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Gepostet on 8 Okt 2013 in Geistliche Leben, Politik und Gesellschaft, Regionalnachrichten

Gebetsvigil für Frieden in Gethsemane

Gebetsvigil für Frieden in Gethsemane

PeaceGethséJERUSALEM – Der Papst rief alle Katholiken  zu einem Gebets- und Fasttag am 7. September für Frieden in Syrien auf , und weitete die Einladung  auf alle christlichen Konfessionen einschließlich der Nicht-Gläubigen aus. Im Hl. Land reagierten viele Gläubige auf die Bitte von Papst Franziskus gegen eine westliche Militärintervention in Syrien und versammelten sich zur Gebetsvigil in ihren Pfarreien. Die Lateinische (römisch-katholische) Pfarrei in Jerusalem hielt ihre Gebetsvigil in Gethsemane.

Gethsemane, die Stimme ruft bis zum heutigen Tag. Fasten, beten, wachsam sein. Es ist eine Szene aus der Passion Christi. Dem Aufruf von Papst Franziskus folgend kamen in der Basilika der Agonie, am Fuß des Ölbergs in Jerusalem, zu den Gläubigen der Lateinischen Pfarre auch Pilger und Mitglieder religiöser Gemeinschaften: „Betet für den Frieden im Mittleren Osten. Diese Region leidet immer noch unter den Schmerzen von Krieg und Gewalt“. Die Vigil in Gethsemane war eine Bitte, eine profunde Darbringung des Weinens und Leidens der Menschen in Syrien und in den Nachbarländern an den Herrn. Die Gebete und Hymnen waren in Arabisch, Aramäisch, Koptisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch und Französisch und wurden von Flöte und Orgelmusik begleitet. In der Basilika der Agonie, die auch Basilika der Nationen wegen der Wappen der verschiedenen Länder, die zu ihrem Bau beigetragen haben, genannt wird, wurde die Samstagsvigil in Jerusalem wirklich zu einer Versammlung von Menschen aller Nationen.

Nach dem wiederholten Klang des Gongs in feierlicher Stille betrat Seine Seligkeit Fouad Twal, Lateinischer Patriarch von Jerusalem, das Heiligtum gemeinsam mit Erzbischof Guiseppe Lazzarotto, Nuntius und Apostolischer Delegat, und den Führern verschiedener Kirchen des Hl. Landes (Syrisch-Orthodoxe, Kopten, Lutheraner etc.). Eine Kerzenprozession folgte im Garten Gethsemane in der Stille der Olivenbäume. Das „Vater Unser“ wurde gesprochen und der gesamte Mittlere Osten wurde so dem Vater im Gebet anvertraut. In der gesamten Diözese hielten Pfarrer, Gemeindemitglieder, Führer religiöser Institutionen und die Superioren religiöser Kongregationen eine Zeit des Gebets, wie von der Versammlung der Katholischen Ordinarien im Hl. Land empfohlen wurde, in Verbindung mit dem Hl. Vater.

Am Sonntag, den 8. September feierten die Missionare von Afrika (Weiße Väter) die Geburt der Jungfrau Maria in der St Anna Kirche. Pfarrer Stephane Milovitch, ofm, eröffnete die Feierlichkeit mit der Erinnerung daran, dass Maria die Friedenskönigin war, diejenige, die die Herzen derer, die zu den Waffen gegriffen haben, verändern kann und Führer dazu inspiriert, den Frieden anstatt der Gewalt zu wählen und Versöhnung mit ihren Feinden zu suchen.

„Das Engagement geht weiter“

In Rom nahmen 100.000 Gläubige und Pilger an der Gebetsvigil am Samstag, den 7. September teil. Papst Franziskus lancierte einen bewegenden Appell, für Frieden und Versöhnung zu arbeiten. „Krieg ist immer ein Versagen der Menschlichkeit“, betonte er. „In diesem Moment frage ich mich: Ist es möglich, die Richtung zu ändern? Können wir aus dieser Spirale von Kummer und Tod entkommen? Können wir wieder lernen, die Wege des Friedens zu gehen und ihnen zu folgen? Ich möchte antworten: Ja, wir alle können das (…). Ich wünsche mir, dass jeder von euch, vom Jüngsten zum Ältesten, inklusive der Führer der Nationen, antwortet: Ja, wir möchten das“, sagte der Papst, der sehr gegen eine Intervention in Syrien ist, wie sie Amerika und Frankreich befürworten. In seiner Angelus-Botschaft am Sonntag rief Papst Franziskus dazu auf, die Bemühungen für Frieden in Syrien und Stabilität im gesamten Mittleren Osten fortzusetzen. „Das Engagement geht weiter“, sagte er. „Ich bitte euch, weiter für den Frieden zu beten, sodass Gewalt und Verwüstung in Syrien ein Ende finden und mit erneuertem Engagement eine gerechte Lösung in diesem Bürgerkrieg erzielt wird“. Er verwies auf den Libanon, „der ein Beispiel für Koexistenz ist“, den Irak, wo „die konfessionsgebundene Gewalt“ enden sollte, und erwähnte eine Resolution für den Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern, und für Ägypten, sodass „Muslime und Christen gemeinsam“ für den Frieden arbeiten.

In einem Interview mit I. Media Agency im Vatikan über ein mächtiges, starkes Comeback des Vatikans auf diplomatischer Ebene, acht Jahre nach dem Tod von Johannes Paul II, erklärte der gebürtige Brasilianer Kardinal Joao Braz de Aviz, Präfekt der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaft apostolischen Lebens („Ordenskongregation“) die Haltung von Papst Franziskus: „Es ist zu früh, von einer diplomatischen Rückkehr zu sprechen. Es ist eher ein starkes Bewusstsein der Tatsache, dass die Kirche überall präsent ist, und wir glauben, dass Gott in seiner Güte seine Menschen retten will.“

Christophe Lafontaine

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