Pages Menu
Categories Menu

Gepostet on 12 Mrz 2014 in Aktuelles aus der Diözese, Diözese

Leid und Trost in der Pfarrei von Gaza

Leid und Trost in der Pfarrei von Gaza

Gaza articleGAZA – Am 26. Februar 2014 war die lateinische Kirchengemeinde einem Attentat von Unbekannten ausgesetzt. Solidaritätsbekundungen seitens der Kirche und der lokalen Behörden. Unser Bericht.

Um Mitternacht des 26. Februar, dem Tag des Heiligen Porphyrios von Gaza, haben Unbekannte einen Sprengkörper auf dem Kirchhof der lateinischen Pfarrkirche in Gaza deponiert. Die Explosion weckte den Pfarrer P.Jorge Hernandez, der sofort das sich in der Nähe seines Autos entfachende Feuer löschte. Die Attentäter hinterließen außerdem Schriftzüge auf der Fassade der Kirche.

Insgesamt hielt sich der Schaden in Grenzen. Laut erster polizeilicher Ermittlungen handelte es sich um keine Experten, sondern um Kriminelle, die ein Exempel statuieren wollten. Der Sprengstoff wurde nicht in der Nähe der Tür gezündet, sondern auf dem Kirchhof, und die Schriftzüge haben auch nicht das Kreuz, das gut sichtbar auf der Fassade hängt, geschändet.

Trotzdem hat die Tat die kleine christliche Gemeinschaft, und insbesondere die Schwestern, die in der Pfarrei wohnen, tief erschüttert. Das Zusammenleben von Christen und Muslimen im Gaza-Streifen ist friedlich. Abgesehen von einigen kleinen Episoden gab es nie ernsthafte negative  Ereignisse von Intoleranz und Verfolgung in der Vergangenheit . Aber das Gleichgewicht ist empfindlich und falsche oder aufgeblähte Nachrichten können das Leben der Menschen gefährden.

Gaza article2Im Einvernehmen mit dem Lateinischen Patriarchat wollte der Pfarrer der Nachricht nicht zu viel Bedeutung zukommen lassen,  um die Gemeinschaft vor erneuten ähnlichen Vorfällen zu schützen. Die soziale und wirtschaftliche Situation des kleinen und dicht besiedelten Gazastreifens ist durch die Jahre andauernde Besatzung und die fast völlige Abriegelung der Checkpoints mit Israel und Ägypten sowieso schon sehr schlecht.

In den Tagen nach der Tat, statteten die höchsten lokalen zivilen und religiösen Autoritäten in verschiedenen Delegationen der Pfarrei einen Besuch ab,  um ihre Solidarität und Nähe zu den  Christen zu demonstrieren und diesen verwerflichen Einschüchterungsversuch aufs Schärfste zu verurteilen.

Am Sonntag, den 2. März 2014 besuchte Pfarrer Humam Khzouz, Generaldirektor des Lateinischen Patriarchats, im Namen des Patriarchen Fouad Twal und der ganzen Kirche in Jerusalem  die Gemeinde der Heiligen Familie. Er hielt die Sonntagsmesse und blieb anschließend lange im Gespräch mit den  Gläubigen, den Schwestern und offiziellen Vertretern, die Pater Jorge einen erneuten Besuch abgestattet hatten.

Das Leben in der Pfarrei – die Schulen, die Liturgien, das Oratorium für die Jugend, Familienbesuche – hat sofort wieder mit der Kraft und der Begeisterung, die unsere geliebten Christen in Gaza auszeichnet, seinen normalen Lauf genommen. Eine Verlobung zwei junger Menschen  und die Geburt eines Mädchens, Julia, sind das schönste und stärkste Zeichen des Zeugnisses und des Trosts, trotz der harten Prüfungen, denen sie ausgesetzt sind. 

Artikel und Fotos von unserem Korrespondenten in Gaza, Andres Bergamini.

DSC04067.jpgDSC04081.jpgDSC04095.jpgDSC04097.jpgDSC04098.jpgDSC04112.jpgDSC04121.jpgDSC04143.jpgDSC04203.jpgDSC04217.jpgDSC04359.jpgDSC04368.jpgDSC04376.jpgDSC04378.jpgDSC04385.jpgDSC04387.jpgDSC04391.jpgDSC04394.jpgDSC04401.jpgDSC04406.jpgDSC04412.jpgDSC04417.jpgDSC04419.jpgDSC04420.jpgDSC04423.jpgDSC04430.jpgDSC04433.jpgDSC04438.jpgDSC04444.jpgDSC04450.jpgDSC04456.jpgDSC04464.jpgDSC04470.jpgDSC04475.jpgDSC04481.jpgDSC04490.jpgDSC04495.jpgDSC04505.jpg