”

Bischof Shomali legte Wert auch auf die interreligiöse Bedeutung des Besuchs. Der Papst wird in der Tat an allen drei Tagen von einem Rabbi und einem Imam begleitet, was sich in die Geschichte des Dialogs bereits jetzt unvergesslich eingeschrieben hat .

Myriam Ambroselli