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Gepostet on 15 Jan 2014 in Lokalnachrichten, Politik und Gesellschaft

„Sign of Peace“ Übereinkommen zur Wiederbelebung des Toten Meeres

„Sign of Peace“ Übereinkommen zur Wiederbelebung des Toten Meeres

Mer morte accordWASHINGTON – Am Montag, den 9. Dezember 2013, wurde in Washington ein Übereinkommen zwischen Israel, Palästina und Jordanien unterzeichnet. Es plant, das Tote Meer mit Wasser zu versorgen, denn der Wasserspiegel ist gefährlich niedrig geworden und bedroht das Ökosystem und die Landwirtschaft der umgebenden Gebiete. Dieses Übereinkommen könnte ökologische, vor allem aber politische Auswirkungen haben.

Zu den zwischen Israel und seinen Nachbarn besprochenen Punkten gehört das Problem mit dem Wasser. Und wirklich ist Wasser, wie „blaues Gold“, eine knappe Ware im Land. Der Regen kam spät in diesem Jahr und reicht nicht aus, das langsam zur Wüste werdende Land zu bewässern. So trägt der ständige Wassermangel zum stetigen Sinken des Wasserspiegels im Toten Meer bei. In 50 Jahren ist das Tote Meer um ein Drittel kleiner geworden, 300 Millionen Kubikmeter Wasser verdampfen jährlich, und der Wasserspiegel ist seit 1960 um 30 Meter gesunken. Ein Streifen trockenen Landes teilt nun zwei Wasserbecken. Dafür veantwortlich sind das intensive Pumpen von Süßwasser aus dem Jordan, um die Felder  zu bewässern und das Verdampfen durch die Salzfirmen. Für die Bauern, aber auch für die Politiker, ist Wasser nicht länger ein objektives Faktum, sondern eine nationale Angelegenheit, und hat im Fall des Toten Meeres eine internationale Dimension angenommen.

Im Bemühen, eine alarmierende Situation zu verhindern, die das Ökosystem und die landwirtschaftliche Produktion bedroht, haben Jordanien, Palästina und Israel – die drei Länder am Toten Meer –über ein solches Übereinkommen nachgedacht. Elf Jahre lang wurde anscheinend erfolglos diskutiert, bis das Übereinkommen erreicht und am 9. Dezember 2013 unterzeichnet wurde. Es sieht vor, jährlich 200 bis 300 Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Golf von Akaba an der Nordspitze des Roten Meeres zu entnehmen. Das Wasser wird durch 180 km lange Leitungen geführt, ein Teil wird direkt ins Tote Meer geleitet, ein anderer Teil wird entsalzt und für die Landwirtschaft und den täglichen Gebrauch eingesetzt.

Ein Übereinkommen, das Gutes verspricht.

Verschiedene Lösungen wurden vorgeschlagen, oft aber nur von Israel. Mit diesem Übereinkommen, das von den drei Ländern unterzeichnet wurde, entsteht der ehrliche Wunsch, sich auf eine Angelegenheit zu einigen, die essentielle, menschliche Priorität hat, ehe sie eine politische Angelegenheit wird. Der jordanische Wasserminister erinnerte, dass „es ohne Wasser keine wirtschaftliche Entwicklung und keine Beschäftigung gibt“. Sein palästinensisches Gegenüber stieß ins gleiche Horn und bemerkte, dass „wir ungeachtet unserer politischen Probleme die gleichen Probleme, nämlich die der Wasserknappheit teilen“.

Darüber hinaus ist dieses Übereinkommen ein Zeichen, dass Diskussionen begonnen und Ergebnisse erzielt werden könnten von drei Ländern, die viele Jahre lang Gegner waren. „Es läßt einen Hoffnungsschimmer für die Möglichkeit, andere Hindernisse in der Zukunft zu überwinden, erblicken“, sagte der israelische Wasserminister. Wenn er von Hindernissen spricht, meint er den Konflikt zwischen Israel und Palästina, auf dessen Lösung immer noch gewartet und gehofft wird.

Bischof Shomali, der Patriarchalvikar von Jerusalem, begrüßte die Nachricht vom Übereinkommen und sagte, es sei „ein Zeichen des Friedens, und ein einleitendes Zeichen des Friedens, das Länder zum gegenseitigen Verstehen bringen sollte“. Das ist es, worauf viele hoffen! Frieden im Mittleren Osten ist, wie das Wasser des Toten Meeres, von lebensnotwendiger Bedeutung.

Pierre Loup de Raucourt