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Gepostet on 3 Mrz 2014 in Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft

Ein neuer Anstoß für die Einigung Zyperns

Ein neuer Anstoß für die Einigung Zyperns

HZYPERN – Am 11. Februar 2014 kam es zu einem Treffen zwischen dem griechisch-zypriotischen Präsidenten Nicos Anastasiades und dem Präsidenten der türkischen Republik von Zypern, Herrn Dervis Eroglu. Dieses erste Treffen nach zwei Jahren setzte offiziell wieder den Friedensprozess zwischen den zwei Teilen der Insel unter dem Schutz der UN in Gang.

Die weltbekannte Mauer zwischen Israel und Palästina stellt oftmals den langen Zaun zwischen der Republik Zypern und der türkischen Republik Nordzypern in den Schatten. Seit 40 Jahren ist die kleine Insel zweigeteilt: 1974 marschierte die türkische Armee in Zypern  als Reaktion auf einen versuchten Coup, der die Insel mit Griechenland vereinen wollte, ein. Türkische Zyprioten besetzen den Nordteil der Insel, während griechische Zyprioten den Süden besetzen.

In diesen 40 Jahren wurden unter der Ägide der UN mehrere Friedensprozesse versucht. Viele von ihnen waren erfolglos, auch die 10 Jahre, in denen eine mögliche Wiedervereinigung auf der griechischen Seite von einer großen Mehrheit abgelehnt wurde.

Am 11. Februar trafen sich die Präsidenten der beiden Republiken nach einem zweijährigen Gesprächsstopp. Nun, zwei Jahre nach den letzten Diskussionen, wurden aus mehreren Gründen ein Notfalldialog und Wiedervereinigung angeordnet. Der erste Grund ist, dass ein riesiges Naturgasvorkommen genutzt werden kann. Die Einnahmen dieser Nutzung würden es der Insel erlauben, aus der Depression nach einer tiefen Rezession und der schmerzlichen finanziellen Belastung aller Bankkunden zu kommen.

Das Treffen fand auf dem stillgelegten Flughafen von Nikosia statt, der als neutrale Zone ausgewiesen ist. Nicos Anastasiades und Dervis Eroglu verliehen ihrem Wunsch Ausdruck, diese schwierige Trennung rasch zu beenden. Beide wollen eine Souveränität Zyperns, die aus zwei Föderationen besteht, zwei Staaten mit gleichem Status mit dem “Verbot einer teilweisen oder totalen Union mit einem anderen Land“. Dieser letzte Punkt bezieht sich auf den versuchten Coup von 1974, und den Wunsch der Türkei, die Autorität über den nördlichen Teil der Insel zu behalten.

Ein potentielles internationales Beispiel

Die Neuigkeit vom Wiederaufleben des Friedensprozesses wurde von der Europäischen Union, deren Mitglied Zypern ist, sofort begrüßt, auch von den vereinten Nationen, und von Papst Franziskus, der am Samstag Nicos Anastasiades im Vatikan empfing. Der Papst begrüßte die Wiederaufnahme des Dialogs zwischen den zwei Ländern und bezog sich auch auf die Situation der Christen im Osten und die Verteidigung der religiösen Freiheit auf der kleinen Insel Zypern.

Der Präsident der Republik Zypern ist noch vorsichtig. Er weiß, dass die Wiedervereinigung schwierig zu erreichen sein wird: viele griechische Zyprioten sind ablehnend, die Sprachbarriere ist sehr wichtig, das Teilen der Macht wird schwierig zu erreichen sein, und die Frage der türkischen Siedler bringt noch weitere Probleme mit sich.

Aber  noch ist  nicht alle Hoffnung verloren. Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, dessen Rechtsprechung sich bis Zypern erstreckt, will optimistisch bleiben, auch, da der Fundamentalismus in diesem kleinen Land nicht stark ausgeprägt ist. Aber er hofft, wie viele andere, dass ohne Zweifel die Lösung dieser Teilung ein Beispiel für das Heilige Land und für Israel und Palästina sein wird. Das Ergebnis der Verhandlungen hängt von Männern und Frauen ab, die von einem Referendum gewählt werden. Wenn der Friede gewählt wird, wird das Zeichen sein.

Pierre Loup de Raucourt