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Gepostet on 9 Sep 2013 in Politik und Gesellschaft, Regionalnachrichten

Internationale Konferenz in Amman: „Die Herausforderungen der christlichen Araber“

Internationale Konferenz in Amman: „Die Herausforderungen der christlichen Araber“

via_dolorosa-300x230AMMAN – Gemäß dem Wunsch von Seiner Majestät König Abdullah II von Jordanien wird ein Internationaler Gipfel am 3. und 4. September in Amman abgehalten. Die Konferenz wird Probleme, die die christlichen Araber betreffen, diskutieren: Kriege, Bombardements, Entführungen, Entweihungen, Emigration… Es ist eine Gelegenheit für die Kirchen des Ostens, ihre Stimmen auf einer internationalen Bühne zu erheben, in einer Zeit der Anspannung und Angst vor einem regionalen Flächenbrand, mit dem syrischen Konflikt im Hintergrund.

Die Konferenz zu den „Herausforderungen der arabischen Christen“ wurde am 29. August angekündigt, während eines Treffens zwischen Papst Franziskus und König Abdullah II, dem Förderer der Konferenz (Prinz Ghazi bin Muhammed, der Berater des Königs für Religiöse Angelegenheiten und Kulturelle Rechte ist der Hauptsponsor). Die Organisatoren stellen in der offiziellen Broschüre fest, dass „der Nahe Osten die Wiege der Christenheit ist, aber jüngste Unruhen haben die christlichen Gemeinden mit den rauen Herausforderungen in der Region konfrontiert.“ Folglich zielt die Konferenz darauf ab, die Köpfe aller christlichen Kirchen des Nahen Ostens zu versammeln, wie die Organisatoren betonen, „um ihnen eine Stimme zu geben, die auf der ganzen Welt gehört wird“. Sie stellen auch fest, dass „ es nur durch klare Identifikation, Diskussion und durch das Sammeln von Information möglich ist, Lösungen zu finden, um, wenn Gott es will, Stabilität, Sicherheit, und Gedeihen der Christenheit im Nahen Osten zu sichern, was als wesentlicher Teil des reichen Teppichs des Nahen Ostens erkannt wird“.

Nicht weniger als 70 Patriarchen, Patriarchaldelegierte, Bischöfe, Priester und andere Führer christlicher Gemeinden in der Region werden sich für zwei Tage in verschiedenen Studiengruppen treffen, die im Besonderen den jüngsten Entwicklungen der Situation in Ägypten, Syrien, Irak, Libanon, Jordanien und Jerusalem gewidmet sind. Die Liste der Teilnehmer ist lang – Kardinal Jean-Louis Tauran, Präsident des päpstlichen Rates für interreligiösen Dialog als Vertreter des Hl. Stuhls, S.S. Fouad Twal (Lateinischer Patriarch von Jerusalem), S.S. Theophilus III (Orthodoxer Patriarch von Jerusalem), S.S. Nourhanne Maniougan (Armenisch-Orthodoxer Patriarch). Außerdem sind anwesend der Griechisch-Orthodoxe Patriarch von Antiochien, Yohanna X al-Yazigi, ein Bewohner von Damaskus und Bruder des Metropoliten von Aleppo, al-Boulos Yazigi, der im April von noch immer Unbekannten gemeinsam mit dem Syrisch-Orthodoxen Metropoliten Aleppo Gregorius Yohanna Ibrahim entführt wurde.

Die Christen des Ostens Hand in Hand

Konfrontiert mit Gewalt, leiden die Christen in Ägypten, im Irak, und im Syrischen Konflikt, trotzdem halten sie aus. Die Situation in der Gegend wird immer angespannter, die christlichen Gemeinden teilen das Schicksal von jedermann, wenn es zu Gewalt, Kämpfen und Angriffen kommt und sie verlieren oft den Status von Bürgern.

Die Führer der christlichen Kirchen bildeten eine einheitliche Front – vom Libanon zum Irak, über  Syrien bis zum Hl. Land – , um sich den Risiken zu stellen, die ihre Gläubigen bedrohen, falls eine ausländische militärische Aktion in Syrien stattfinden sollte. Eine Kettenreaktion war die Folge. Der Lateinische Patriarch von Jerusalem stellt die Rechtmäßigkeit von möglichen Angriffen in Frage. Bischof Antoine Audo von Aleppo deutet das Risiko eines „Weltkriegs“ an. Der Maronitische Patriarch Bechara Boutros Rai klagte „Länder des Westens, aber auch des Ostens an, diese Konflikte zu schüren“. “Wir erleben gerade die äußerste Zerstörung dessen, was Christen während der 1400 Jahre der Koexistenz mit den Moslems errichten konnten“, sagte er. Und im selben Atemzug verurteilte der Irakische Chaldäische Patriarch Louis Raphael Sako eine Handlung, die einen Vulkan ausbrechen lassen könnte, der den Irak, den Libanon und Palästina beträfe. Vielleicht möchte jemand, dass genau das passiert.“ Man bezog sich beständig auf die Furcht vor einer Wiederholung des Irak-Szenarios, genauso wie auf den Verlust des Säkularismus, der die Koexistenz im Nahen Osten lebbar gemacht hat.

Gemeinsam haben die Kirchen des gesamten Nahen Ostens die Unterstützung des Papstes gespürt, die seinem Aufruf zu einem Tag des Fastens und Betens am 7. September gefolgt ist und seine fortgesetzten Aufforderungen zu Frieden und dem Ende der Gewalt. Die Vatikanagentur Fides berichtet, dass der Aufruf „die Herzen aller, von Bischof zum einfachen Gläubigen, berührt und geöffnet hat. Die christlichen Gemeinden in Syrien, im Nahen Osten und in der Diaspora sind glücklich und bereiten sich auf eine Vereinigung im Fasten und im Gebet vor“.

Christophe Lafontaine