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Gepostet on 11 Mai 2013 in Dialog, Interreligiöser Dialog

Zwölfte Versammlung in Jerusalem der Kommission des Heiliger Stuhls und des Großrabbinats von Israel

Zwölfte Versammlung in Jerusalem der Kommission des Heiliger Stuhls und des Großrabbinats von Israel

P1360728-1-300x225JERUSALEM – Pressemitteilung der Versammlung der bilateralen Kommission zwischen der Delegation vom Heiligen Stuhl für religiöse Beziehungen mit dem Judentum und der Delegation des Großrabbinats von Israel (Jerusalem 29.-30. April; 19.-20. Iyar 5773).

Die bilaterale Kommission des Heiligen Stuhl und des Großrabbinats von Israel hielt seine zwölfte Versammlung in Mishkenot Sha’ananim (Jerusalem) ab. Am ersten Tag feierten die Teilnehmer eine Gedenkfeier an Papst Johannes XXIII. aus Anlass seines 50.Todestages, mit einer anschließenden Konferenz zu seiner historischen Rolle im Wandel der Einstellung und Lehre der katholischen Kirche gegenüber dem jüdischen Volk, welche sich seither auf gegenseitigen Respekt und auf die mit dem Dokument Nostra Aetate (Zweites Vatikan Konzil) in Einklang stehende Überzeugung eines ewigen Bundes zwischen Gott und Israel stützen.

Die Kommission würdigte ebenfalls das frühere große Engagement und die tiefe Zuneigung des neuen Papstes für die jüdische Gemeinde vor allem in Buenos Aires. Die Kommission freue sich auf die Fortdauer und weitere Vertiefung der katholisch-jüdischen Beziehungen im Laufe seines Pontifikats, in Folge des historischen Fortschritts, der von seinen Amtsvorgängern verwirklicht worden sei. Dieser Fortschritt wird auch in dem Treffen zwischen Papst Franziskus und Shimon Peres in diesen Tagen in Rom wieder deutlich.

Die Teilnehmer der Kommission bekräftigten erneut, wie wichtig es sei, ihre jeweiligen Gemeinden hinsichtlich der Natur, der Substanz und der Bedeutung dieser Veränderungen zu unterrichten. Die Kommission lädt infolgedessen das israelische Kultusministerium und die Kongregation des Heiligen Stuhls für katholische Bildung ein, Wege und Mittel zu prüfen, wie die obengenannten Entwicklungen und ihre Grundlage – der Respekt der Identität und der Integrität des anderen –Teil des obligatorischen Unterrichtsmoduls in Schuleinrichtungen werden können.

Durch den gegenseitigen Respekt und die Freundschaft, die wir in den letzten Jahren zwischen uns aufgebaut haben, tragen wir auch die Verantwortung, das Wohl der anderen Kommunität zu schützen und zu verteidigen.

Dazu müssen wir uns über die Vorurteile und Drohungen, die vor allem Juden und Christen gelten, stellen. Und dort, wo eine Gemeinde stärker scheint und die andere Gemeinde als verwundbare Minderheit gilt, ist die Verantwortung der ersten noch viel größer.

Dementsprechend bekräftigt die katholische Delegation die Verpflichtung des Heiligen Stuhl, sich überall und vor allem in katholisch dominierten Ländern sehr zur Bekämpfung von Antisemitismus einzusetzen; die Delegation des Großrabbinats wiederholt seine Absicht, alles ihr Mögliche zu tun, um das Wohl der katholischen Minderheit im Staat Israel zu schützen.
In diesem Zusammenhang hofft die Kommission, dass die langwierigen Verhandlungen zur Klärung vieler dringlicher Fragen zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Staat Israel schnellstens beendet und ratifiziert werden können.

Am Schluss bekräftigte die Kommission ihre Hoffnung in den Herrn der Schöpfung und der Geschichte, dankte für den guten Dialog und das gemeinsame Zeugnis, und erbat Seinen Segen für eine fruchtbare Weiterentwicklung ihrer Bemühungen.