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Gepostet on 3 Sep 2013 in Publikationen, Vertiefung

“Nach dem”Arabischen Frühling”hat sich die Situation verändert. Aber der israelisch-palästinensische Konflikt bleibt weiterhin ein großer Konflikt”

“Nach dem”Arabischen Frühling”hat sich die Situation verändert. Aber der israelisch-palästinensische Konflikt bleibt weiterhin ein großer Konflikt”

Mgr-Shomali-5-199x300JERUSALEM – Bezüglich der aktuellen Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern ist der Weihbischof von Jerusalem, S.E. William Shomali zwischen Hoffnung und Skepsis hin- und hergerissen. So äußerte der Weihbischof des Lateinischen Patriarchats für Palästina gegenüber Kirche in Not: “Mein Herz ist voller Hoffnung und Glauben. Es sagt mir, dass die Verhandlungen erfolgreich sein werden. Aber mein skeptischer Geist sagt mir das Gegenteil. Denn ich denke an all die Verhandlungsrunden in Madrid, Oslo, Camp David, Wye Plantation, Sharm el-Sheikh, Amman und viele andere und wie sie gescheitert sind. Ich möchte aber kein Prophet sein, sondern weiterhin beten und andere dazu einladen es mir gleich zu tun.”

Im Falle des Scheiterns der Verhandlungen, hofft der Weihbischof, dass es  zu keiner dritten palästinensischen Intifada kommt. “Die Erfahrungen der letzten beiden war äußerst negativ. Der Kampf sollte weiter auf politischer Ebene stattfinden.“ In diesem Konflikt, erklärte Weihbischof Shomali, spielten die  Christen von Palästina und Israel eine Moderatorenrolle. “Sie beten und glauben, dass Frieden möglich ist. Sie beruhigen die Lage in den jeweiligen Ländern. Eine bestimmte Anzahl von palästinensischen Christen ist – in direkter oder indirekter Form  – an den Verhandlungen beteiligt. Ihre Rolle als Moderatoren kann eine große Hilfe sein.”

Auf die Frage, welcher Status aus Sicht der Kirche Ost-Jerusalem zukommen sollte, antwortete Weihbischof Shomali: “Jerusalem muss eine Stadt von zwei Völkern und drei Religionen mit  gleichen Rechte und der  gleichen Würde sein “. Shomali, Palästinenser von Geburt, fuhr fort, indem er erklärte, dass Jerusalem eine offene Stadt mit Sonderstatus und internationalen Garantien bleiben müsse. Er unterstrich dabei, dass “es, um die Details der Umsetzung einer solchen Vision zu regulieren, kreativer Unterhändler, die offen sind für neue Lösungen, bedarf; denn es müssen Hindernisse wie die Siedlungen oder auch folgende Frage geklärt werden: wie kann man die Öffnung von Jerusalem und seiner heiligen Stätten beibehalten? ”

Bezüglich der Position des israelischen Premierministers Benyamin Netanyahu, der behauptet, dass es in dem Konflikt nicht um die Siedlungen im Westjordanland gehe, sondern um die Weigerung seitens der Palästinenser, Israel als jüdischen Staat anzuerkennen, äußerte sich Weihbischof Shomali folgendermaßen: “Ich denke, dass die Palästinenser Israel als Staat mit allen Rechten eines Staates und sicheren Grenzen anerkennen müssen. Es liegt an den Israelis und nicht den Palästinenser zu entscheiden, welchen Charakter ihr Staat haben sollte. Und es liegt an Israel zu entscheiden, wer Jude ist  und wer nicht. Auf der anderen Seite ist, muss man von Israel fordern, einen neuen arabischen Staat anzuerkennen, ohne dabei entscheiden zu wollen, ob dieses arabische Land dann säkular oder muslimisch sein soll “. Zum Schluss betonte Weihbischof Shomali, dass  der israelisch-palästinensische Konflikt heute nicht mehr der einzige ist, der die Stabilität im Nahen Osten bedroht. „Seit dem “Arabischen Frühling”hat sich die Situation geändert. Aber dieser Konflikt bleibt weiterhin ein großer Konflikt.”

Olivier Maksan

Quelle: gegenüber Kirche in Not