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Gepostet on 6 Sep 2013 in Patriarch, Rede und Interviews FT

Erzbischof Twal: Vor einer Entscheidung über den Nahen Osten soll uns die Welt Beachtung schenken

Erzbischof Twal: Vor einer Entscheidung über den Nahen Osten soll uns die Welt Beachtung schenken

Copy-of-fouad-twal1AMMAN – Während die  Vorbereitungen für das gemeinsame Gebet für den Frieden in Syrien und in der ganzen Welt laufen, haben sich die Führer der Kirchen des Nahen Ostens, auf Einladung des Königs von Jordanien,  in Amman zu einer Reflexion über die Herausforderungen der Christen in dieser unruhigen Region versammelt. “Wir sind dankbar dafür, dass wir uns nicht verlassen fühlen müssen”, sprach der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof  Fouad Twal, ins Mikrofon von Xavier Sartre:  MP3

R. –  Die Herausforderungen der Christen sind auch die Herausforderungen der arabischen islamischen Welt, sie sind die gleichen: Sich zu hundert Prozent Bürger eines Landes mit allen Rechten und Pflichten zu fühlen. Die Muslime sollten die Christen des Nahen Ostens nicht mit westlicher Politik, die nicht immer zu unseren Gunsten ausfällt, verwechseln. Wir erwarten von den muslimischen Regierungen und auch von der internationalen Gemeinschaft, dass sie unserer Präsenz vor jeder Entscheidung über den Nahen Osten Beachtung schenken. Denn in allen Kriegen, die in Ägypten oder Syrien stattfanden, waren die Christen die ersten, die einen hohen Preis zu zahlen hatten, die ersten, die zu leiden hatten, die ersten, die das Land verlassen und  all ihr Hab und Gut zurücklassen und auswandern mussten. Wir werden immer weniger. Ein Naher Osten ohne Christen, ist nicht die Heimat, die wir wollen und die wir lieben. Wir hoffen, dass diejenigen, die uns zuhören, sich unserer Leiden bewusst sind und uns bei dieser schwierigen Aufgabe nicht alleine lassen. Ich schicke unsere Dankbarkeit voraus, auch die des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, für die Sicherheit, dass diese kleine christliche Gemeinschaft, die im Nahen Osten übrig geblieben ist, nicht aufgegeben wird  und nicht alleine ist und dass die Weltkirche für uns und mit uns betet.

Quelle: Radio Vatikan

Übersetzung aus dem Italienischen: Barbara Frua