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Ein virtuelles Klassenzimmer an der Don Guanella Schule in Nazareth

P1390243-300x225NAZARETH – Auch in den Klassenzimmern wird es jetzt virtuell mit dem Ziel, den Unterricht zu optimieren. Anhand von projektierten Bildern kann man mit dem abgebildeten Ort per „touch“ interaktiv werden – eine Methode, die sich besonders für den Unterricht mit behinderten Kindern gut eignet.

Die Sonderschule von der Hl. Familie des Don Guanella Ordens ist die erste Schule in der Region von Nazareth, und eine der wenigen in Israel, die dank einer Spende die Methode des virtuellen Klassenzimmers anwenden kann. Dieses virtuelle Klassenzimmer wurde vom Familienclub der Verkündigung gespendet, eine Organisation, die sich sehr aktiv für Initiativen einsetzt, um den Bedürfnisse der schulischen Einrichtungen entgegenzukommen.

Zur Einweihung des virtuellen Klassenzimmers kamen viele Schuldirektoren, Priester, Ordensleute und Interessierte an der Sonderschule zusammen, um sich dieses   „mysterieuse“ Zimmer von innen anzuschauen. So konnte man zum Beispiel an einem Fußballspiel teilnehmen oder ein virtuelles Instrument ausprobieren und sich von der faszinierenden Methode überzeugen lassen, die bei den behinderten Kindern sicherlich fruchtbar sein wird.

Die Kirche weit vorn in der Unterstützung der benachteiligten Mitmenschen

In einem Interview mit dem israelischen Radio erklärte Weihbischof Giancinto-Boulos Marcuzzo vom Lateinischen Patriarchat: „Wir müssen dem Herrn für all diesen technischen Fortschritt, mit dem wir unseren behinderten Mitbrüdern und Mitschwestern helfen können, dankbar sein. Viele haben uns durch ihre Solidarität und Zusammenarbeit dabei unterstützt. Die Kirche kann stolz sein, dass sie sich so für die benachteiligten Mitmenschen einsetzt.“

Zum Konzept der virtuellen Realität äußerte sich der Vikar mit dem Vergleich des Astronauten, der sich dadurch an die neue Lebensituation anpassen lernt. „Genauso lernen die Behinderten anhand der virtuellen Bilder eine Wirklichkeit kennen, die ihnen sonst nicht zugänglich wäre. Allerdings sollte man diese hypothetische, künstliche, virtuelle Unterrichtsmethode nicht außerhalb dieses spezifischen Rahmens anwenden, denn da könnte sie sich eher als schädlich erweisen. Philosophisch betrachtet basiert unsere griechische und biblische Kultur auf dem „sein“, d.h. auf der Wirklichkeit. Die Wahrheit bedeutet für uns die Bindung unserer Ideen an die Wirklichkeit. In der virtuellen Welt würde sich die Wahrheit als Anpassung unserer Ideen an das „Nichts“ definieren, welches scheinbar als Realität existieren würde. Daher auch die Gefahr des Idealismus und Nihilismus. Aber zum Schluss nochmals meine Gratulation für diesen Erfolg, der unseren geschätzten behinderten Kindern viel Freude bereiten wird.“

Von unserem Korrespondenten aus Nazareth. Fotos von A.K.

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