Pages Menu
Categories Menu

Gepostet on 20 Apr 2014 in Feiertage, Liturgisches Leben, Predigten FT

Predigt zur Auferstehung des Herrn 2014

Predigt zur Auferstehung des Herrn 2014

Dimanche-de-Pâque-20143

Predigt zur Auferstehung des Herrn 2014

Liebe Brüder und Schwestern, Christus  ist  wahrhaftig auferstanden! Halleluja! Mit dieser immensen Freude wende ich mich heute an sie.  Mit dieser Freude über das ungeheure Geheimnis, das in der Mitte unseres Glaubens und unserer Hoffnung steht.

Nach der Auferstehung ziehen sich die Jünger nach Galiläa zurück und als ihnen der Herr mit Seinem glorreichen Körper erscheint, sagte er: “Mir ist alle Macht gegeben, im Himmel und auf Erden. Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss,  ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt “(Mt 28,18-20).

In Galiläa war die Sendung Jesu auf Erden zu Ende gegangen. Und in Galiläa beginnt sie für die Jünger, so, wie es der Meister wollte, und wie es der Engel  den Frauen am leeren Grab verkündete: “Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. …Nun aber geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat. “(Mk 16, 6-7).

So hat die gute Nachricht aus Galiläa alle Winkel der Erde erreicht. Seitdem wird jede Versammlung der Gläubigen, zu Hause, bei der Arbeit oder während einer religiösen Feier, zu unserem Galiläa, wo wir zu Zeugen der Auferstehung werden. Und das ist es, was die Jünger taten, weil “in keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen. “(Apg 4,12).

Das Osterfest ist eine Gelegenheit für uns, erneut dem Weg der Jünger zu folgen und ohne  Scham zu verkünden, dass Christus unser Herr und Heiland ist. Dabei können wir unsere Verkündigung mit  persönlichem Zeugnis und Beispiel der Nächstenliebe, sowie mit unserem Engagement für das Wohl aller und für die Sache der Gerechtigkeit und des Friedens begleiten.

Liebe Brüder und Schwestern, wir haben nicht das Recht zu schweigen, wie uns der heilige Paulus erinnert:

“Wenn ich das Evangelium verkünde, kann ich mich deswegen nicht rühmen; denn ein Zwang liegt auf mir. Wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde ” (1 Kor 9, 16)

Petrus und Johannes sagten denjenigen, die sie zwingen wollten zu schweigen: “Wir können unmöglich schweigen, über das, was wir gesehen und gehört haben.” (Apg 4,20).

Diese Botschaft ist für uns ein Grund zur Freude, auch wenn sie Schwierigkeiten und Verfolgung mit sich bringt. Aber trotzdem können wir des Erfolges unserer Mission sicher  sein, auch hier,  in diesem schwer geprüften Heiligen Land. Der Herr hat es uns verheißen:

Seid gewiss, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt” (Mt 28,20).

Heute und bis in Ewigkeit wird Er bei uns sein mit Seiner Gnade und Seiner Stärke. Er ist bei uns durch seine Kirche, die  auf dem Felsen des Glaubens gegründet ist. Er ist bei uns durch die Sakramente.

Er ist bei uns so nah, so bescheiden, und doch so mächtig, im eucharistischen Geheimnis.

Martha, der Schwester des Lazarus, sagte Jesus: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt,  wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? “(Joh 11, 25-26).

Brüder und Schwestern, glauben wir das? Glauben wir an die Allmacht  Seiner Liebe zu uns, an die Allmacht seiner Auferstehung?

Heute machen wir uns den Protest  von Martha und  Maria zu Eigen: “Herr, wenn du hier gewesen wärst, wäre mein Bruder nicht gestorben” (Joh 11,21-32).

Herr, wenn  du bei uns  gewesen wärst,  wären  unsere christlichen Familien nicht zerstreut und auf der ganzen Welt ausgewandert, unsere Städte wären nicht ausgeplündert und zerstört, unsere Kirchen nicht geschändet worden! Und unsere Herzen wären nicht gebrochen und krank, unsere Bischöfe und Priester nicht entführt und eingesperrt!

“Herr, wenn du hier gewesen wärst …”.

Aber auf gleiche Weise sagen wir mit Marta: “Aber auch jetzt weiß ich: alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.” (Joh 11,22)

Vergib uns, Herr, unsere Kleingläubigkeit!

Vergib uns unsere Ungeduld und unser Unverständnis!

Komme uns zu heilen! Wir werden von dieser turbulenten und gewalttätigen Welt herumgeworfen, so wie die Jünger im Sturm, während du geschlafen hast, und auch wir flehen dich an: “Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?” (Mk 4,38).

Wir glauben, Herr, dass “Du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist, um uns zu retten“, für dich ” ist nichts unmöglich” (…)

Herr,

Möge Deine  Auferstehung auch unsere sein.

Möge Dein Ostern sich wie ein Licht auf diese von Trennung, Gewalt und Hass geprägte  Erde legen.

Möge Dein Geist wie ein verzehrendes Feuer unsere Herzen in Besitz nehmen, unsere Augen des Glaubens öffnen und  uns zu lebendigen Zeugen deiner Auferstehung machen.

Lasst uns beten, Brüder und Schwestern, dass der Herr, der “die Auferstehung und das Leben” ist, uns von Angst, Zweifel, Hass und  Mangel an Hoffnung befreie. Lasst uns gemeinsam nach Emmaus und nach Galiläa gehen, um  Jesus besser verstehen zu lernen und sein heiliges Antlitz, Kreuz und Glorie zu entdecken.

Liebe Brüder und Schwestern,

die Freude der Auferstehung möge auf unseren Gesichtern und in unserem Leben leuchten, damit die Welt seinen einzigen Retter erkenne, glaube und von Trauer, Verzweiflung, Hass und Trennung gerettet werde.

Frohe Ostern ihnen allen.

Resurrexit sicut dixit: Alléluia, Alléluia!

+Amen

 

+ Fouad Twal, Lateinischer Patriarch