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Vor dem Hintergrund der syrischen Krise empfängt der Papst den König von Jordanien

545886-pope-francis-shakes-hands-with-jordan-s-king-abdullah-during-a-private-meeting-at-the-vatican-300x199 (1)Vatikanstadt – Am 29. August 2013 hat Papst Franziskus zum ersten Mal den König von Jordanien, Abdullah II empfangen. Der Haschemitische Herrscher wurde von Königin Rania und einer Delegation begleitet. Dabei wurde das brennende Thema Syrien angesprochen. Laut des Papstes und dem König können nur Dialog und Verhandlungen Syrien aus der Krise führen.

Radio Vatikan berichtet, dass die “Förderung des Friedens und der Stabilität im Nahen Osten, insbesondere in Bezug auf die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern und die Frage von Jerusalem” angesprochen wurden. Dem Thema Syrien wurde “besondere Aufmerksamkeit” geschenkt. In einer vom Vatikan veröffentlichten Presseerklärung wird bestätigt, dass Papst Franziskus und König Abdullah II von Jordanien die Meinung vertreten, dass “der Weg des Dialogs und der Verhandlungen zwischen allen Komponenten der syrischen Gesellschaft mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft, die einzige Möglichkeit ist, den Konflikt zu beenden” .

In der Tat hat Jordan – angrenzend an Syrien – aus Angst vor der Ausbreitung des Konflikts und dem unaufhörlichen Zustrom von Flüchtlingen in sein Hoheitsgebiet wiederholt seine Opposition gegen jede Intervention seitens des Westens betont. Am 28. August berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Petra, dass das jordanische Territorium ” für keine militärische Aktion gegen Syrien verwendet werden wird”. Am selben Tag, am Ende einer Sitzung bezüglich der Frage der Wiederaufnahme der israelisch-palästinensischen Friedensverhandlungen, haben König Abdullah II von Jordanien und der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, dazu aufgefordert, eine “Gesamtlösung” in Syrien zu finden, „die das Leid des syrischen Volkes beenden werde”, kündigte eine Pressemitteilung des königlichen Palastes an.

“Lasst die Waffen schweigen”

Papst Fanziskus, der die gleichen Sorgen teilt, forderte am Sonntag, den 25. August dazu auf, „die Waffen schweigen zu lassen“. Er wies darauf, dass es anderenfalls „zur Ausbreitung der Massaker und grausamen Handlungen” kommen würde und bat die internationale Gemeinschaft “eine Lösung zu finden”. “Nicht der Kampf bietet Perspektiven der Hoffnung zur Lösung der Probleme, sondern die Fähigkeit zu Begegnung und Dialog”, fügte er hinzu. Am nächste Tag kritisierte der Osservatore Romano, die Vatikan-Zeitung, die westlichen Regierungen. “Das Echo auf eine bewaffnete Intervention seitens der westlichen Länder wird immer eindringlicher und die nötige Besonnenheit scheint zu fehlen.” Eine Besonnenheit, zu der der Lateinische Patriarch von Jerusalem eindringlich auffordert. In einem Interview des ständigen Beobachters des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, S.E. Silvano Tomasi, hatte dieser Radio Vatikan am 22. August erklärt: „Die Erfahrung ähnlicher Interventionen im Nahen Osten, im Irak, in Afghanistan, haben gezeigt, dass der Weg des bewaffneten Eingreifens kein konstruktives Ergebnis gebracht hat”. Dies könnte sogar zu einem “Weltkrieg” führen, so die besorgen Worte von S.E.  Antoine Audio, dem Chaldäischen Bischof von Aleppo.

Christophe Lafontaine