Pages Menu
Categories Menu

Gepostet on 3 Feb 2014 in Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft

Die Familien in Beit Jala bedürfen dringender Unterstützung bei ihrem Verlangen nach Gerechtigkeit

Die Familien in Beit Jala bedürfen dringender Unterstützung bei ihrem Verlangen nach Gerechtigkeit

Photo - CremisanPRESSEMITTEILUNG – Wir veröffentlichen eine Stellungnahme der Bischöfe der Koordinationsgruppe für das Heilige Land. Diese appellieren an die Christen und die Internationale Gemeinschaft bezüglich des Cremisan-Tals, wo der Ausbau der Sicherheitsmauer das Leben vieler Familien in Gefahr bringt. Die Bischöfe fordern hierbei zum Gebet und internationalen Druck auf, während die Anhörung vor dem israelischen Obersten Gerichtshof  bezüglich des Cremisan-Tals beginnt. 

Wir Bischöfe der Koordinationsgruppe zur Unterstützung der Kirche im Heiligen Land fordern, im Cremisan-Tal Gerechtigkeit walten zu lassen. Israels Pläne zum Bau einer Sicherheitsmauer auf dem Land von 58 christlichen Familien sollten fallengelassen werden. Bei unserer Begegnung mit einigen Familien aus Beit Jala während unseres jüngsten Besuches im Heiligen Land erfuhren wir von ihrem Schmerz und ihrer Angst angesichts des drohenden Verlustes ihres Landes und ihrer Existenzgrundlage, da die geplante Sicherheitsmauer ihre Weinberge, Olivenhaine und Obstplantagen zerstört und ihnen den Zugang zu ihrem Land versperrt.

Wir erkennen das Recht des Staates Israel auf Sicherheit und sichere Grenzen an. Doch der geplante Verlauf der Sicherheitsmauer weicht stark von der Grünen Linie ab, der international anerkannten Demarkationslinie, die Israel und die im Sechstagekrieg von 1967 eroberten Gebiete trennt. Mehr als drei Viertel des geplanten Mauerverlaufs liegen außerhalb der Grünen Linie, was nach einem Gutachten des Internationalen Gerichtshofs rechtswidrig ist und eine eklatante Verletzung der Genfer Konvention und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte darstellt.

Wir appellieren an unsere Regierungen, Israel zur Einhaltung des Völkerrechts aufzufordern. Vor allem sollte Israel die Existenzgrundlage dieser Familien respektieren, und die Menschen in der Gemeinde Beit Jala (in Bethlehem) sollten vor weiteren Enteignungen ihres Landes und ihrer Häuser durch Israel geschützt werden. Es handelt sich hier um eine Angelegenheit von höchster Dringlichkeit, da die Anhörung des israelischen Obersten Gerichtshofs zum Bau einer Sicherheitsmauer im Cremisan-Tal und zur Forderung der Familien nach Schutz ihres Landes am 29. Januar 2014 beginnt.

Unsere schon wiederholt geäußerte Sorge ist, dass diese geplante Sicherheitsmauer eher der Konsolidierung der Siedlungsgebiete dienen und Bethlehem dauerhaft von Jerusalem abtrennen soll. Dieser Plan ist nur ein kleines Beispiel für die tragische Situation im Heiligen Land. Er schürt Unmut und Misstrauen und lässt die Aussicht auf eine dringend notwendige Lösung sinken.

Unsere Gebete gelten den Menschen in Beit Jala, die Gerechtigkeit suchen. Unsere Gebete schließen auch all jene ein, die sich für einen gerechten Frieden im Heiligen Land einsetzen.

Erzbischof Stephen Brislin
Südafrika

Bischof Pierre Burcher
Skandinavien

Bischof William Crean
Irland

Bischof Michel Dubost
Frankreich

Erzbischof Paul-Andre Durocher
Kanada

Erzbischof Patrick Kelly
England und Wales

Bischof William Kenney
England und Wales

Bischof Declan Lang
England und Wales

Bischof Denis Nulty
Irland

Bischof Richard Pates
USA

Weihbischof Thomas Renz
Deutschland

Bischof Janusz Stepnowski
Polen

Erzbischof Joan Enric Vives
Spanien